Nur wenn es unmöglich scheint, lohnt es sich weiterzumachen

Für die meisten Menschen ist es unheimlich schwer geworden, sich über längere Zeit intensiv mit etwas zu beschäftigen. Damit meine ich nicht, dass man sich einen ganzen Samstagnachmittag mit dem Tablet auf der Couch bei ebay aufhält und tausende von Auktionen für Bluetooth Kopfhörer vergleicht. Das ist leicht. Ich meine etwas das wehtut, wobei man die Augen verdreht wenn man nur drüber nachdenkt. Etwas, worüber die meisten gar nicht erst nachdenken wollen.

Es ist so einfach geworden, sich kurzzeitig wohl zu fühlen. Schnell mal eben die Facebook App öffnen und durch die Timeline browsen. Ein gutes Gefühl. so gut, dass man es den ganzen Tag, alle paar Minuten machen möchte.

Es fühlt sich gut an, das sauer verdiente Geld für nutzlosen Krempel auszugeben und so jeden Raum der Wohnung bis zum Rand zu füllen. Das ist so befriedigend, dass man es immer und immer wieder tut. Schließlich will man sich ja was leisten für sein Geld.

Wenn man abends im Bett liegt gibt es nichts schöneres, als sich auszumalen wie toll es wäre, wenn man endlich mal die Idee für ein Buch wieder aufgreifen würde, die man vor zehn Jahren während des Spanien Urlaubs mal hatte. Diese Vorstellung ist so befriedigend, dass es meistens dabei bleibt.

Denn wenn man sich wirklich einmal hinsetzt … abends … für eine Stunde, dann ist da diese Mauer. Sie ist verdammt stabil gebaut und richtig hoch. Diese Mauer bremst dich immer und immer wieder aus. Du kommst einfach nicht hinüber und lenkst dich genau jetzt mit etwas nettem ab, das dich schnell aber nur kurzzeitig belohnt.

Wenn etwas richtig schwer wird, gibst Du auf? Oder quälst Du Dich durch und freust Dich auf das gute Gefühl danach und Deinen eventuellen Erfolg?

Alles, was sich wirklich lohnt anzupacken macht am Anfang keinen Spaß. Alles, was sich lohnt anzupacken verlangt Hingabe und Schweiß. Und das fühlt sich meistens nicht so gut an. Und genau hier liegt das Problem. Jeder fühlt sich gerne wohl und genau das wird uns ja auch ständig eingeredet. “Lebe für den Moment”, “Lieb’ Dich wie Du bist” und “Arbeite nicht zu hart” sind Floskeln, die man ständig an den Kopf geworfen bekommt.

Die meisten geben einfach auf, wenn es hart wird und das zieht sich durch alle Lebensbereiche. Wir arbeiten in mittelmäßigen Jobs, unsere Ehen werden immer schneller geschieden und wir träumen nur von einer Zukunft, die nie eintreten wird.