Appell aus dem All

Der Astronaut und Unicef-Botschafter Alexander Gerst rief am Weltflüchtlingstag (20. Juni) zur Solidarität mit schutzsuchenden Kindern auf. In der Aktion “Träume sind grenzenlos” lädt er ein, die eigenen Träume mit denen von geflüchteten Kindern aus aller Welt zu vergleichen. Die Unterschiede sind nicht groß: Wir wollen alle glücklich sein!

Bild: Michael Mayer, Earth, flickr

Abstand nehmen und auf die Welt schauen. Im Exerzitienbuch des Heiligen Ignatius ist das eine Meditation: “Die drei göttlichen Personen sehen auf ihrem königlichen Sitz, wie sie das ganze Angesicht oder die Rundung der Erde und alle Völker schauen: in so großer Blindheit und wie sie sterben und zur Hölle hinabsteigen.” (Nr. 106)

Abstand nehmen und klarer sehen, denn was derzeit auf Erden geschieht, schreit zum Himmel! Man muss seine eigenen Interessen schon sehr nahe vor Augen haben, wenn man es nicht sehen will: Vor Gott ist mein deutscher Pass kein Argument, für ein größeres Stück vom Kuchen; vor Gott zählen meine Lebensträume nicht mehr als die eines Kindes aus Mexiko.

Ignatius weiß um ein Happy End: Die ganze Misere schreit nach Menschwerdung! Dahin zielt die Meditation: Die Rettung der Welt durch göttliche Menschwerdung. Gott wird Mensch, um uns zu zeigen, wie wahrhaftiges Menschsein geht.

Menschlichkeit, haben wir was gelernt? Setzen wir nationale Interessen wieder über Menschlichkeit? Wollen wir wieder Mauern bauen? Es ist mir alles andere als egal, all das bekümmert mich sehr!

Eine Stelle aus dem Alten Testament kommt mir in den Sinn: 
“Gewogen und für zu leicht befunden”, das hat der Finger Gottes schon einmal an eine Mauer geschrieben, bevor diese mit dem ganzem dazu gehörigen Königreich in sich zusammenbrach. (vgl. Daniel 5)