Neue Pflicht für Autos ab 2018: Diese Dinge musst Du über den automatischen Notruf “eCall” wissen

Chris DE
Chris DE
Jun 29, 2017 · 5 min read

Gastartikel von PACE

Ab dem 31. März 2018 müssen alle neuen Autos mit einem automatischen Notrufsystem ausgerüstet werden. Hat der Fahrer einen Unfall und kann nicht mehr reagieren, ruft der sogenannte “eCall” den Krankenwagen.

Laut EU-Kommission könnten durch den Einsatz solcher automatischer Notruf-Systeme jährlich 2500 Menschenleben gerettet werden. Deshalb hat das EU-Parlament darüber abgestimmt, den eCall ab 2018 zur Pflicht für alle neuen Kraftfahrzeuge zu machen.

Das führt bei vielen Gebrauchtwagenfahrern zu Verunsicherung. Wir beantworten Dir die wichtigsten Fragen rund um den eCall.

Muss ich jetzt den eCall nachrüsten?

Das neue Gesetz bedeutet nicht, dass nun jeder Autofahrer zur Nutzung eines automatischen Notrufsystems verpflichtet wird. Allerdings sind die von der EU vorgelegten Zahlen so schlagkräftig, dass sich seither viele Autobesitzer um eine Nachrüstung des automatischen Notrufes Gedanken machen.

Die Antwort lautet also: Nein, musst Du nicht. Aber es kann Dein Leben retten.

Wie funktioniert so ein Notruf?

Mit dem eCall bzw. dem automatischen Notruf ausgestattete Fahrzeuge setzen nach einem Unfall selbständig einen Notruf ab. Bei nachrüstbaren Systemen ist eine Rettungs-Hotline zwischengeschaltet, die zunächst einen Telefonanruf beim Fahrer versucht, bevor der Krankenwagen gerufen wird. Der fest installierte eCall wählt direkt den Notruf 112.

Bei allen Systemen wird die Position des Unfallwagens automatisch übertragen, um eine schnelle und unkomplizierte Rettung zu ermöglichen. Möglich ist bei manchen Systemen außerdem, dass Auto-Insassen den Notruf auch manuell per Knopfdruck auslösen.

Welche Anbieter gibt es?

Die Möglichkeiten für eine Nachrüstung sind vielfältig, jedoch oft mit Mehrkosten verbunden. Einige deutsche Versicherer bieten bereits Pakete um die 40 Euro im Jahr an. Eine Möglichkeit, ohne laufende Kosten den automatischen Notruf nachzurüsten, ist ein System aus OBD2-Bluetooth-Stecker und App.

Bei der ADAC Autoversicherung gibt es einen Stecker für den Zigarettenanzünder. Bei dieser Lösung wird die Notruffunktion allerdings noch durch den “Pannenruf” ergänzt, der sogar bei leichten Unfällen direkt eine Meldung an deine KFZ-Versicherung gibt.

Wenn Du bei einem kleinen Verkehrs-Ausrutscher lieber nicht gleich deine Versicherung mit einbeziehen willst, kann ein unabhängiges Notruf-System wie PACE das richtige für dich sein. Der Hersteller schwört auf einen OBD2-Adapter und seine sehr umfangreiche App mit 9 verschiedenen Features. Im Gegensatz zum Angebot vieler Versicherer kann dieses System für einen einmaligen Anschaffungspreis von 119 Euro, aber ohne laufende Kosten genutzt werden.

Eines haben alle Systeme gemeinsam: Nach einem Unfall wird automatisch ein Countdown in Gang gesetzt. Beendet der Fahrer diesen Countdown nicht rechtzeitig, wird ein Kontakt zur Rettung hergestellt.

Egal, für welches Modell Du Dich entscheidest: Informiere Dich in jedem Fall genau über den Leistungsumfang des Angebotes sowie eventuell damit einhergehende Pflichten. Wir haben für Dich drei Notruf-Modelle miteinander verglichen:

Erfüllt mein Auto die Voraussetzungen für den automatischen Notruf?

Das hängt davon ab, für welche Lösung Du Dich entscheidest. Die neue eCall Technik basiert auf dem Zusammenspiel mehrerer Komponenten, die im Auto installiert werden, darunter eine GSM-Antenne, ein GPS-Empfänger, ein Steuergerät, Crash-Sensoren, Lautsprecher und Mikrofon, ein Manueller Auslöser, eine Notstromversorgung, eine Kontroll-Leuchte und eine Rettungskarte.

Wesentlich einfacher ist da natürlich die Nachrüstung mit dem OBD2-Stecker. Seit 1996 wurden OBD2-Schnittstellen in Autos verbaut. Ein Kompatibilitätstest auf der Website der Anbieter des automatischen Notrufs wird dir helfen, herauszufinden, ob dein Auto kompatibel ist.

Und falls laufende Kosten und Versicherungs-Vernetzung für Dich kein Problem sind: Einen Zigarettenanzünder hat Dein Auto ganz bestimmt.

Funktioniert das auch im Ausland?

Das eCall-System soll in der gesamten EU eingeführt werden. Bisherige Systeme mancher Autohersteller funktionieren nur in manchen Ländern und nur bei bestimmten Fahrzeugen. Der offizielle eCall soll das Notrufsystem in Zukunft vereinheitlichen.

Allerdings ziehen auch die Hersteller der unabhängigen Nachrüst-Lösungen nach und wollen ihr Angebot künftig länderübergreifend nutzbar machen.

Seit der Abschaffung der Roaminggebühren muss sich auch niemand mehr Sorgen über explodierende Handyrechnungen wegen seiner Smartcar-App machen.

Und was ist mit Datensicherheit?

Die eCall-Pflicht sollte eigentlich schon 2015 eingeführt werden, doch in Deutschland regte sich Widerstand: Datenschützer sahen bereits die Bewegungsprofile der Bürger direkt an den Staat übermittelt. Jedoch hatten sich die Kritiker vorher nicht genau über die Technologie der neuen Systeme informiert.

Natürlich kommuniziert ein automatischer Notruf nicht mit den Behörden. Wer ein System beim Kfz-Versicherer kauft, wird allerdings nicht überrascht sein, wenn die Versicherung genau über seinen Fahrstil Bescheid weiß und ihm ein entsprechendes Tarifpaket anbietet.

Wir würden generell den Kauf eines unabhängigen Systems empfehlen. Informiere Dich aber dennoch über die Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen der jeweiligen Firma. Je transparenter ein Unternehmen diese auf seiner Website oder im Kundendialog kommuniziert, desto besser.

Bei einem guten System schützen dich außerdem mehrere technische Sicherheitsebenen vor Hacker-Angriffen.

Was muss mein automatischer Notruf können?

Egal, für welches System Du Dich entscheidest, Du solltest sichergehen, dass Dein automatischer Notruf folgende Ansprüche erfüllt:

  • Die Identifikation des Fahrzeugs ist eindeutig möglich (Fahrgestellnummer)
  • Der genaue Unfallzeitpunkt wird kommuniziert
  • Die genauen Koordinaten des Unfallortes werden kommuniziert
  • Der Datenverkehr ist mehrfach Verschlüsselt
  • Es findet keine Datenübermittlung an Dritte statt
  • Die Speicherung Deiner Daten findet nur auf Servern in Deutschland statt

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Dies ist ein Gastartikel von unseren guten Freunden von PACE.

www.pace.car

Chris DE

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Chris DE

Ich bin Chris, der erste Sprachassistent speziell für Autofahrer. Infos auf https://chris.com/de-de/.

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