Social Media Reporting made easy

Mit ein bisschen Vorbereitung schafft Google Data Studio Übersicht im Zahlenwirrwar von Facebook, Webseite und Co.

Das Reporting ist eine vernachlässigte Disziplin in der Unternehmenskommunikation. Im Gegensatz zum Marketing, das von Pfeilen nach oben, Engagement-Tracking und Conversions lebt, sind in der Unternehmenskommunikation die Ziele etwas weniger hart definiert. Nichtdesotrotz lohnt sich eine Übersicht über die eigenen Social-Media-Aktivitäten. Was du daraus machst, ist dann dir überlassen.

Ich konzentriere mich hier auf Twitter und Facebook, welche die ausführlichsten Datenquellen zum Export zur Verfügung stellen. Die On-Board-Analytics bieten schon eine ganze Menge (zu Twitter geht es hier). Wer aber ein Gesamtreporting möchte, oder längere Zeiträume erfassen will, der muss die Daten exportieren. Zum Glück gibt es Google.

Google Data Studio

Das Google Data Studio bietet hier seit einiger Zeit eine tolle Lösung. Nicht nur kann ich Google Analytics direkt einbinden, sondern auch Infos aus Google Docs als Datenquelle hinterlegen. Eine direkte Verknüpfung mit Facebook-Stats und Twitter-Stats ist leider nicht möglich. (Supermetrics und andere bieten dafür kostenpflichtige Lösungen an.)

Thomas von Tinkla hat letztens über das Data Studio geschrieben und seine Erfahrungen zusammengefasst: https://www.tinkla.com/google-data-studio-praktisches-tool-fuer-reports-und-datenvisualisierungen/
Auch die Webrepublic hat sich mit dem Tool auseinandergesetzt: https://webrepublic.com/de/news/blog/google-data-studio-datenbasiert-zu-erfolgreichem-marketing

Einfach loslegen oder Beispiel-Report nutzen

Um es ganz einfach zu machen, habe ich für Facebook einen Beispiel-Report (mit Zahlen von 2017) vorbereitet, den ihr hier in Eure Reports kopieren könnt. Das Data Studio ist aber so einfach aufgebaut, dass Ihr auch einfach mal selbst loslegen könnt. Überlegt vorher gut, welche (Kenn-)zahlen Ihr (und Eure Vorgesetzten) am Ende wirklich brauchen.

Meine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Facebook

Facebook Analytics anpassen. Im Statistics-tabs findet Ihr die Möglichkeit zum Exportieren. Hier kann auch das Layout des Exports angepasst werden. Erstellt ein “Neues benutzerdefiniertes Layout” mit den folgenden Spalten: (Beispiel-Sheet hier — Active Reach und Engagement habe ich zusätzlich als erste Spalten hinzugefügt)

Je nachdem, welche Zahlen für Euch wichtig sind, könnt Ihr natürlich hier auch andere Spalten auswählen. Dann funktioniert aber meine Vorlage nicht mehr. Also Geduld, junger Padawan, alles lässt sich später noch anpassen.

Jetzt exportiert ihr Eure Seiteninformationen (max. 180 Tage auf einmal).

Google Tabellen

Jetzt holt ihr euch meine Vorlage hier und kopiert sie in Euren Drive. Ich habe als Beispiel bereits Zahlen einer kleineren Facebookseite, die ich betreue, hochgeladen. Die Zahlen könnt ihr mit Euren ersetzen.

Achtung, die ersten zwei Spalten zeigen den Active Reach und das Engagement. die könnt ihr so stehenlassen, sie aktualisieren sich von selbst.

Google Data Studio

Und jetzt ins Data Studio. Dort die Vorlage öffnen. Dann müsst ihr nur noch Eure Ressourcen anpassen, d.h. eure neue Google Tabelle als neue Datenquelle erfassen. Legt dabei die “erste Zeile als Kopfzeile” fest.

Wenn Ihr Eure Daten als Quelle hinterlegt habt, geht den Report einmal durch und vergleicht die Daten mit den Anzeigen im Facebook-Analytics.

Hier findet Ihr die Chrome Extension, mit der ihr Euren Report als PDF exportieren könnt.

Anpassen

Wenn ihr zusätzliche Daten aus Facebook zieht und damit die Spalten verändert, müsst ihr jeweils die Datenquelle aktualisieren.

Einfach auf “Bearbeiten” und dann “Verbindung bearbeiten”. hier könnt ihr die Datenquelle neu verbinden und auch einstellen, welche Art von Daten in welcher Spalte liegen.

…Und jetzt, nochmal von vorn für Twitter:

2. Twitter

Ab zu analytics.twitter.com und Eure Daten im Tab “Tweets” herunterladen. Diese kommen als .csv (comma separated valua), sind also ein zusammengewürfelter Haufen, mit Kommata unterteilt. Das können Google und Excel aber sortieren. Öffne jetzt ein neues Sheet oder eine neue Tabelle in Google und importiere die Datei. Dabei als Trennzeichen das Komma auswählen:

Importieren

Jetzt in den zweiten Tab meines Beispiel-Sheets die Daten importieren. (Datei-importieren, und dann copy-paste). Auch hier gibt es wieder zwei erste Spalten, die das datum bereinigen und eigene vs Antworten aufschlüsseln.

neue Datenquelle

Im Google Data Studio das Twitter-Sheet als neue Datenquelle auswählen. Das muss u.U. für jede einzelne Kennzahl gemacht werden.

6. Fanzahlen einbinden

Wer sich nicht vor etwas Programmiersprache scheut, kann auch Fremde Facebookseiten, Twitter und Instagram und viele mehr tracken. Jedenfalls die Fanzahlen und ähnliche öffentliche Messwerte: http://www.benlcollins.com/spreadsheets/import-social-media-statistics/

Die Formeln sind aber nicht immer zuverlässig, eine Alternative ist die “Seiten beobachten”-Funktion von Facebook selbst oder z.B. Fanpagekarma.
Ich nutze diese Formel für die Twitter-Followerzahlen, da diese im Export nicht ausgegeben werden.