Kreuz

“Ach, der Kreuzzugsprediger!” Die meisten sind auf meinen Namenspatron, den heiligen Bernhard von Clairvaux, nicht gut zu sprechen. Stimmt, der heilige Bernhard hat das Kreuz gepredigt. Ob Vergangenheit oder Gegenwart: Mit Blick auf das Kreuz scheint mehr schief zu gehen, als zu gelingen!

Selbst für Gott war das Kreuz Plan B. Plan A wurde ihm im wahrsten Sinne des Wortes durchkreuzt. Der Messias war als Heilsbringer gedacht, nicht als Märtyrer. Welchen inneren Kampf muss Jesu vor seinem Kreuzweg ausgefochten haben, ob er noch im Sinne Gottes predigt und handelt?!

Bild: SJ-Bild, Herz-Jesu München

Gott lässt sich seine Heilspläne nicht einfach so durchkreuzen. Die Auferstehung Jesu ist göttliche Beglaubigung: “Kein Jota war falsch!” Ein Kreuz ist für mich ein Mahn-, nicht ein Machtzeichen. Es mahnt mich, Jesu Gesinnung, seine Menschlichkeit zu meiner Kultur werden zu lassen.

Ein Kreuz mahnt mich, kultiviert miteinander umzugehen. Einen Nagel in die Wand zu schlagen, das ist eine relativ bescheidene Kulturleistung. Es sind ein paar Hammersätze Jesu, die ich im Hinterkopf habe, damit ich den Nagel auch wirklich auf den Kopf treffe: 
“An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen” (Mt 7,16). “Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan” (Mt 25,45).