Das Klima und wir

Björn Goerke
Sep 7, 2019 · 3 min read

“Are we heading toward extinction?” fragt Catherine Ingram in der Huffington Post. Das ist eine ziemlich existenzielle Frage. Es ist ein düsterer Artikel, der an der Hoffnung nagt, dass wir das Ruder noch herumreißen können, bevor es zum Frontalzusammenstoß kommt.

Von dieser Art Artikel gibt es viele. Ich habe mich häufiger gefragt, ob das — in diesem Extrem — nur mit meiner eigenen Bubble zu tun hat, in der ich mich durchs Internet bewege, oder ob das — bedauerlicherweise — die Frage ist, die wir uns derzeit stellen müssen.

Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es egal ist, ob das Szenario tatsächlich so unerträglich düster ist oder ob es nicht doch noch einen realistischen Pfad gibt, auf dem wir einigermaßen davonkommen. Egal was stimmt, ich habe für mich beschlossen, jetzt konsequent zu handeln.

Denn: sollte es einen Pfad geben, auf dem wir davonkommen, dann führt der leider nicht durch das Traumland, in dem wir einfach weitermachen können. Auf diesem Pfad gilt es, das Ruder herumzureißen. Und sollte es wirklich so düster sein, dann will ich nicht kampflos untergehen. Dann will ich mich mit aller Kraft entgegenstemmen. Wer weiß, vielleicht findet man dann dennoch einen Weg.

So oder so habe ich Hoffnung. Und die positive Energie, die daraus entsteht, möchte ich zukünftig nutzen. Ich habe die Wahrnehmung, dass die Frage, was wir machen müssen, jetzt den größeren Teil der Bevölkerung ergreift. Das ist eine gewaltige Chance.

Für mich war es zunächst lähmend, nur das Gefühl zu haben, endlich etwas tun zu wollen, aber nicht zu wissen, was wirklich den Unterschied macht. Es war so ein bisschen, wie das Gefühl, dass man sich dringend auf den Weg machen muss, aber leider gerade kein Netz hat und deswegen bei Google Maps nicht nachschauen kann, wo man denn eigentlich hinlaufen muss.

Deswegen habe ich mich in den vergangenen Monaten viel mit den Möglichkeiten beschäftigt, die uns, jedem einzelnen, zur Verfügung stehen. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es erstaunlich einfach ist, schon einmal einen substanziellen, schnell wirkenden Beitrag zu leisten, ohne massiv etwas ändern zu müssen.

Wenn man sich das persönliche Ziel setzt, seine eigenen Emissionen auf Null zu reduzieren, dann sieht die Sache ehrlicherweise anders aus. Aber auch das geht. Dafür werden wir uns anstrengen müssen und auch verzichten. Unmenschlich sind die Anstrengungen aber keineswegs. Wir können es machen. Aber um anfangen zu können, muss man erst einmal verstehen, was man machen kann.

Deswegen werde ich hier in Zukunft Möglichkeiten vorstellen und zur Diskussion stellen. Ich bin selbst kein Experte. Ich bin auf der Suche. Ich möchte lernen. Ich möchte das Ziel, Null Emissionen zu verursachen, erreichen. Ich weiß noch nicht, wie das geht, aber ich werde nicht nachlassen, bis es erreicht ist.


Alles beginnt mit einer Bestandsaufnahme. In einer siebenteiligen Serie gehe ich die Lebensbereiche durch, in denen ich relevant CO2-Emissionen verursache. Ich will erst einmal verstehen, wo ich denn den größten Hebel habe. Die Teile veröffentliche ich nach und nach.

Teil 1: Meine ganz private Klimabilanz — Los geht’s

Teil 2: Meine ganz private Klimabilanz — Heizung

Teil 3: Meine ganz private Klimabilanz — Strom

Teil 4: Meine ganz private Klimabilanz — Mobilität

Teil 5: Meine ganz private Klimabilanz — Ernährung

Teil 6: Meine ganz private Klimabilanz — sonstiger Konsum

Teil 7: Meine ganz private Klimabilanz — Fazit

Björn Goerke

Written by

CEO of SaaS company Gpredictive. A.I. software for the customer journey

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