Ran an den Speck — Der erste Schritt!
Hand auf’s Herz — das ist wirklich nicht meine erste Diät. Auch nicht die zweite oder dritte. Auch nicht das erste Sportprogramm. Aber wie heißt es so schön: „Machen ist wie wollen, nur krasser“ — also, dann mal ran an den Speck. Im wahrsten Sinne.

Wovon ich rede? Von der 90-Tage-Challenge, zu der ich mich angemeldet habe. Ich war schon immer kräftig aber auch sportlich. Ich kann wunderbar damit leben, keine Size Zero zu tragen. Curvy ist eh in. Wo hört Curvy auf und fängt dick an? Zählen die Kilos? Der BMI? Die Kleidergröße? Silhouhette? Da könnt ihr sicher 10 Leute fragen und 15 Meinungen hören. Für mich kam der Punkt, an dem ich mich einfach nicht mehr wohlfühlte und sich meine Gedanken quasi permanent darum drehten, dass die Hose kneift, dass mein Gegenüber bestimmt gerade meinen Bauch betrachtet und ähnlich Beklopptes. Bekloppt hin oder her, sie nehmen einen Raum in Anspruch, der eigentlich angenehmeren Gedanken vorbehalten sein sollte.
Um 2008 herum habe ich Low Carb, d.h. eine Ernährung, die durch einen niedrigen Anteil kohlenhydrat-haltiger Lebensmittel geprägt ist, für mich entdeckt und auf diese Weise rund 15 kg abgenommen. Natürlich hat mich jedes verlorene Kilo — ach, was sag ich, jedes Gramm — motiviert. Noch wichtiger war jedoch damals eine Gruppe, die ich in einem Onlineforum fand. Wir wurden zu einer Gemeinschaft, motivierten uns gegenseitig und bauten einander wieder auf, wenn es mal nicht so gut lief. Das Gewicht und den Lifestyle habe ich rund zwei Jahre beibehalten, bevor peu á peu der Schlendrian wieder Einzug hielt und die Ausnahme zur Regel wurde. So ist es wenig verwunderlich, dass auch Kilo um Kilo sich wieder an den Hüften (bzw. überwiegend am Bauch) ansammelten. Auf ab, ab auf. Um 2011 habe ich noch einmal Höhenluft geschnuppert, als das Ziel zu „meinem 30. Geburtstag die Figur zu haben, die ich von da an halten möchte“ zum Greifen nah war. Mir fehlte 1 Kilo zum „perfekten“ Gewicht, aber das vernachlässigen wir mal. Ich fühlte mich großartig. Aber auch das hielt nicht.
………………..Zeitraffer………………..
Dann fing mich meinen neuen Job an. Und binnen eines knappen Jahres — wir schreiben mittlerweile Juni 2017 — hatte ich 8 kg mehr auf den Rippen (zu den 10, die ich ohnehin schon vom o.g. Status entfernt war) und ein Gewicht, dass nur noch 2 Kilo unter einer Grenze liegt, die für mich auf gar keinen Fall, niemals, und keinen Umständen jemals erreicht werden durfte. Zwei Kilo. Nicht viel.

Höchste Eisenbahn, dass ich etwas unternehme. Mal abgesehen davon, dass meine schönen neuen Business Klamotten nicht mehr passen.
Mehrere Versuche Ernährung und Sport wieder aufzunehmen, scheitern. Der Frustlevel steigt ins Unermessliche. Zufällig treffe ich eine Bekannte auf einer Veranstaltung, die just die oben genannte Challenge absolviert hat. Sie fühlt sich großartig und ist voll des Lobes für Programm und Veranstalter. Hm… Diätgruppe. Wie Weight Watchers? Erinnerung an ein fürchterliches WW Treffen in grauer Urzeit drängen sich in mein Bewusstsein. Die Vorturnerin hat die Teilnehmerinnen (irgendwie sind’s ja doch immer Frauen, die sich in solche Veranstaltungen begeben) wie Grundschüler aufgerufen etwas zu sagen. Nach jeder Äußerung brach sie in Strahlen aus und rief, in die Hände klatschend „Tuuuusch“ — a.k.a. Aufforderung es ihr gleichzutun und zu applaudieren. Also, 90-Tage-Challenge. Also schaute ich mir die Website an und meldete mich zur Infoveranstaltung an.
Dort wurde ich erst einmal von der Größe der Veranstaltung erschlagen. Ich hatte mit einem kleinen, intimen Get-together gerechnet. Stattdessen erwartete mich ein großer Raum mit geschätzt 50–80 Teilnehmern. Ich setzte mich — neben eine meiner zukünftigen Mitstreiterinnen, was ich zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht wusste — und ließ das Ganze mal auf mich wirken. Der professionelle und sehr werbewirksame Auftritt schreckte mich fast ein wenig ab. Die Ergebnisse der vorherigen Teilnehmer hingegen waren beeindruckend. Ich nahm viele Infos und einen Terminplan mit und nahm mir vor darüber nachzudenken. In gewohnter Claudia-Manier sträubte sich schon wieder alles gegen Aussagen wie „Ihr tut, was ich sage“ und „es wird nur gegessen, was auf dem Plan steht“. Wenn mir einer sagt, was ich zu tun habe… naja, ihr kennt das ja. So, aber all das Bockigsein hat mir bislang auch nicht geholfen, den Schweinehund zu besiegen und wieder auf Spur zu kommen. Auch die Rückkehr in mein altes Onlineforum hat nicht mehr richtig funktioniert. Die Aussicht auf eine Gruppe Gleichgesinnter, die gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten hat den Ausschlag gegeben. Also habe ich mich dann entschieden, dem Programm — und mir — die Chance zum Change zu geben und habe mich angemeldet. Außer Kilos habe ich ja nichts zu verlieren!
