BFE+ beim G20 vom Erdboden verschluckt
Es wurde ja seit Gründung der BFE+ Einheit bereits viel über Sinn und Unsinn dieser Einheit diskutiert. Auf politischer und fachlicher Ebene. Aber eine wesentliche Aufgabe ist es schnell einzugreifen, wenn andere Sondereinsatzkommandos gebunden sind.
Letzte Woche Dienstag noch hat Thomas de Maizière diese Einheit der Bundespolizei mal wieder medienwirksam in Hamburg zum G20 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Nur, als diese Einheit dringend gebraucht wurde, war sie weit und breit nicht zu sehen.
Originäre Aufgabe dieser Einheit ist es, Lücken zwischen GSG9/SEK und Bundesbereitschaftspolizei zu schließen. Das BFE+ hat den Auftrag, bei besonderen Gefährdungslagen Angreifer zu binden, Unbeteiligte zu schützen und Verletzte zu versorgen. Des Weiteren soll das BFE+ eigenständig gegen Täter vorgehen, wenn SEK und/oder GSG9 nicht rechtzeitig eingesetzt werden können.
Man kann wohl festhalten, dass am Freitag den 7.7.2017 in der Hamburger Schanze eine Lage vorherrschte, die genau dem Aufgabengebiet des BFE+ entsprach.
Nur wo war das BFE+? Vom Erdboden verschluckt…
Sämtliche SEKs und GSG9 waren laut Einsatzleiter Dudde so tief in der Stadt vergraben, dass es sage und schreibe 3 Stunden gedauert hat sie auszubuddeln und zu verlegen.
Wie oben erwähnt ist es Aufgabe des BFE+ in den Einsatz zu gehen, wenn andere Sonderkommandos anderweitig gebunden sind.
Also die Frage, wo das BFE+ zu diesem Zeitpunkt war, ist eine sehr wichtige zur Aufklärung dessen was da am Freitag in der Schanze geschehen ist.
Sollte eine BFE+ Einheit vor Ort gewesen sein, aber anstatt die Steine und Monotov-Cocktail werfenden Hooligans vom Dach zu holen und lieber das SEK angefordert haben, wäre das ein Skandal.
Sollten sämtliche BFE+ Kapazitäten ebenfalls gebunden gewesen sein, ist das ein eklatanter Einsatzfehler, der dazu geführt hat, dass 3 Stunden lang die pure Anarchie im Schanzenviertel geherrscht hat.
Hier würde sich ein gravierender taktischer Fehler seitens der Einsatzleitung offenbaren. Es hätte mindestens eine BFE+, SEK oder GSG9 Einheit inkl. Heli in Bereitschaft gehalten werden müssen, dann hätten notwendige Einheiten sehr schnell vor Ort sein und die Lage bereinigen können.
Es ist nicht hinnehmbar, dass die Öffentlichkeit darüber im Dunkel gelassen wird, welche Einheiten denn konkret bei Ausbruch der Gewalt in der Schanze vor Ort waren und welche nicht.
Was wir wissen ist…
es waren Einheiten vor Ort, welche genau unklar. Das normale Bereitschaftspolizisten nicht in so eine Lage gehen, ist selbstredend — Dafür sind sie nicht ausgebildet. Es sollen BFE Einheiten rückwärtig am Neuen Kamp gewesen sein, ob auch BFE+ ist unklar.
Sondereinsatzkommandos waren gebunden
SEK und Österreichische COBRA sind viel zu spät verlegt worden.
Was wir nicht wissen ist…
wo BFE+ war, das ja genau für solche Lagen mit viel TamTam gegründet wurde.
Diese Frage zu beantworten ist wesentlich, weil die Bürger wissen möchten, wie es sein kann, dass in einer Großstadt 3 Stunden lang ungehindert der Mob wütend kann. Die Antwort “Man könne nicht alles vorhersehen” führt in die Irre, denn Großlagen sind nie zu 100% vorhersehbar und planbar. Es gibt immer Restrisiken und genau daher ist es enorm wichtig, nicht sämtliche Spezial-Einheiten zu binden, sondern sich eine gewisse Einsatzflexibilität zu bewahren, so dass man auf besondere, nicht vorhersehbare Lagen reagieren kann.
Das Politik, Einsatzleitung und Polizeipräsident hier von sich behaupten “Alles richtig gemacht zu haben” ist in diesem Zusammenhang einfach nur zynisch.
