Guter Pfennig – schlechter Pfennig [Notiz]

Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert.

So sagt man.

Wer den Pfennig nicht ehrt, wird nie ein Dagobert.

So sagt es ein guter Freund.

Moralisch gesehen stimme ich beiden Aussagen zu. Man sollte kein Geld verschwenden. Aber darüber hinaus ist das viel zu unscharf formuliert.

Im schlimmsten Fall ist man nur damit beschäftigt das Kleingeld aufzuheben aber nicht die Walze zu sehen die auf einen zurollt – um mit Taleb zu sprechen.

Ein Pfennig ist umso wichtiger, je mehr Informationen er in sich trägt.

Ein Pfennig, der auf dem Bahnsteig liegt, hat kaum Informationen. Außer vielleicht, dass jemand ihn vermutlich dort verloren haben könnte.

Ein Pfennig, der mir für ein noch zu entwickelndes Produkt bezahlt wird, hat eine wertvolle Information: Jemand hat soviel Interesse an dem Produkt, dass sie bereit ist Geld dafür zu bezahlen. Möglicherweise kann das ein erfolgreiches Produkt werden.

Also ist nicht jeder Pfennig eine Ehre wert. Würde ich danach gehen, dann passiert mir das mit der Walze.

Einen Pfennig, der auf dem Bahnsteig liegt, hebe ich dennoch auf…