Generation Y
Oder: Die Zukunft der Arbeitswelt
Sie scheinen überall zu sein: die Ypsiloner, Digital Natives oder einfach die Generation Y. Immer wieder tauchen sie in Nachrichten, Artikeln oder Vorträgen auf. Doch was ist denn eigentlich eine Generation Y? Und was soll das mit dem ständigen Buchstabengetausche? Generation Y, Z oder R? Was ist das und was hat das alles mit mir zu tun?

Obwohl der Begriff Generation Y in aller Munde ist, scheint er für den altbewährten Duden noch gänzlich unbekannt zu sein. Lediglich Wikipedia weiß Rat: „Als Generation Y (kurz Gen Y) wird schlagwortartig diejenige Bevölkerungskohorte bzw. Generation genannt, deren Mitglieder im Zeitraum von etwa 1977 bis 1998 geboren sind, also von 1990 bis 2010 zu den Teenagern zählten. […] Welche Eigenschaften Mitgliedern dieser Gruppe zugeschrieben werden können, wird in den Medien vielfältig diskutiert.“ [1] Aha, demnach bin ich also auch ein Mitglied dieser Generation. Mal schauen, was das heißt.
„Die Generation Y — das sind doch alles nur Weicheier“, schimpfen viele Personalchefs. Sie wollen keine Verantwortung übernehmen, sind respektlos, arbeiten nicht hart und für sie steht der Spaß an erster Stelle. Toll…und so eine soll ich sein? Planlos, kopflos und am Ende sogar erfolglos? Die Generation Y hat immer wieder mit diesen Vorurteilen zu kämpfen. Doch vielleicht gerade auch deshalb, weil sie niemand versteht. Wir sind schließlich schon ganz anders aufgewachsen, als die Generation X vor uns. Wir streben nicht nach einem teuren Auto oder der Chefposition. Stattdessen wollen wir uns selbst verwirklich und treu bleiben.
Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, haben mich vor allem drei Dinge maßgeblich beeinflusst. Meine Eltern, die Digitalisierung und das große Glück, keinen Krieg erlebt zu haben. Und wie mir, erging es der gesamten Generation Y. Wir sind es gewohnt, sich bestimmte Dinge leisten zu können, Mitspracherecht zu haben oder Schulthemen im Internet zu recherchieren. Das heißt jedoch nicht, dass wir alles einfach so bekommen haben. Wir kennen es sehr wohl, für unser neues Spielzeug zu sparen, für unsere Wünsche einzutreten oder Entscheidungen bezüglich unserer Schul- und Weiterbildung zu treffen. Doch macht uns das deshalb zu einer aufmüpfigen oder gar respektlosen Generation?
Ich finde nicht. Vielmehr sind wir eine Generation, die nicht fremd- sondern vielmehr selbstbestimmt leben will. Und dazu gehört auch die Arbeitswelt. Uns ist es nicht mehr wichtig, hohe Boni einzustreichen oder einen Firmenwagen zu fahren. Wir wollen nette Kollegen, spannende Projekte und die Freiheit, Arbeitszeit und -ort mitzugestalten. Unser privates Leben und unsere berufliche Zukunft soll miteinander vereint werden können. Ohne Abstriche, ohne Kompromisse.
Dafür stehen wir ein. Gerade im Job. Wenn ich mir meinen perfekten Arbeitsplatz vorstelle, so möchte ich in einem Unternehmen arbeiten, indem ich mich selbst bestmöglich einbringen kann. Ich will Teil eines netten Teams sein, das gemeinsam an einem Strang zieht und Spaß an der gemeinsamen Arbeit hat. Ich will von Anfang an bei einem Projekt dabei sein. In die Planung und Konzeption mit eingebunden werden. Oder zumindest verstehen, warum die notwendigen Entscheidungen so getroffen wurden, wie sie getroffen worden sind. Ich will meine begründete Meinung zu meiner Arbeit äußern dürfen oder sogar Vorschläge einbringen, wie der Projektverlauf optimiert werden könnte. All diese Wünsche will ich keineswegs umsonst. Ich bin bereit hart dafür zu arbeiten, neue Herausforderungen zu meistern und Verantwortung zu übernehmen. Denn schließlich will ich auch, dass mein Arbeitgeber erfolgreich ist. Aber ich werde mich nicht aufopfern und Familie und Freunde zugunsten eines Jobs hinten anstellen. Denn wenn ich keine Freude mehr an dem habe, was ich tue, bin ich auch für meinen Arbeitgeber keine Hilfe mehr.

Versteht mich bzw. die Generation Y nicht falsch. Ich brauche nicht unbedingt eine Spielwiese wie bei Google oder Facebook. Doch ich möchte, dass mein Arbeitgeber auf mich eingeht, mich versteht und mir regelmäßig Feedback zu meinem Handeln und Tun gibt. Gerade in unserer schnelllebigen und zuweilen knapp bemessenen Zeit, will ich, dass mein Fleiß und mein Engagement auch anerkannt und fair entlohnt wird. Und wie könnte das besser geschehen, als durch Zeit für sein privates Leben, für Familie, Freunde oder gar sich selbst. Wir, die Generation Y, sind keine Hamster, die nur im Laufrad rennen wollen und können. Wir leben in einer Welt, in der alles möglich ist, in der es keine Grenzen gibt. Also lasst uns unsere Freiheiten und wir werden die Chancen nutzen, das Bestmögliche aus unserem Leben zu machen. Und davon werden nicht nur wir profitieren.
Zitate und Quellen
[1] Seite „Generation Y“. In Wikipedia Die freie Enzyklopädie: wikipedia.org. Bearbeitungsstand: 22.12.2015 22:10 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_Y (Abgerufen 27.12.2015 15:30 UTC)
[2] Bild „Gen Y“. In: Campus Consult Projektmanagement GmbH: campus-consult.de URL: http://www.campus-consult.de/wp-content/uploads/2014/11/Gen-Y.png (Abgerufen 27.12.2015 17:54 UTC)
[3] Bild „Generation Y“. In: The Huffington Post: huffingtonpost.de URL: http://i.huffpost.com/gen/1790479/images/n-GENERATION-Y-large570.jpg (Abgerufen 27.12.2015 17:56 UTC)
Vortrag „Ansprüche der Generation Y an die Arbeitswelt“. In: GEDANKENtanken: gedankentanken.com. Bearbeitungsstand: 03.03.2015 11:10 UTC. URL: http://www.gedankentanken.com/anspruche-der-generation-y-an-die-arbeitswelt/ (Abgerufen am 27.12.2015 17:00 UTC)
Artikel „Generation Y Wollen die auch arbeiten?“. In: Zeit Online: zeit.de. Bearbeitungsstand: 26.11.2015 18:51 UTC. URL: http://www.zeit.de/2013/11/Generation-Y-Arbeitswelt (Abgerufen am 27.12.2015 17:10 UTC)
Artikel „Die Legende von der anspruchsvollen Generation Y“. In Spiegel Online: spiegel.de. Bearbeitungsstand: 30.11.2015. URL: http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/die-generation-y-ist-in-wahrheit-eine-generation-prekaer-a-1064394.html (Abgerufen am 27.12.2015 16:00 UTC)
Artikel „Fast ein bisschen langweilig: Harvard-Studie zeigt, was die Generation Y wirklich will“. In t3n digital pioneers: t3n.de. Bearbeitungsstand: 11.12.2015 12:08 UTC. URL: http://t3n.de/news/generation-y-studie-664393/ (Abgerufen am 27.12.2015 16:15 UTC)
Artikel „Generation Y — die Ära der neuen Chefs“. In Capital, Wirtschaft ist Gesellschaft: capital.de. Bearbeitungsstand: 08.12.2015. URL: http://www.capital.de/themen/generation-y-die-aera-der-neuen-chefs.html (Abgerufen am 27.12.2015 16:30 UTC)