Neues von der Insel: Auf den Spuren von Harry Potter, Highlander und Nessie

Über Durham und Edinburgh in die Highlands und zurück

Mitte Juni war es endlich soweit: BCM machten sich auf in Richtung Norden. Zunächst führte ihre Reise sie nach Bishop Auckland. Von dort besuchten sie Durham: Am Besten lässt sich dieses Städtchen mit Regensburg vergleichen. Ein Teil der Uni, das Schloss, die beeindruckende Kathedrale und die Altstadt liegen auf einer Halbinsel, umgeben von zwei Flüssen. Von nahezu jeder Straße führt ein Weg hinab an den Uferweg, so dass man dem Getümmel schnell entkommen kann. Auf diesem idyllischen Weg und diversen Grünflächen konnte Klein M ihren Bewegungsdrang ganz gefahrlos ausleben. In nahezu jedem College fand an diesem Tag ein Sommerfest mit Live-Musik statt, zu dem leider nur Studenten Zutritt hatten. Durham ist die drittbeste Uni in England und falls Klein M mal auf der Insel studieren möchte, definitiv eine Empfehlung seitens BC.

Auf dem Weg nach Edinburgh stoppten die Urlauber beim Beamish Museum, von wo sie sich auch nach fünf Stunden nur wieder schwer losreißen konnten. Ein passionierter Sammler, der die englische Alltagsgeschichte bewahren wollte, gründete dieses einzigartige Museum in den 80er Jahren und seitdem wird es kontinuierlich ausgebaut. Auf einem riesigen Areal finden sich 3 Orte und ein Festival. Die Orte stammen aus 1802, 1900 und 1910. Betritt man einen Ort wird man schlagartig in die jeweilige Zeit zurück katapultiert, denn: sämtliche Gebäude entstammen der jeweiligen Zeit (etwa Bank, Bäcker, Apotheke, Schule, Zahnarzt, Wohnhaus,…). Die Museumsmitarbeiter sind entsprechend gekleidet und verrichten die Arbeiten wie etwa Gartenarbeit, Backen oder Viehzucht ausschließlich mit den damals verfügbaren Gerätschaften — gelebte Geschichte also. Man kann jedes Gebäude betreten und erfährt dort beispielsweise wie damals Zähne behandelt wurden und kann die nach alter Methode und mit alten Geräten gebackenen Teigwaren auch kaufen. Bis auf wenige Ausnahmen (Zahnarztbesteck etwa) kann man auch alles anfassen, sehr zur Freude aller Kinder — und Erwachsener. Von Ort zu Ort kann man laufen oder aber eines der nostalgischen Gefährte (Tram oder Bus) nutzen. BC sind selten so intensiv in einem Museum in die Vergangenheit eingetaucht und würden es jederzeit wieder besuchen.

Edinburgh Castle
Blick auf Edinburgh mit Arthur’s Seat

Dann war es soweit: Schottland wollte entdeckt werden. Die ganz patriotischen Schotten passieren die Grenze mit erhobener Faust aus dem Fenster gereckt und bereits in der ersten Fahrstunde wurde klar, dass die Schotten keine Engländer sind, vornehme Zurückhaltung eher nicht so ihr Ding ist. BCM bezogen eine sehr zentral gelegene Wohnung in Edinburgh, die zu Fuß ca. 15 Minuten entfernt von Arthur’s Seat und 20 Minuten entfernt vom Zentrum lag. Leider kassierten sie gleich in der ersten halben Stunde einen Strafzettel — ungerechtfertigt ihrer Meinung nach, weshalb darüber aktuell noch mit dem privaten Parkplatzbetreiber gestritten wird. Begeistert stellten BC fest, dass direkt gegenüber der Wohnung ein thailändisches Restaurant sowie ein Pub zu finden waren, die beide in Babyphone-Reichweite lagen. BC freuten sich auf zwei tolle Abende auswärts. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie noch nicht begriffen, dass Klein M im Urlaub so viel Zeit wie nur irgend möglich mit ihren Eltern verbringen wollte und deshalb so lange wach blieb wie die Eltern und sicherheitshalber in der Nacht auch noch in das elterliche Bett wechselte, um deren Aufwachen nicht zu verpassen. Kurzum: Am Ende blieb BC im gesamten Urlaub eine halbe Stunde trauter Zweisamkeit, um sich eine Cider zu teilen. Aber zurück zum Wesentlichen: Edinburgh ist eine tolle und vor allem sehr grüne Stadt. Und sehr zur Freude von BC schätzen die Schotten das Schwein ähnlich wie die Bayern, so dass sie in den Genuss einer Schweinebraten-Semmel kamen. Das Schloss war Pflichtprogramm, ansonsten stromerten die Drei durch die Stadt, pausierten in Parks, bestiegen Arthur’s Seat und bewunderten am Abend von der Sternwarte aus die großartige Lage der Stadt: eingeschmiegt in zahlreiche Hügel, von denen man das Meer sehen kann. Edinburgh hat viel zu bieten und BC kommen auf jeden Fall nochmal wieder.

Loch Tummel, Queen’s View
Blick auf unsere Nachbarn

Am bisher einzigen Regentag machten sie sich auf in die Highlands, genauer gesagt an den unteren Rand des Cairngorm Nationalparks. Dort bezogen sie ein idyllisches Cottage. Spätestens hier entdeckte Klein M ihre Begeisterung für Schafe, die einzigen Nachbarn. Noch vor dem Frühstück (und das sagt wirklich viel) mussten die Schafe begrüßt werden…d.h. Klein M stand am Zaun, hat die Schafe angeschrien und konnte nicht verstehen, warum die Schafe sich nicht genauso verhalten wie ihre Eltern, d.h. zu ihr zu kommen, sobald sie schreit. Von dort haben BCM die nahe gelegenen Lochs und Wälder erkundet, die Ruhe genossen und sich gefreut, einmal wieder Berge zu sehen. Einer der Monroes (Berge über 1.000m) sollte denn auch fast bezwungen werden. Aber in den luftigen Höhen wehte so frostiger Wind, so dass sie sich entschlossen für das frierende Klein M umzudrehen. Trotzdem war es eine tolle Tour und Klein M über 1.000m weit oben. Einen Tag ging es dann mitten in die Highlands, zum Namensgeber des Nationalparks, dem Cairngorm. Hier präsentierte sich Schottland wieder von einer ganz anderen Seite. BCM schlendern Richtung Loch und finden sich auf einmal in einem Pinienwäldchen wieder mit Blick auf einen Sandstrand. Der Wind ist so stark, dass die Wellen auf dem Loch das Gefühl vermitteln als sei man am Meer.

Nach fünf Tagen Sonnenschein, viel Natur und Bewegung, traten BCM den Rückweg nach England an. Der Plan noch drei Tage im Lake District zu verbringen wurde kurzfristig aufgrund des schlechten Wetters gestrichen. Vorteil dieser Variante: BC hatten zweieinhalb freie Tage während Klein M in der Kita war. Ein guter Abschluss. Einziger Wermutstropfen: Sie haben Nessie leider nicht gefunden, aber sie sind sich sicher: Nessie ist einfach umgezogen,der Trubel an Loch Ness ist auf Dauer einfach zu viel geworden.

Gleich im Anschluss kam Besuch aus der Heimat: Oma und Opa. Klein M genoß die Zeit mit den Großeltern in vollen Zügen, ebenso wie BC, die dadurch immer wieder eine Auszeit erhielten, beispielsweise um japanisch Essen zu gehen. Außerdem zeigte sich England Wettertechnisch einmal mehr von seiner besten Seite, so dass sie laue Abende im Garten genießen konnten. Da das Wetter erfreulicherweise auch vor und nach dem Besuch der Großeltern schön war und ist (allseits bekanntes Phänomen, gemeinhin als Sommer bezeichnet) und um dem Biergarten-Heimweh zu trotzen, haben BC mit zwei anderen deutschen Familien den Bierchen-Mittwoch ins Leben gerufen: Sie treffen sich Mittwochs reihum direkt nach der Kita, trinken ein Bier und ratschen während die Kinder gemeinsam spielen. Das ersetzt zwar keinen richtigen Biergarten mit gutem Bier, aber es ist eine schöne junge Tradition, die fortgeführt werden will. Im August freuen sich BCM schon auf die nächsten Besucher, mit denen sie dann hoffentlich auch noch schöne Sonnenstunden auf der Insel genießen können.

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