§23 StVO: Handy am Steuer — was ist noch erlaubt?

von Svenja Borgschulte, Story & Social

Der Gesetzgeber hat das Handyverbot am Steuer deutlich verschärft. Was ab dem 28. September noch erlaubt ist und wie Strafen künftig aussehen, haben wir hier zusammengefasst.

Mit der neuen Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften ist die Nutzung von “Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungsmitteln” am Steuer fast vollkommen verboten. Zu Recht: die Unfallrate hat in den vergangenen Jahren rapide zugenommen. Ablenkung am Steuer ist die zweithäufigste Unfallursache nach zu schnellem Fahren.

Bitte nicht berühren

Bislang galt: Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn das Gerät (oder der Hörer) dafür in die Hand genommen werden muss.

Zukünftig gilt dieses Verbot für eine Vielzahl an elektronischen Geräten: Tablets, Berührungsbildschirme, Navigationsgeräte, Abspielgeräte mit Videofunktion, Fernseher, Audiorekorder oder E-Book-Reader sowie für das Schreiben von E-Mails, SMS und dem Surfen im Internet.

Nerd-Fakt: Videobrillen sind am Steuer generell verboten.

Assistenten sind erwünscht!

Grundsätzlich ist sich das Verkehrsministerium aber bewusst, dass Verbote allein nicht ausreichend sind und trägt dem in § 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) Rechnung:

Die Verwendung eines Handys ist mithilfe technischer Zusatzausrüstungen erlaubt, solange sicher gestellt ist, dass das Smartphone nicht angefasst und nur eine kurze und beiläufige Blickzuwendung zum Assistenzgerät nötig ist. Damit ist auch das Lesen einer Kurznachricht oder die Nutzung anderer Multimedia-Angebote verboten, da diese Tätigkeitengrundsätzlich eine längere Blickabwendung erfordern.

Das Verbot der längeren Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen und der Blickzuwendung zum Gerät gilt nicht für die Nutzung elektronischer Einpark- oder Rangierassistenten, sofern dies mit Schrittgeschwindigkeit erfolgt. In diesen Fällen darf auch über einen längeren Zeitraum ein Bildschirm oder das Head-up-display betrachtet werden, um den Assistenten effektiv nutzen zu können.

Sprachsteuerung, Vorlesefunktion sind also ausdrücklich zugelassen. Das gilt auch für Head-Up-Displays, sofern sie sich auf Daten, die der Verkehrssicherheit zuträglich sind, beschränken (Infos über Fahrzeugzustand und des Fahrtwegs sowie das Zeigen von Verkehrszeichenanordnung). Auch den Radiosender oder aktuellen Musiktitel dürfen angezeigt werden, da die Ablenkung so geringer erscheint, als wenn der Fahrer auf das Autoradio in der Mittelkonsole schauen muss.

Zudem erlaubt die technikoffene Formulierung im reformierten Paragraphen, dass künftige Entwicklungen ebenfalls berücksichtigt werden können.

Höhere Strafen

Verstöße werden künftig übrigens richtig teuer: höhere Geldstrafen und Fahrverbote drohen, wenn man mit einem Handy, Tablett o.ä. in der Hand am Steuer erwischt wird.

Die rechtswidrige Nutzung kostet ab sofort 100 Euro (vormals 60); sollte während des Verstoßes eine Gefährdung vorliegen, wird sofort ein einmonatiges Fahrverbot verhängt und 150 Euro Strafe fällig. Im Falle eines tatsächlichen Unfalls, also mit Sachbeschädigung, werden 200 Euro fällig. Auch hier tritt dann ein einmonatiges Fahrverbot in Kraft.

Mit der härteren Gangart setzt die Bundesregierung auf Abschreckung, da die derzeitigen Regelungen nicht ausreichend ernst genommen werden.

Chris erfüllt alle Anforderungen

Der digitale Beifahrer Chris ist speziell für Autofahrer konzipiert und erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen: Der Fahrer steuert sein Handy per Sprache und bleibt mit den Händen am Lenkrad. Damit ist Chris ein absolut berührungsfreies Gerät. Zudem ist das Display auf wenige Infos reduziert, um den Fahrer nicht abzulenken. Ein kurzer Blick genügt und die Fahrerin hat alle Infos, die benötigt werden.

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Svenja Borgschulte ist verantwortlich für Story & Social bei German Autolabs. Sie liebt Flamingos, den 1. FC Köln und Pasta.