Dialogisches Lernen

Das ‘dialogische Lernen’ ist für mich aus 2 wesentlichen Gründen absolut zentral. 1. bin ich Musiker (der ausschliesslich Schulmusik unterrichtet) und 2. habe ich sehr viel Zeit (da ich nur 50% unterrichte und 6 mal eine volle Stunde pro Woche im Zug sitze).

Wenn meine SuS während der letzten Wochen ihre Kurzreferate geschrieben haben, will ich nicht jetzt die (meinerseits) unreflektierten Resultate vor mir, sondern mich während des Prozesses eingemischt haben. Ich will mitreden bezw. mitschreiben, will da-rauf hinweisen und dort-hin lenken. Ich will, dass sie gute Referate geschrieben haben. Nicht, was ich für gut befunden habe, sondern was gut ist. Und gut ist das Resultat eines Dialogs, einer kollaborativen Leistung.

Ich erhebe den Anspruch, dass Lernen überall statt findet / stattfinden kann. Ich will meinen Unterricht nicht auf meine Unterrichtszeit beschränken.

Ob iPhone oder Galaxy hat mich noch nie interessiert. Was mich einzig interessiert ist, dass — am praktischen Beispiel der genannten Kurzreferate — meine SuS dort schreiben, wo ich mich einmischen, wo ich mitschreiben und mitreden (etwa in Evernote) kann. Wenn am Schluss die SuS ihre Referate auch präsentieren, tun sie dies entweder mit ihrem oder mit meinem PC (Personal Computer). Wobei ich hier festehalten will, dass ich meinen PC längst nicht mehr als “meinen PC” betrachte. Ich will mit jedem Computer jederzeit und überall meine Informationen bei mir haben.

Eine grosse Herausforderung ist und bleibt das dialogische (webbasierte) Lernen mit den SuS. Sie haben 6 Schuljahre, aber keinerlei Erfahrungen in dieser Hinsicht hinter sich. Sie wollen “es” zuerst immer so machen, wie sie “es immer gemacht haben”. Das heisst im Fall der Referate: von Hand schreiben, eine schöne Zeichnung dazu machen, das Blatt dem Lehrer abgeben und eine möglichst gute Note erhalten — und das ist sehr sehr weit weg von meinem Lernverständnis.