Kunst | Robert Fludd Seine Vision der Weltschöpfung

Aus dem merkwürdigen Werk «Microcosmi Historia» (1619) des englischen Arztes Robert Fludd (1574–1637).

Fiat

Fiat

Die mächtige Vision der Weltschöpfung: Gott spricht das FIAT, das «Es werde!», und sein Geist, in einer Taube symbolisiert, umschließt aus dem Nichtsein das Sein.

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Dieses Bild zeigt eine klare Übersicht all der seelischen Vermögen im Mikrokosmos Mensch, eine Art spekulativer Lokalisationstheorie des Gehirnes. Der mundus sensibilis betrifft die äußeren Sinne, der mundus imagibilis die Wesensdeutung des Irdischen, während der mundus intellectualis die göttliche Ordnung des Seins umfasst.

Robert Fludd, ein weitgereister Mann, war stark von Nicolaus von Cusa und Paracelsus beeinflusst, deren theosophische Sichtweisen er mit den wissenschaftlichen Mitteln seiner Zeit neu aufgreift. Auch er lehrt, dass die Welt die Entfaltung Gottes ist, nähert sich damit pantheistischem Denken. Im Menschen — als der kleinen Welt — wird die große sich ihrer bewusst und erst eigentlich vollendet. Seine naturwissenschaftlich eher brüchigen Thesen wurden von Gassendi, Kepler und Mersenne bekämpft. Fludds Versuche, innere Ansichten bildlich wiederzugeben, faszinieren bis heute.


Originally published at der blaue ritter .

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