Einmal Twitter-Sperrung und zurück

Tor ist toll. Mit Tor ist man anonym im Netz unterwegs, so heißt es landläufig. Wer Tor benutzt, kennt allerdings auch Hinweise wie diese:

trying a google search using tor

Genau diesen “unusual traffic“ interpretiert Twitter anscheinend (*) als “automatisiertes Verhalten“, was letztlich hierzu führt:

Sprich: der Twitter-Account ist gesperrt.

(* eventuell auch nur die Verwendung verschiedener Standorte, wenn man Tor nicht explizit zur Verwendung eines Standortes / Land anweist. Was zu beweisen wäre.)


Gut, dass Twitter für den Fall der Sperrung auch sogleich eine Anleitung zum Entsperren des Accounts gibt:

  • einloggen
  • Telefonnummer angeben
  • Verifizierungscode erhalten
  • Account verifizieren und weitertwittern.

So weit, so gut .


Ist man nun also aus seinem Twitter-Account ausgesperrt, bleibt nichts anderes, als o.g. Procedere (welches erstmal nicht sonderlich schwierig scheint) zu durchlaufen.

Beim Einloggen zeigt Twitter auch sogleich folgende Form, in die entsprechende Daten einzutragen sind:

Nach dem obligatorischen Klick auf [Code senden] trudelt dann auch alsbald eine Kurznachricht von Twitter ein.

Diesen Code gibt man nun bei Twitter ein und klickt auf [Senden].

(Auffallend ist der markierte 0 — wählt man bei der Verwendung des Länderpräfix diese doch eigentlich nicht mit; das stört aber erst einmal nicht.)


Bis hier hin ist also alles soweit klar, allerdings quittiert Twitter den eingegebenen Code mit folgender Meldung:

Fünf Zahlen erhalten, 5 Zahlen eingeben, Code ungültig.

Der geneigte Twitterer geht an dieser Stelle vermutlich von einem systembedingten Fehler bei Twitter aus, wiederholt das Procedere mit dem Senden des Codes, um dann unweigerlich an den Punkt zu gelangen, an dem er feststellt, das es einfach nicht funktioniert: der eingegebene Code ist und bleibt falsch.


Glücklicherweise bietet Twitter eine weitere Option (die des Anrufenlassens) an, wenn man auf [Ich habe den Code nicht erhalten] klickt.

Die automatisch übernommene Telefonnummer ist so stehenzulassen, keineswegs eine 0 davorzuschreiben: Twitter quittiert die Korrektur ansonsten prompt mit dem Hinweis, dass man eine ungültige Telefonnummer eingegeben hätte.


Nachdem man nun auf [Ruf mich an] geklickt hat, erhält man kurz darauf einen Anruf und ein Maschinenmensch diktiert in etwa Folgendes:

Dein Twitter-Verifizierungscode lautet 24159*Dein Twitter-Verifizierungscode lautet 24159*Dein Twitter-Verifizierungscode”…

und legt prompt auf.

Der Asterisk (*) ist nicht unwichtig, denn:

  • an dieser Stelle ist ein kurioses Geräusch zu hören;
  • dieses kuriose Geräusch ist eine 6. Zahl;
  • die Stimme macht zwischen den Sätzen keine angemessene Pause, sodass die 6. Zahl quasi “übersprochen” wird;

Die Ansage wird 3x wiederholt, die 6. Ziffer ist nur bei der letzten Ansage vollständig zu hören, genaues Zuhören empfiehlt sich also.

Da man nun alle Zahlen des 6-stelligen Codes hat, kann man diese bei Twitter eingeben und wird für seine Mühe dann auch belohnt:


Long story short:

  • Twitter mit Tor kann zur Sperrung führen;
  • Twitter verschickt einen zu kurzen Verifizierungscode (5 statt 6 Zahlen);
  • die automatische Ansage beim Anruf ist ebenso vermurkst: man hört in 2 von 3 Fällen nur 5 Zahlen;

In diesem Sinne: viel Erfolg beim Entsperren und happy tweetin’!

Bwaaaaak // https://twitter.com/Bwaaaaak

(Copyright der Bilder liegt bei den jeweiligen Eigentümern)

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