Was ist „Liebe auf Augenhöhe“?

Was ist „Liebe auf Augenhöhe“?

7 Entscheidungen für eine neue Dimension von Partnerschaft

In dieser Woche titelte die ZEIT (Nr 24 vom 08. Juni 2017) mit einer erstaunlich emotionalen Fragestellung. „Was ist Liebe auf Augenhöhe?“, fragte sie bedeutungsschwer. Wow; dachte ich. Ich halte diese Frage in der Tat nicht nur für intellektuell interessant und herausfordernd, sondern darüber hinaus für hochgradig richtungsweisend und bedeutsam.

Die Welt hat zwar bedeutend größere und dringendere Probleme als unser partnerschaftliches oder erotisches Miteinander, aber wenn wir es wirklich schaffen wollen, miteinander eine Weltkultur des Friedens, des Mitgefühls und der Kooperation zu manifestieren, dann begnnt dieser Weg in unseren kleinsten Einheiten des Miteinanders:

In unseren Freundschaften und Liebesbeziehungen, in unseren Ehen und Familien, in unseren Küchen und Schlafzimmern legen wir die Basis für all das Große, das wir aus unseren direkten, engsten Umfeld hinaus tragen in die Welt um uns herum.

Die Frage: „Was ist Liebe auf Augenhöhe?“ verändert nicht nur unseren Umgang mit unseren Liebsten. Sie ist eine Schlüsselfrage. Sie verändert unser gesamtes Sein und Wirkens in der Welt.

Die große Dekonstruktion, Teil 1.

Das vergangene halbe Jahrhundert hat die ehemals alternativlosen Rollenbilder von Mann und Frau strategisch dekonstruiert. Die traditionellen Rollenzuschreibungen waren starr und lebensfeindlich. Sie haben die Frau zum Heimchem und Hausmütterchen degradiert und den Mann zur Arbeitsdrohne und zu politischem Kanonenfutter.

Die Mutter hatte sich um die Kinder zu kümmern, ob sie wollte oder nicht. Der Beitrag des Vaters zur Entwicklung seiner Kinder beschränkte sich darauf, die Haushaltskasse stetig aufzufüllen. Ob Papa gerne auch mit den Kleinen gespielt, geredet oder gekuschelt hätte, anstatt sie nach getaner Werksarbeit im Auftrag der ehrenwerten Frau Mutter mit dem Gürtel zu misshandeln, hat damals niemanden interessiert.

Halten wir uns vor Augen: All das ist noch nicht besonders lange her.

Viele der heute erwachsenen Kinder jener Zeit wurden erzogen in und geprägt von einem Partnerschafts- und Familiensystem, das den einen Elternteil himmelschreiend überforderte und den anderen auf das Erbärmlichste marginalisierte. Ich persönlich fühle mich den Feministinnen und Feministen des vergangenen Jahrhunderts von ganzem Herzen zu Dank verpflichtet. Dafür, dass sie dieses menschenfeindliche System so beharrlich und konsequent bekämpft und schließlich zerbrochen haben.

Der Käfig traditioneller Rollenbilder ist gesprengt. Endlich sind wir frei, zu wählen, wie wir als Mann der Frau unser Leben führen. Nur hatte uns leider niemand beigebracht, in der Wildnis dieser neuen Feiheit zu überleben oder gar heimisch zu werden. Was bedeutet es, Mann zu sein, Frau zu sein, in einer Welt oder Kultur, in der wir über unsere eigene Identität zu großen Teilen selbst bestimmen können? Das hat uns niemand erklärt.

Und so stehen bis heute unzählige von uns wie frisch befreite Zootiere verwirrt und ahnungslos in den Trümmern ihrer ehemaligen Gefängnisse und wissen nicht, wer sie sind, wer sie sein möchten oder könnten als Mann oder als Frau.

Die große Dekonstruktion, Teil 2

Doch das Auflösen der alten Rollenmuster war nur der Anfang jener Beziehungs-Revolution, deren Auswirkungen wir inzwischen, wenn wir mit offenen Augen schauen, in allen Richtungen unseres Blickfeldes sehen können.

Die Freuden der Sexualität sind seit Jahrzehnten nicht mehr das Hoheitsgebiet exklusiver Liebesbeziehungen. Unsere Sprache kennt inzwischen eine Vielzahl an Ausdrücken für Menschen, mit denen wir sexuell aktiv sind, ohne dass daraus langfristige gemeinsame Zukunftspläne erwachsen würden.

Und auch innerhalb von Ehe oder Partnerschaft ist die sexuelle Exklusivität schon lange nicht mehr das eherne Gesetz, das es früher — zumindest nach außen hin — war. Polyamore Beziehungen, offene, zum Teil langjährige Liebschaften neben dem oder der Liebsten und Paare, die sich als „Swinger“ mit Gleichgesinnten in entsprechenden Clubs vergnügen, sind längst keine Ausnahmephänomene mehr.

In der Liebe sind wir frei wie nie. Wir sind heute in der Lage, nicht nur unseren Beziehungspartner frei zu wählen (natürlich immer in Anbetracht von Angebot und Verfügbarkeit), sondern auch die Verteilung unserer Aufgaben und nicht zuletzt die Rahmenbedingungen unserer Beziehung selbst. Diese neue Freiheit allerdings verlangt eine neue Qualität des partnerschaftlichen Verhandelns („auf Augenhöhe“) in der Liebe. Nur hatte uns leider niemand beigebracht, wie das eigentlich so richtig geht.

Und so erleben wir heute in den Liebesbeziehungen und Ehen unserer Kultur ein Durcheinander von geradezu epischem Ausmaß. Da sind diejenigen, die ahnen, dass ein Mehr (an was auch immer) möglich ist, aber im Angesicht der damit verbundenen Unsicherheit und Verantwortung (nämlich: für sich, den Partner und (!) die gemeinsame Beziehung) in Schockstarre verfallen. Wünschend, ahnend und sich doch nie trauend, innerlich zerrissen zwischen Sehnsucht und Selbstverbot.

Da sind jene Anderen, die im Brustton der Überzeugung schon zu Beginn einer möglichen Beziehung unmissverständlich klar stellen: „Ich bin übrigens polyamor!“ Und glauben, damit wäre alles geklärt. Als sprächen sie von einer eindeutigen, quasi-genetischen Disposition, mit der ein potenzieller Beziehungspartner nun klarzukommen habe. Und das soll Liebe sein?

Und da sind jene, die von den Möglichkeiten und damit verbundenen Verantwortungen so überfordert sind, dass sie gar keine committeten Beziehungen mehr eingehen, sondern wahlweise als „Beziehungsanarchisten“ sich hier nehmen und dort nehmen, was ihnen gerade gefällt, oder aber sich ganz aus dem Beziehungsspiel ganz zurückziehen in ein Lebensmodell äußerer Souveränität („Ich brauche keinen Mann!“) und innerer Einsamkeit.

Die Frage: „Was ist Liebe auf Augenhöhe?“ ist in meinen Augen wichtiger denn je.

Leider gibt die ZEIT keine Antwort darauf. Sondern nutzt es, schlimmer noch, als hohle Überschrift für eine boulewardpressewürdige Marginalie über das Privatleben eines Politikers aus der zweiten Reihe, gewürzt mit Platitüden über böse Männer und arme, treusorgende Frauen. Schäm’ dich, liebe ZEIT!

Ich werde auf diesen Artikel und ein paar in meinen Augen interessante und wichtige Aspekte jenseits seines Blickwinkels an anderer Stelle näher eingehen.

Hier möchte ich die Antwort geben, die die ZEIT dir und mir nach ihrer großen Ankündigung schuldig blieb:

Was ist denn nun Liebe auf Augenhöhe?

Liebe auf Augenhöhe funktioniert nicht.

In unserer Kultur herrscht bis heute ein technokratisches Welt- und Menschenbild vor. Wir sprechen davon, dass Menschen oder Beziehungen: „funktionieren“. Und wenn sie nicht mehr „funktionieren“, dann nennen wir sie: „kaputt“. Wir streben ständig nach „Kontrolle“ über unser Leben.

Doch unser Wahrnehmen, Fühlen und Entscheiden ist kein auf eine spezifische Funktion hin entwickeltes technisches Gerät. Ob uns das gefällt oder nicht: Alles, was wir sind, ist Biologie.

Biologie lässt sich nicht kontrollieren. Biologie funktioniert nicht. Biologie geht auch nicht kaputt. Biologie lebt. Biologie entwickelt und verändert sich. Selbst das Sterben ist auf biologischer Ebene kein Ende, sondern nur der Beginn einer radikalen Neustrukturierung. Ein biologisches System, das stirbt und zerfällt, dient doch in seinen Einzelteilen als Nahrung für andere Systeme weiterhin und unvermindert dem ewigen Prozess des Lebens.

Das, was du heute in deine Beziehungen einbringst, deine Wünsche, deine Annahmen, deine Haltung zu deinem Partner und zu Partnerschaft an sich, zu Treue, Verantwortung, zu Nehmen und Geben besteht zu großen Teilen aus Bruchstücken jener Beziehungen, die du vor dieser gelebt und erfahren hast.

Um die Perspektive dessen zu verstehen, was ich „Liebe auf Augenhöhe“ nenne, ist es überaus hilfreich, dass wir uns selbst, unsere Gefühle und Gedanken, unsere Beziehungen und Bedürfnisse als lebendige Systeme betrachten, die mit anderen lebendigen Systemen in Wechselwirkung und Austausch stehen.

Stabilität und Wandel

Ebenso wie die biologischen Systeme unserer Umwelt mäandrieren auch die Beziehungen, in denen wir leben, beständig zwischen Phasen der Stabilität und der Entwicklung hin und her. Die Zeiten der Stabilität vermitteln uns Sicherheit, Verbundenheit und Harmonie. Das finden wir gut.

Anders die Zeiten des Wandels, in denen etwas Neues entsteht. Damit dieses Neue entstehen kann, muss zuvor etwas Anderes weichen. Je nachdem, was dem Neuen Platz macht, kann diese Phase durchaus folgenschwer auf die gesamte Stabilität unserer Liebesbeziehung oder unseres Selbstbildes wirken.

Krisen laden uns ein, uns und unsere Beziehungen weiter zu entwickeln, neue Sichtweisen, Fähigkeiten oder Möglichkeiten auszuprobieren und vielleicht sogar als neue Kompetenz hinzu zu gewinnen. Da Krisen uns mit Ungewohntem konfrontieren, sind sie immer auch anstrengend und unbequem. Das ist kein Zeichen dafür, dass die Welt untergeht, sondern nur dafür, dass wir mit einer großen inneren Herausforderung konfrontiert sind.

Statt diesen Phasen allerdings mit wenn schon nicht Abenteuerlust, aber doch vielleicht immerhin ein bisschen Neugier zu begegnen, bezeichnen wir sie als „Katastrophe“, als „Problem“ und als „Störungen“ der Harmonie.

Wir haben nie gelernt, Disharmonie als kreativen Impuls zu begreifen: Daher glauben wir, unsere Beziehung wäre „kaputt“, wenn die Harmonie für einen Zeitraum auf wackeligen Füßen steht. Und derjenige Partner, der die Entwicklung angestoßen oder auch nur sichtbar gemacht hat, der ist an dieser Misere „Schuld“.

Diese Sicht ist natürlich verständlich, weil im Regelfall eben nicht beide Partner zur gleichen Zeit den Impuls zur Entwicklung verspüren, und wenn doch, dann nur selten noch dazu in dieselbe Richtung. Hierbei ist es unerheblich, um welche Art von partnerschaftlicher Entwicklung es geht.

Einer der beiden Partner sieht in der Veränderung direkte Vorteile für sich und bringt von daher naturgemäß eine große Bereitschaft mit ins Spiel. Der andere Partner hingegen sieht möglicherweise durch die Veränderung eigene Bedürfnisse oder Interessen in Gefahr. Oder er kann den Nutzen zwar durchaus sehen, aber der dazu erforderliche Aufwand erscheint ihm als zu hoch.

Lilith möchte die Welt bereisen. Adam aber fühlt sich wohl in dem heimischen Partadies. „Was willst du denn?!“, fragt Adam. „Wie haben hier doch alles!“

Julia hat Interesse an einem Job in einer anderen Stadt. Romeo aber möchte seine Freunde um sich haben. „Was verlangst du da von mir?“, fragt Romeo Julia.

Ben möchte gerne ein Kind. Hikaru aber würde gerne noch ein paar Jahre in der Sternenflotte Karriere machen. „Es ist doch nur für fünf Jahre“, versucht Hikaru Ben zu beruhigen.

Cleopatra möchte die Beziehung zu ihrem Geliebten vertiefen und ihn häufiger sehen. Cäsar fühlt dadurch in seinem Wert als Mann verletzt. Cleopatra ist frustriert: „Aber das hat doch mit dir und mir nichts zu tun!“

Die Rollenverteilung findet sich in der Regel leicht. Einer der Partner wird zum Zerstörer der Harmonie und der andere zum Verhinderer des Notwendigen oder Guten. Je nachdem, mit wessen Augen wir die Situation beleuchten.

Hierbei übersehen wir jedoch oft, dass: Wir uns zwar uneins darüber sind, wer Recht hat und wer Schuld ist. Aber offensichtlich sind wir uns einig darüber, dass es in dieser Sache durchaus um Recht und Schuld geht, und damit um einen Kampf zwischen GUT (Recht, richtig, ich!) und BÖSE (Schuld, falsch, du!).

Natürlich ist auch diese Sichtweise verständlich. Allerdings ist sie weder notwendig, noch besonders hilfreich. Genau genommen ist sie noch nicht einmal zwingend logisch.

Konkurrenz oder Kooperation?

Lange Zeit wurde uns beigebracht, der gnadenlose Wettbewerb sei das Grundprinzip der Evolution. Derjenige, der sich durchsetzt, überlebt. Und der andere stirbt aus. Agieren wir nicht allzu oft in unseren Beziehungskonflikten ganz genau so? Als ginge es um Gewinnen oder Verlieren, um richtig oder falsch, um gut oder böse, um dich oder mich?

Solche Szenarien kommen in der Natur durchaus vor. Ohne Frage. Allerdings sind sie gar nicht so häufig, wie viele von uns meinen. Hierfür ist es nämlich notwendig, dass eine Art ein neues Gebiet erreicht, in der ihre angestammte ökologische Nische bereits von einem anderen Zeitgenossen eingenommen ist.

Weitaus häufiger wirksam dagegen ist in der Natur das Prinzip der Kooperation. Eine neue Art entsteht zumeist in einer unbesetzten ökologischen Nische, in die sie sich im Laufe von Generationen immer weiter einfügt. Hierbei profitiert die neue von bereits vorhandenen Arten im System und schafft ihrerseits einen Nutzen für diese. Hieraus entstehen Synergieeffekte, die auf das System als Ganzes stabilisierend einwirken.

Konkurrenz in einem System dagegen führt zwangsläufig zu einer Destabilisierung und Disharmonisierung des Systems. Erst wenn die Konkurrenz beendet wurde, findet das System zu einer neuen Stabilität und Harmonie. Das gilt nicht nur für das Hochmoor, den Magerrasen und den Regenwald. Das gilt ebenso für jedes andere biologische System. Unter anderem unsere Beziehungen zu anderen Menschen. Auch und sogar unsere Beziehung zu uns selbst und unseren inneren Anteilen ist ein System und folgt diesem Prinzip:

Kooperation stabilisiert, Konkurrenz destabilisiert.

„Die Liebe ein seltsames Ding“…?!

Ein zweiter Denkfehler versteckt sich in unserer grundlegenden Sicht auf die Welt: Wir sprechen und denken über unsere Beziehungen, als wären dies Phänomene, die sich umfassend begreifen und beschreiben ließen. Wir sehen sie als „Dinge“, die man pflegen, strapazieren oder kaputt machen könnte.

Eine Beziehung aber ist kein „Ding“. Beziehungen sind etwas Lebendiges. Beziehungen entstehen im ersten nicht-marginalen Moment zwischen zwei Menschen. Von diesem Augenblick der Zeugung an entwickeln sie sich ständig weiter. Sie sind von Tag zu Tag ein kleines bisschen anders.

Selbst wenn wir uns für eine lange Zeit nicht persönlich begegnen, bedeutet das nicht, dass dadurch die Beziehung zwischen uns beendet wäre. Sie ist nur gerade nicht besonders intensiv. Selbst wenn ich dir zornig zurufe: „Es ist aus! Ich mache Schluss!“, ist das nicht das Ende der Beziehung zwischen uns. Denn in meinem Herzen hast du weiterhin einen Platz. Jeder Gedanke an dich löst Erinnerungen, Assoziationen und vielleicht sogar heftige Gefühle aus. Der Gedanke mag mir nicht behagen, aber so lange auch nur einer von uns beiden lebt, existiert eine Beziehung zwischen uns. „Trennung“ ist ein Mythos.

Von Kollegen über Freunde, dann Liebhaber und Liebespartner, schließlich Eltern, plötzlich Hassfeinde, und irgendwann doch wieder Freunde, dicker als je zuvor. All dies sind mögliche Gesichter einer Beziehung im Laufe ihres Lebens. Und wer weiß? Vielleicht ist die Geschichte noch gar nicht zuende.

Darüber hinaus ist unsere Beziehung in ihrem Entwicklungsprozess in Kontakt mit anderen Systemen ihrer Umwelt. Mit diesen stehen nicht nur die beiden real existierenden Personen, sondern auch die Beziehung in Kontakt, Austausch und Wechselwirkung.

Und so erkennen wir ein und dasselbe Phänomen (uns selbst, den Anderen, unsere Beziehung) Schritt für Schritt zunächst als „Ding“, dann als „Prozess“ und schließlich als lebendiges „Feld“. Diejenigen, denen es darüber hinaus gelingt, ihre gemeinsame Entwicklung mit offenen Augen zu beobachten und gemeinsam und bewusst darauf einzuwirken, bereichern ihre Beziehung um eine weitere Dimension. Eine solche, bewusste, Beziehung entwickelt sich vom zweidimensionalen „Feld“ schließlich zum dreidimensiionalen „Raum“.

Wir, die wir das Feld oder den Raum unserer „Beziehung“ miteinander gestalten, wirken durch unser Tun und Lassen unablässig darauf ein. Wir formen und gestalten unsere Beziehungen mit jedem Gedanken, mit jedem Wort und jeder Tat. Das können wir unbewusst tun. Das spart auf jeden Fall eine Menge Energie und Aufmerksamkeit.

Allerdings können wir es auch bewusst tun. Das kostet zwar immer wieder Energie und Aufmerksamkeit. Allerdings sind in diesem Falle die Chancen bedeutend höher, dass wir unseren Weg in eine Richtung lenken, die uns unseren Bedürfnissen und Wünschen, unseren Fähigkeiten und Potenzialen näher bringt.

Liebe auf Augenhöhe beruht auf sieben essenziellen Entscheidungen.

Die Entscheidung zur Bewusstheit ist die erste und folgenreichste unter ihnen.

Die 7 großen Entscheidungen in der Liebe

01. Entscheidung: Liebe auf Augenhöhe ist bewusst.

„Augenhöhe“ bedeutet: Ich als ganzer Mensch begegne dir mit allem, was du bist. Dazu ist es nochvollziehbarerweise notwendig, dass wir zunächst einmal wissen, wer wir selbst eigentlich sind. Und das auf einer tieferen Ebene als Name, Geburtstag, Hobbies und Beruf.

Bewusstheit bedeutet zu allererst: nach innen schauen. Das erfordert Entschlossenheit und Mut. Denn nicht alles, was wir dort sehen, wird uns auf Anhieb gut gefallen. Ein jeder und eine jede von uns beherbergt in sich Widersprüche, Abgründe und Dämonen, die Ängste schüren und allzu oft gehöriges Unheil stiften.

Auch wir selbst, unser „Ich“, ist kein Ding, das sich mit wenigen Worten klar umschreiben lässt. Es hat eine Geschichte, einen Entwicklungsweg. Darum ist es ein „Prozess“. Darüber hinaus steht es in Beziehungen und in Austausch mit anderen Menschen und seiner Umwelt. Wir formen unsere Umwelt. Und unsere Umwelt formt uns. Wir sind ein „Feld“. Manche von uns, die den Weg der Bewusstheit bereits seit einer Weile gehen, erfahren sich selbst möglicherweise sogar als „Raum“.

Bewusstheit bedeutet, sich selbst wirklich zu kennen: Unsere Bedürfnisse und unsere Wünsche. Unsere verinnerlichten Reiz-Reaktions-Muster und unsere inneren Widersprüche.

Erst wenn wir gelernt haben, die eigenen Abgründe, Dämonen und Bedürfnisse furchtlos und liebevoll anzuschauen, sind wir auch in der Lage, einen anderen Menschen wirklich, mit all seinen Eigenarten, in Liebe so anzunehmen, wie er (gerade) ist.

Bewusstheit bedeutet auch, zu wissen, was mir gut tut und mir hilft, meine Energien aufzuladen. Und es bedeutet, zu wissen, dass jeder von uns immer wieder seine Energien aufaden muss. Und dass wir dafür vielleicht unterschiedliche Wege haben.

Bewusstheit bedeutet, zu wissen, was meine wichtigsten Bedürfnisse sind, und wie ich diese nähren kann. Erst wenn ich meine entscheidenden Bedürfnisse kenne, kann ich diese auch äußern. Erst wenn ich sie äußere, hat mein Partner eine Chance, sie mir bewusst zu erfüllen.

Bewusstheit bedeutet auch, zu wissen, dass deine essenziellen Bedürfnisse möglicherweise ganz andere sind. Und nur du wissen kannst, was dir gut tut und dich nährt.

Und so kommen wir zur der zweiten großen Entscheidung:

Der Entscheidung zur Aufrichtigkeit.

02. Entscheidung: Liebe auf Augenhöhe ist aufrichtig.

Wenn ich glaube, ich muss dir etwas vortäuschen, um von dir geliebt zu werden, dann sollte ich mir vielleicht die Frage stellen, ob ich mit dieser Strategie jemals wirklich glücklich werde. Falls die Antwort kein klares „Ja!“ ist, könnte es eine gute Idee sein, die bisherige Strategie oder vielleicht sogar unsere Beziehung an sich gründlich zu überdenken.

Ich zeige mich dir mit allem, was ich bin. Ich zeige dir meine Abgründe und Dämonen ebenso wie meine Sehnsüchte und Träume. Ebenso bin ich gewillt und in der Lage, dich in all dem zu sehen und anzunehmen, was du bist, was du fühlst und was du wünscht.

Vielleicht rebellieren meine inneren Kinder, wenn du sprichst. Doch je bewusster ich werde, desto mehr werde ich zum Hüter meiner inneren Welt. Je besser ich meine Schatten und Dämonen kenne, desto leichter wird es mir fallen, auch den deinen in die Augen zu sehen. Bis sie zwinkern. Und ich weiß: sie werden zwinkern.

Aufrichtig zu sein bedeutet auch: Wenn ich dir mein Wort gebe, dann stehe ich zu meinem Wort. Wenn ich nicht zu meinem Wort stehen kann, dann teile ich dir das mit. Alles Andere ist Täuschung. Täuschung bedeutet Manipuliation. Die Strategien der Täuschung und der Manipulation sind weit verbreitet. Mit einer Partnerschaft auf Augenhöhe jedoch sind diese Strategien nicht kompatibel.

Die dritte Entscheidung ist die Entscheidung zur Kooperation.

03. Entscheidung: Liebe auf Augenhöhe ist kooperativ.

Ich gehe diese Liebe mit dir ein, weil ich mit dir einen gemeinsamen Entwicklungsweg beschreiten will, der mein Glück und dein Glück gleichermaßen mehrt. Darum werde ich dir in deiner Entwicklung dienen, selbst wenn ich manche deiner Wünsche vielleicht nicht verstehe. Ich will dich, so gut ich es kann, auf deinem Weg unterstützen, damit du wächst, gedeihst und blühst und dadurch immer schöner, kraftvoller und leuchtender wirst.

Ebenso werde ich den Weg meiner Entfaltung und Entwicklung weiter beschreiten. Damit ich selbst wachse, gedeihe und blühe. Ich wünsche mir dein Wohlwollen und deine Unterstützung dabei.

Augenhöhe kennt nicht das Prinzip von Befehl und Gehorsam. Augenhöhe kennt die Prinzipien des Wünschens, des Verhandelns und des Schenkens. Kooperation basiert auf Freiwilligkeit und Partnerschaftlichkeit. Jede Machtdemonstration und jedes Drohgebärden wirkt daher ebenso zersetzend wie jedes Flüchten und sich Entziehen.

Die Entschlossenheit zur Kooperation zeigt sich im Konflikt. Während kontrahierende Partner versuchen werden, den jeweils anderen Partner zu besiegen (durch Überredung, Bestechung, Drohung, Missachtung und andere Mittel …), werden kooperative Partner nach einer Lösung Ausschau halten, die die Interessen und Bedürfnisse beider Partner bestmöglich berücksichtigt und integriert.

Eine kooperative, gemeinsame Lösung für einen offene Fragestellung in der Liebe zu finden, ist nicht immer einfach. Deratige Lösungen zeigen sich nämlich in aller Regel nicht gerade zu Beginn eines partnerschaftlichen Konflikts. Die hieraus entstehende Spannung auszuhalten, ist etwas, das viele von uns nie gelernt haben. Darum braucht Liebe auf Augenhöhe immer wieder: Mut.

04. Entscheidung: Liebe auf Augenhöhe ist mutig.

Die meisten von uns haben weder in ihrem Elternhaus noch in der Schule gelernt, besonders bewusst, aufrichtig oder kooperativ zu agieren.

Mich einem anderen Menschen zu zeigen, wie ich bin, setzt mich der Gefahr aus, dass diesem Menschen das, was er sieht, vielleicht nicht gefällt. Vielleicht gibt es Dinge, die ich an mir selbst nicht mag. Vielleicht schäme ich mich für Teile meiner Selbst und möchte sie dir am allerliebsten ganz und gar nicht zeigen. Es trotzdem zu tun, braucht Mut.

Dir einen Wunsch zu äußern, setzt mich der Gefahr aus, dass du „Nein!“ sagen könntest. Vielleicht habe ich das in meiner Geschichte oft erlebt. Vielleicht hat mir das oft weh getan. Im Angesicht dieser alten Erfahrungen dennoch zu wünschen, braucht Mut.

Jedes Wachstum, jede Entwicklung bedeutet immer auch ein Risiko. Das braucht Mut.

Kooperativ zu bleiben, auch wenn Ärger im Raum ist, ist leicher, wenn wir unseren eigenen Ärger tief durchdrungen haben. Trotzdem braucht es immer wieder: Mut.

Die fünfte Entscheidung ist die Entscheidung zur Entschlossenheit.

05. Entscheidung: Liebe auf Augenhöhe ist entschlossen.

Ich will es nicht beschönigen: All das, was hier beschrieben ist, nicht nur als prinzipiell richtig („aber…“) abzunicken, sondern bewusst und konsequent zu leben, ist anstrengend. Immer wieder.

Das braucht Entschlossenheit. Immer wieder.

Und es braucht Loyalität. Nicht die Loyalität eines Hundes oder Soldaten, der erzogen wurde, willenlos zu gehorchen. Sondern die Loyalität eines erwachsenen, bewussten Menschen, der sich entschieden hat und zu dieser Entscheidung steht. Nicht die Loyalität unserem Liebespartner gegenüber, sondern die Loyalität gegenüber der Beziehung zwischen uns, die zu gleichen Teilen von uns beiden und unserem Commitment geformt und getragen wird.

Irgendwann, wenn sich die ersten Früchte zeigen (Mehr Tiefe, mehr Vertrauen, mehr Leichtigkeit, mehr Lust), wird es leichter. Viel leichter sogar. Augenhöhe ist, wie alles andere, das wir in unserem Leben gelernt haben oder lernen können auch, eine Frage des Trainings.Irgendwann wird das, was zu Beginn noch schwierig war, selbstverständlich und leicht. Bis dahin ist es allerdings wahrscheinlich ein kleines Stück Weg. Und dieser wird nicht durchgehend ein bequemer und fröhlicher Spaziergang sein.

Damit uns dieser Weg weiterhin lockt, braucht es die Qualität der Lust.

Auch das Ja zur Lust basiert auf einer Entscheidung.

06. Entscheidung: Liebe auf Augenhöhe ist lustvoll.

Es wird schwer sein, einen Anderen oder mich selbst zu einem Weg wie dem hier beschriebenen zu motivieren, wenn der Nutzen daraus den notwendigen Aufwand nicht um Längen überwiegt.

Darum ist Liebe auf Augenhöhe unverschämt lustvoll. Oder sie ist nicht von langer Dauer.

Eine wichtige Kennzahl der Liebe ist die Gottman-Konstante. In Kurzform schlicht: „5:1“. Die Langfassung: Jedes unangenehme Gefühl, das wir mit einem anderen Menschen in Verbindung bringen, wird aufgewogen oder überwogen durch fünf positive Gefühle gleicher Stärke in Bezug auf dieselbe Person.

Dass Beziehung manchmal unbequem und anstrengend ist, vor allem in Situationen, in denen wir mit uns selbst (!) nicht klar sind, lässt sich nicht verhindern. Wir werden immer wieder unterschiedliche Bedürfnisse, Wünsche oder Vorstellungen haben, die im ersten Anlauf miteinander zu kollidieren scheinen. Wir werden immer wieder unangenehme Gefühle fühlen in Bezug aufeinander. Je besser wir uns selbst kennen lernen, desto weniger und vor allem weniger schlimm werden diese Gefühle sein. Doch Ärger bleibt Ärger und Angst bleibt Angst, ganz egal, wie erleuchtet wir auch sind.

Was wir aber unvermindert in der Hand haben, ist wie viel Freude und Lust wir uns selbst und unserem Partner gönnen. Wie viel Wonne und Geborgenheit. Wie viel Inspiration und Erfüllung. Wie viel Leidenschaft und Spaß. Wie viel Ekstase. Wie viel Tiefe. Wie viel Glück.

Es gibt unzählige Arten und Weisen, einem Menschen, den man liebt, das Leben zu versüßen. Manche finden in der Küche statt, manche im Schlafzimmer und manche unterwegs.

Wenn es also Spaß machen könnte, keinem weh tut und höchstwahrscheinlich nicht gefährlich ist, dann probieren wir es doch, zum Teufel, einfach aus!

Nach all den hochtrabenden und bedeutsamen Entscheidungen, die wir vielleicht nun getroffen haben, bleibt nur noch eine letzte Entscheidung offen. Eine, die uns aus den erhabenen Gefilden der Psychologie und Philosophie zurückholt auf die Erde, aus der wir geformt und geboren sind.

Die letzte Entscheidung wurzelt in unserem Bekenntnis zur eigenen Unvollkommenheit und Menschlichkeit. Die letzte Entscheidung ist die Entscheidung zum Pragmatismus.

07. Entscheidung: Liebe auf Augenhöhe ist pragmatisch.

Da ich keine Gedanken lesen kann, und weiß, dass auch du keine Gedanken lesen kannst, weiß ich um die Wichtigkeit regelmäßiger Gespräche über das, was dich und mich innerlich beschäftigt und berührt. Für diese Gespräche werde ich eintreten.

Da ich selbst Fehler mache und es vorkommen kann, dass ich Regeln unbedacht (oder vielleicht sogar sehenden Auges) breche, erlaube ich auch dir, Fehler zu machen oder dein Wort zu brechen. Sollte ich mein Wort brechen, werde ich dir das freiwillig von mir aus mitteilen. Alles andere wäre würdelos. Und ich möchte kein würdeloser Partner sein. Dir nicht, mir nicht und niemandem sonst.

Wenn ein Versprechen notwendig ist, dann gebe ich nicht dir, sondern mir ein Versprechen. Dadurch stelle ich sicher, dass ich dieses Versprechen auch tatsächlich halten kann. Ein Versprechen zu geben, von dem ich auch nur ahne, dass ich es nicht werde halten können, führt mit großer Wahrscheinlichkeit später zu Leid oder Frust bei dir oder mir. Ich kann dieses Ungemach vermeiden, indem ich nur das zusage, von dem ich weiß, dass ich es halten kann und halten will. Auch dies nicht zuletzt im Namen meiner eigenen Würde.

Wenn mein Vergeben notwendig ist, werde ich mein Bestes tun, um schnell zu vergeben. Wenn dein Vergeben notwendig ist, werde ich mein Bestes tun, um dir dein Vergeben so leicht wie möglich zu machen.

Es gibt Situationen, die sind so komplex, so verfahren oder so schmerzhaft, dass sie zu groß sind für zwei Herzen miteinander allein. In solchen Situationen nehmen wir Hilfe an. Das kann die Hilfe eines Freundes sein, eines Familienmitgliedes oder eines Coaches oder Therapeuten. Je nach Umständen, Möglichkeiten oder Vorlieben.

All dies klar vor Augen habend, bin ich mir bewusst, dass ein solcher Weg von uns beiden viel verlangt. Es kann sein, dass du — aus welchen Gründen auch immer — nicht bereit oder nicht gewillt bist, den Weg der Augenhöhe mit mir zu gehen. In diesem Falle bleibt nur zu hoffen, dass wir diese Erkenntnis lieber früher als später gewinnen. Um uns freizugeben, einander und uns selbst, damit jeder von uns die Form der Liebe und Partnerschaft erlangen kann, die ihn oder sie von ganzem Herzen bereichert, erfüllt und nährt.

Liebe auf Augenhöhe ist ein Spiel für zwei!

Liebe auf Augenhöhe ist ein Abenteuer, denn sie konfrontiert uns immer wieder mit einander und uns selbst. Sie basiert nicht auf Versprechungen oder Schwüren, sondern auf dem Prinzip des „Commitments“.

„Commitment“ bedeutet: Nicht dem Anderen, sondern selbst das Wort zu geben.

Nicht dir, sondern mir verspreche ich, dass ich mit dir und unserer Beziehung auf eine ganz bestimmte Weise umgehen werde. Nicht vor dir, sondern vor mir selbst stehe ich gerade dafür, ob ich mein Bestes gegeben habe dafür, dass du und ich und unsere Liebe wachsen, gedeihen und blühen können.

Dir allerdings gebe ich das Recht und meinen Segen dafür, mich an diesem Wort, das ich mir selbst gebe, zu messen. Nicht, damit du mich strafen kannst. Sondern dafür, dass du mich darauf hinweisen kannst, wenn ich möglicherweise vom Weg abgekommen bin, ohne es zu merken.

Es wird aber auch deutlich, dass eine Form von Beziehung wie die, von der dieser Artikel spricht, nur dann gelingen kann, wenn beide Partner dieselben Entscheidungen getroffen haben und sich selbst (!) das Wort dafür gegeben haben, für diese Beziehung ihr Bestes zu geben.

Wenn ich mich für den Weg der Bewusstheit und Aufrichtigkeit entscheide, du dich aber nicht, dann werden meine Bewusstheit und Aufrichtigkeit nicht ausreichen, um uns auf Kurs zu halten.

Wenn du den Raum der Wonne und Lust für uns öffnen und weiten willst, ich aber nicht, dann wird dein Bekenntnis zur Lust allein nicht ausreichen, um unsere gemeinsame Wonne und Lust zu mehren.

Wenn nur einer von uns dem Pfad der Kooperation folgt, der Andere bleibt jedoch gefangen in Konkurrenz, dann wird die Kooperation zwischen uns immer nur auf einem Bein stehen. In unseren sonnigen Tagen mag das reichen. Im Sturm jedoch steht niemand auf Dauer stabil auf einem Bein.

Die Liebe auf Augenhöhe ist ein Spiel für zwei.

Zwar wird immer einer oder eine von uns ein kleines bisschen mehr für die eine oder für die andere Entscheidung eintreten. Das ist normal, und das ist gesund. Dieser oder diese eine bahnt den Weg durch manches Gestrüpp, und der oder die Andere folgt nach. Wenn aber grundsätzlich nur einer von uns diesen Pfad in eine neue Dimension von Partnerschaft gehen will und der andere nicht, dann werden wir diesen Weg miteinander nicht gehen können. Zumindest nicht in Richtung eines gemeinsamen Ziels, das uns beide glücklich macht.

Jenseits der einen großen Liebe

Die Prinzipien und Entscheidungen zur Augenhöhe können unsere Liebesbeziehungen auf eine neue Ebene der Partnerschaft, der Verbundenheit und Tiefe heben. Das gilt nicht für die Ehe oder langjährige feste Partnerschaften. Das gilt auch für jede andere Beziehung mit einem Menschen, in der Tiefe und Vertrauen eine große Rolle spielen, von der besten Freundin über unsere Familienmitglieder bis zum One-Night-Stand.

Das Element der Augenhöhe transformiert jede bedeutsame Beziehung, die wir mit einem anderen Menschen führen.

Das kann herausfordernd sein. Nein, es wird herausfordernd sein. Immer wieder. Doch das, was dadurch möglich wird im Raum zwischen dir und mir, wenn wir erst gelernt haben, die Spannung des Nichtwissens und Nichtkontrollierens zu halten, wird uns beide und unsere Beziehung auf eine neue Ebene des Miteinanders heben.

Zusammenfassung

Liebe auf Augenhöhe ist ein Abenteuer und für die meisten von uns relatives Neuland. Das bedeutet, sie ist nicht immer bequem, von Zeit zu Zeit höchstwahrscheinlich vielleicht sogar ein wenig oder ganz schön anstrengend.

Aber: Sind das nicht alle anderen Arten, Liebe und Partnerschaft zu leben, ganz genauso?

Wie viele von uns leben in einer Liebespartnerschaft, die sie als erfüllend und glücklich erleben? Wie viele von uns erleben einander und ihre Beziehung als wachsend, sich entwickelnd, immer kraftvoller und strahlender werdend?

All das hat seinen Preis. Aber es ist möglich. Vund vertraue mir hier: Den Preis, den dieser Weg kostet, ist er mehr als wert.

Sieben essenzielle Entscheidungen sind es, die wir hierfür zu fällen haben:

01 Die Entscheidung zur Bewusstheit. Sie kann aufwühlend sein, aber sie ist der Schlüssel zur Wahrheit.

02 Die Entscheidung zur Aufrichtigkeit. Sie macht verletztlich, aber sie ist der einzige Weg zu wahrhaftiger Begegnung.

03 Die Entscheidung zur Kooperation. Kooperation erzeugt Stabilität.

04 Die Entscheidung zum Mut. Weil wir mit einander und uns selbst immer wieder an Grenzen kommen und mancher Weg erst hinter diesen Grenzen weiter geht. Für den Schritt ins Risiko braucht es immer wieder Mut.

05 Die Entscheidung zur Entschlossenheit. Vor allem am Anfang. Aber doch immer wieder.

06 Die Entscheidung zur Lust. Wenn wir so viel von uns in etwas hineingeben, dann finde ich, sollte es auch Spaß machen. Sonst verlieren wir nämlich schnell: die Lust.

07 Die Entscheidung zum Pragmatismus. Weil wir alle nur Menschen sind. Unvollkommen und wunderbar.

Kein Mensch hat je behauptet, dass die Liebe einfach wäre.

Kein Mensch hat je behauptet, dass das Leben einfach wäre.

Abenteuer sind nämlich niemals einfach.

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Die Einladung — Oriah Mountain Dreamer

März 18th, 2017|0 Comments

Die Liebe wühlt uns auf. Sie konfrontiert uns. Mit Ängsten, mit Selbstzweifeln und Scham. In all dem jedoch fordert sie uns heraus. Sie fordert uns auf, unsere Mauern und Schleier fallen zu lassen, damit wir […]


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