Sultan Süleyman I und seine Hürrem • Ein Liebesbrief an den Sultan und seine Widmung an Hürrem

Süleyman I und seine Hürrem
 Ein Liebesbrief an den Sultan und seine Widmung an Hürrem

Maria Aronov

Während seiner Feldzüge ließ Süleyman I keinen Moment aus, um seiner geliebten Hürrem, die im Schloss auf ihn wartete, Briefe und Gedichte zu schreiben. Diese verliehen Hürrem Kraft und Hoffnung auf ein Wiedersehen. Auch ihre Antworten drückten leidenschaftliche Sehnsucht nach ihrem geliebten Sultan aus und stärkten ihn im Krieg. Gegenseitig bezeichneten sie sich als das Licht ihrer Augen und als Herrscher und Herrscherin ihrer Herzen.

Hürrem versuchte sich später ebenfalls in der Dichtkunst, was ihr gut gelang, denn schließlich hatte sie im Sultan einen talentierten Lehrmeister, der zahlreiche Gedichte schrieb. Dafür verwendete er allerdings einen Pseudonym, Muhibbi.

Die Liebe der Beiden diente ihnen als Muse der Poesie.

Um die Gefühle von Süleyman I und seiner Hürrem zu verdeutlichen, ist hier ein Brief von Hürrem an den Sultan, als er im Feldzug gegen Ungarn war.

Du Seele meiner Seele, mein Gebieter! Ein Gruß an den, der den sanften Wind am Morgen zaubert. Ein Gebet an denjenigen, der den Lippen der Verliebten ihre Lieblichkeit verleiht. Ein Lob an denjenigen, der die Sprache der Verliebten mit einer Hitze erfüllt.

Sei derjenige geehrt, der mich verbrennt, genauso wie es die Worte der Leidenschaft tun. Endlose Treue demjenigen, der von der makellose Helligkeit wie die Heiligen beleuchtet ist. Auch Treue demjenigen, der sich als Hyazinthe in der Gestalt einer Tulpe befindet und mit dem Duft der Treue parfümiert ist. Ruhm demjenigen, der vor seinem Heer die Fahne des Sieges hält und demjenigen, dessen Rufe nach Gott im Himmel erhört werden.

Mein erleuchtetes Gewissen schmückt mein Bewusstsein und ist der Schatz meines Glücks und meiner traurigen Augen.

Geehrt sei derjenige, der meine innersten Geheimnisse kennt und Ruhe meinem schmerzenden Herzen und der verletzten Brust gibt.

Geehrt sei derjenige, der als Sultan auf dem Thron meines Herzens sitzt und im Licht des Glücks meiner Augen.

Es verbeugt sich vor dem Sultan seine ewige Sklavin mit Tausenden von Verbrennungen in der Seele.

Wenn Ihr mein Gebieter seid, mein höchster Baum des Paradieses, so seid so gnädig und denkt zumindest einen Augenblick an mich oder fragt, wie es Eurer Waisen geht.

Obwohl der untreue Himmel meine Tränen sah, vergewaltigte er meine Seele und erstach mich mit zahlreichen Schwertern der Trennung. An diesem Tag des höchsten Gerichts, als mir der Duft der nach Paradies duftenden Blumen genommen wurde, verwandelte sich meine Welt in eine Art Nichtsein, meine Gesundheit in ein Leiden und mein Leben in eine ewige Verdammnis.

Wegen meiner unaufhörlichen Seufzer, des Schluchzens und der quälenden Schreie, die weder am Tag noch in der Nacht aufhören, wurden die Seelen der Menschen mit Flammen gefüllt.

Vielleicht kann der Schöpfer meiner Sehnsucht gegenüber Gnade zeigen und gibt mir Euch zurück, den Schatz meines Lebens, um mich vor der bevorstehenden Entfremdung und dem Vergessen zu retten.

Möge es sich erfüllen, mein Herr! Der Tag wurde mir zur Nacht. Mein Gebieter, das Licht meiner Augen, es gibt keine Nacht, die nicht wegen meiner heißen Seufzer verbrannte. Es gibt keinen Abend, an dem mein lautes Schluchzen und meine Sehnsucht nach Ihrem sonnenähnlichen Antlitz den Himmel nicht erreichten. Der Tag wurde mir zur Nacht, oh du sehnsüchtiger Mond!

Übersetzt von Maria Aronov

Sultan Süleyman mit seiner Hürrem — Collage

Letztlich ein Gedicht von Muhibbi, Süleyman I, an seine Hürrem:

Vor dir bin ich wie ein Nachtfalter

Und du wie eine Kerze, die mich lockt.

Du bist wie ein Angriff auf mich, ich bin vor Liebe verrückt geworden.

Du bist mein unvergleichlicher Kummer, meine schlimmste Qual,

meine helle Sonne und großzügigen Hände.

Ich bin nicht mehr ich selbst, ich diene dir blind.

Eine einzige Locke von dir lässt bereits mein Herz singen.

Meine Liebe, Muhibbi ist krank und mein heilendes Extrakt — das bist du!

Übersetzt von Maria Aronov


Originally published at der blaue ritter .

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