Ran an den Speck — Gedanken von unterwegs

Wie lebt es sich so während einer 90-Tage-Challenge? Also während DIESER 90-Tage-Challenge. Es ist wohl wie immer. Es gibt gute und weniger gute Tage. Heute Morgen stelle ich fest, dass eine meiner Hosen etwas lockerer sitzt und freue mich. Weniger erfreulich ist hingegen, dass besagte Hose für die schwül-warme Kölner Luft viel zu warm ist. Auf dem Weg, mein Fahrrad abzuholen, welches sich in Reparatur befand, nachdem ich in einem Anfall blinder Wut (die im Übrigens nichts mit dieser Challenge zu tun hat) versucht habe, das Schutzblech abzureißen und es sich dann mit der Kette verhakt hat… aber gut, das tut hier eigentlich nichts zur Sache… während dieses kurzen Weges zur Werkstatt und zurück schwitze ich wie bei einem Halbmarathon. Nicht, dass ich tatsächlich schon einmal einen gelaufen wäre. Ungeachtet der tatsächlichen Temperaturen scheint mir, dass ich noch weniger friere als sonst. Ob dies an den stoffwechselunterstützenden Supplements (beinahe hätte ich bewusstseinserweiternden geschrieben… Honi soit qui mal y pense) liegt?

Nun, was ich eigentlich berichten möchte kommt jetzt. Da ich meine geliebte Jeansshorts mal wieder nicht auf Anhieb finden kann, wage ich mich an die weiße Shorts, die mir vor einigen Wochen noch akute Atemnot bescherte. Was soll ich euch sagen — sie passt!! Nicht baggy aber sie geht zu und das Hüftgold zeichnet sich nur leicht ab anstatt wie ein halbroher Muffinteig herunterzuhängen.

DAS ist doch mal ein guter Start in den Tag!

Der Ernährungsplan ist ein bisschen langweilig. Mir fehlt Käse. Genaugenommen Ziegenkäse — gratiniert und mit einem Klecks Honig…hmm…. Leider tabu aktuell. In der Abendsonne auf der Terasse des Bon’a’me sitzen und einen Aperol Sprizz genießen…hmm… Leider tabu aktuell. Nein, rosarot ist das Ganze tatsächlich nicht. Auch nicht immer einfach, wenn andere um mich herum Eis essen. Wenn Pizzaduft in meine Nase steigt. Wenn ich am La Plata vorbeilaufe, dort Leute sitzen sehe, die lachen und Tapas futtern.

Und dann sehe ich die anderen. Das Teenagermädchen mit der Hüftjeans, die dauernd an selbiger zuppelt, weil sie nicht über ihren Bauch passt. Den Mitdreißiger, der keuchend an der Haltestelle angerast kommt, als die Bahn schon fast die Türen schließt. Die hängenden Schultern, die fahle Haut, die wabbeligen Arme und Beine im Sommer. An dieser Stelle möchte ich ganz deutlich machen, dass jeder so sein darf, wie er oder sie möchte. Es ist noch nicht einmal so, dass mich Übergewicht, schlecht sitzende Klamotten, Kurzatmigkeit (die natürlich auch ganz andere Ursachen haben kann als mangelnde Fitness, selbstverständlich bin ich mir dessen bewusst!!), miserable Kondition und speckige Arme an anderen auch nur im Geringsten stören. Aber es erinnert mich an das, was ich für mich, meinen Körper und mein Leben NICHT mehr möchte. Vor diesem Hintergrund ist der Ernährungsplan doch gar nicht so übel. Dies ist übrigens mein Abendessen:

Und jetzt werde ich zum Training gehen!

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