3 Pinguine an einem Felsenhang schauen suchend in die Gegend
Photo by Wolfgang Hasselmann on Unsplash

Vor einigen Tagen gab es in unserer Pfarrei ein Treffen der pastoralen Mitarbeiter. Man bedauerte allgemein sehr, dass es keine Gottesdienste für die Gemeinden gäbe und hoffte auf eine baldige Öffnung der Kirchen für Gottesdienste durch den Staat. Der Prozess läuft noch. Der erste Gottesdienst nach dem Lockdown sollte der Sonntag vom Guten Hirten sein. Das, so war die einhellige Meinung, sei ein schönes, tröstendes Bild für einen Neuanfang.

Nun gehört es zu meinen neuen Gewohnheiten, den Predigttext der evangelischen Kirche in Leichte Sprache zu bringen. Dazu informiere ich mich hier: https://www.kirchenjahr-evangelisch.de/article.php#869 Die Texte und Bilder und die ganze Aufteilung…


Beinah hätte ich ein wunderbares Gedicht verpasst. Aber glücklicherweise hat ein Kollege (!) dazu aufgefordert, ihm Frauenbeiträge zu Ostern zu schicken. Es gäbe ja nur die Stellungnahmen und Predigten der Bischöfe. Ja, was? Ist das wirklich so? Ab in die Suchmaschine mit

Frauen, Ostern, 2020, femistisch, Feministinnen, … was einer halt so einfällt.

Als Erstes gibt mir die Suchmaschine Tipps für Grußkarten. Was Frauen halt so wünschen. Andere Suchmaschine nehmen. Auch nicht besser. Mir werden Frauen aus Osteuropa angeboten. Hilft alles nix, muss ich halt direkt die Frauen aufrufen, die unsereins hört, liest und bedenkt, als da wären

Christiane Florin


mit Brille, Handy und Stock

Als wir noch klein waren, verbrachten wir den Urlaub mit unseren Eltern in den Bergen. Zu Beginn unserer Touren suchten wir im Unterholz nach einem brauchbaren Knüppel, einem Wanderstock. Wir hatten einen Stock für jede Person, jeder Stock war anders. Am Ende der Wanderung warfen wir ihn zurück in den Wald. Wir konnten uns an ihm stützen, mit ihm in die Ferne zeigen, ihn fest greifen. Für die Wanderung gehörte der Stock mir. Danach vergaß ich ihn. Es war der Stock dieser einen Wanderung.

Meine Brille brauchte ich eines Tages für immer. Nur nachts setze…


Fragen Sie Menschen mit Behinderung

Vorne: Mann und Frau im Gespräch, sitzend, lächelnd. Im Hintergrund ein italienischer Palast, schlicht. Am Fluß.
Photo by Mael BALLAND on Unsplash

“Was will der trinken?” — Der Klassiker unter den öffentlichen Dialogen. Aber es geht auch anders. Alles, was nicht aussieht wie griechische Tragödie, muss nicht automatisch dumm sein. Und nicht jeder, der den körperlichen Idealen der Gesundheitsbehörde entspricht, ist dumm. Aber die Mehrheitsgesellschaft ist dumm, solange sie aus Gründen Einweggeschirr nutzt (“Was sollen wir denn machen? Willst du etwa spülen?”).

Interesse ist gut

Glauben Sie mir. Ich habe es selbst getestet. Von ganz alleine. Das hat es einfacher gemacht, als wenn ich es hätte lernen müssen. Das Leben ist einfach interessant. Ich schaue beim Busfahren aus dem Fenster…


Fragen Sie also nicht mich

Frau mit zusammengelegten Händen und geschlossenen Augen vor weiß-grauer Wand. #focussieren

In der Umstrukturierung seelsorglichen Handelns bemühen sich pastorale Mitarbeitende um Kommunikation auf Augenhöhe. Das gilt insbesondere in der Behindertenseelsorge. Wir verstehen uns als Partner oder Begleitende, aber nicht länger als Serviceunternehmen oder Belehrende, wenn wir mit Menschen mit Behinderung zu tun haben.

Blinde Menschen sind ein blinder Fleck in unserer Pfarrei. Sie sind augenscheinlich nicht vorhanden. Das kann nicht sein. Aber so sind wir nun mal. Die Bahn lässt den Ausstieg mit “links” oder “rechts” ansagen, ohne vorher gezählt zu haben, wie viele blinde Menschen Zug fahren. Behindertenverbände wenden sich mit ihren Anliegen an die Bahn und werden ernst genommen…


Bis zum Tod.

Photo by Daniel van den Berg on Unsplash

Herr L. und ich gehen zur Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung. Es brauchte seine Zeit, bis er überzeugt war, dass der Aufwand sich lohnt. Wir fuhren mit dem Bus. Umsteigen. Klappe raus, Klappe rein. Platz finden. In den scharfen Kurven schafft der junge dynamische Busfahrer es, den Rolli ins Rutschen zu bringen. Ich fürchte, dass Herr L. sich nicht mehr so leicht zum Busfahren überreden lassen wird. Beim Umsteigen sagt er, er hoffe, dass sich der Aufwand lohnt. Er ist sauer. Meistens lohnt es sich sowieso nicht. Man hört ihm nicht zu. Er ist zu langsam. Macht zu viele…


Nachdenken über Messenger, Kommunikation, Lernbehinderung an einem konkreten Beispiel.

Tisch mit zwei Kaffetassen, nach denen zwei Hände greifen. Daneben liegt ein Smartphone. Photo by rawpixel on Unsplash

Vor einigen Jahren wurden die Familienwochenenden für Familien mit behinderten und unbehinderten Kindern im Bistum Essen ersatzlos gestrichen. Die teilnehmenden Familien treffen sich seit dem zum Teil auf eigene Initiative zwei mal im Jahr. Was ist mit den anderen? In unseren Gemeinden kommen anteilmäßig viel weniger randständige Menschen vor als wir in der Öffentlichkeit erleben. Wie kann ich sie erreichen (wenn sie es wollen) und wie können sie die Kirche erreichen (wenn sie es wünschen)?

Eine junge Frau aus dem Kreis der Familienwochenenden lebt als erwachsene Frau bei ihrer Mutter. Sie ist nicht wie viele der anderen Menschen mit Behinderung…


Kein Eisladen ohne Gläser mit Nüssen, bunten Perlen, Schokoraspeln … und es sind nur 3 Topics im Preis inbegriffen.

Topics sind das Salz in der Suppe. Von allem. Ich würde gerne von Additional Needs zu Topics schwenken und von da zu einem Begriff, der interantional genutzt werden kann. Bis jetzt ist es noch so, dass wir eine transportable induktive Höranlage in den Pfarrsaal bringen müssen, wenn ein Kommunionkind sie braucht, um am Unterricht teilnehmen zu können. Das ist nur ein Beispiel. Sie können sich vorstellen, dass viele Eltern die Teilnahme ihrer Kinder am Regel-Kommunion-Unterricht scheuen. Grade hat wieder eine Familie…


Wir geraten immer wieder in heftige Diskussionen, weil wir Sachlage und persönliche Betroffenheit nicht auseinanderhalten können.

Aktuell kochen die Emotionen wegen der sexuellen Missbräuche in der katholischen Kirche hoch. Mit Fug und Recht. Aber man könnte auch andere Beispiele nennen. Da wären die vielen Situationen, die als Grund für Ausländerfeindlichkeit angeführt werden. Man hat schlechte Erfahrungen gemacht und nimmt das als Grund für Alles. Man behauptet:

So ist es

Aber mein Leben findet nur hier statt. Und das Leben der Anderen an einem anderen Ort, vielleicht zu einer anderen Zeit. Ob Ausländer gefährlich sind oder katholische Priester anfällig für Pädophilie…


Wie erklärt man die weite Welt einem, der eigentlich nur unterhalten werden will? Umberto Eco hat wunderbare Romane geschrieben. Darunter den, der kurz nach der ersten Jahrtausendwende nach Christus spielt. Damals konnte man mit Menschenknochen (Reliquien) handeln und den Lebenden (den Daheimgebliebenen) alles Mögliche erzählen. Wunderbar. Aus unserer Sicht liest es sich amüsant. Dabei wird man mit Sicherheit in 500 Jahren über die Dummdöseligkeit unserer Zeit lachen, die Menschen mit Behinderung ausgrenzte und Normalität zum Ziel eines jeden Menschenlebens machte. Es ist jetzt schon lächerlich, aber es ist schwer zu erklären. Wie erklärt man jemandem, der das Abi geschafft hat…

Büro für Inklusion & Teilhabe

Pfarrei St. Peter & Paul — Witten, Sprockhövel, Wetter — #Inklusion #katholisch — Dorothee Janssen

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