Kampfansage: Snapchat auf dem Weg zum Werbegiganten

Graz stand letzte Woche ganz im Zeichen des Fifteen Seconds Festivals. Speaker aus aller Welt waren vertreten, um über aktuelle Trends in Sachen Marketing und Social Media zu sprechen. „Fifteen Seconds“ meint die Zeit, die es brauchen sollte um einen Kunden von einem Produkt zu überzeugen. Nicht unerwartet war Snapchat ein dominierendes Thema in den Vorträgen und die vielleicht meistgenutzten App vor Ort. Um allerdings auf die bevorstehende Neuerung bei Snapchat einzugehen, haben wir etwas länger als 15 Sekunden eingeplant.

Unterstützung für die Werbefläche

Die Besonderheiten der App müssen wir an dieser Stelle wohl nicht mehr erklären. In den kommenden Monaten wird sie allerdings noch etwas besonderer: Das Unternehmen arbeitet 24/7 daran, die Werbemöglichkeiten für Marken und Firmen ebenso einzigartig wie die App selbst zu gestalten — und stellt sich dafür nun ein unschlagbares Team aus namenhaften Partnern zusammen. Snapchat kündigt eine API an — eine Programmierschnittstelle — über die mehr als 20 Technik- und Content-Spezialisten Snap Ads für Kunden realisieren sollen.

Vaynermedia wird Snapchat Partner

Power to the Experts

Um es Kunden zu ermöglichen, ihre Geschichten lebendig und gleichzeitig authentisch zu erzählen, übergibt Snapchat die Verantwortung der Aufbereitung nicht nur an eine, sondern gleich zwei Experten-Gruppen: Ad und Creative Partners. Ihre Ad Partner sind dafür zuständig, die Software für Werbende auf Snapchat auszurichten: Optimierungen, Möglichkeiten des Verkaufs und die Analyse einer Kampagne sind nur einige der Aufgaben, mit denen die zukünftigen Partner konfrontiert werden. Als Ad Partner wurden vorerst 4C, Amobee, VaynerMedia, Brand Networks, SocialCode, TubeMogul, als auch Adaptly and Unified vorgestellt.

Um im kreativen Team mitzuwirken, waren herausragende Erfahrung im Bereich des Social Contents, aber auch dem vertikalem Video Format (V3), in dem die Snap Ads gelaunched werden sollen, ausschlaggebend. Diese Gruppe setzt sich zusammen aus Big Spaceship, The 88, Alldayeveryday, Matte Finish, VaynerMedia, Virtue, Refinery29, BrandLab, Moment Studio, Stun Creative, The Mill, Studio Number One, MediaMonks, Unit9, Contented und Truffle Pig.

„A watershed moment for our company“

Wer im Social Web tätig ist und noch kein Auge auf den Content von Gary Vaynerchuck und seinem Team geworfen hat, macht irgendetwas falsch. Seit sich die amerikanischen Vorreiter beim Thema Online Marketing “day-trading attention” zum Ziel gesetzt haben, wurde VaynerMedia zu unserer täglichen Lektüre bei Cloudthinkn. So überrascht es uns kaum zu hören, dass VaynerMedia das einzige Unternehmen ist, welches in Zukunft sowohl als Ad, als auch als Creative Partner für Snapchat zum Einsatz kommt.

Day-trading attention means understanding where the end consumer actually spends their time, while the rest of the market believes that this consumer’s time is being spent elsewhere. Over the course of the past five or six years, there have only been one or two monumental shifts that have caught my attention, but none more so than Snapchat.“
Gary about Snapchat

Grenzen der Snap-Ads

Am Anfang sind vor allem Video Ads geplant, aber auch gebrandete Geofilter und Linsen sollen folgen. Die Einführung des API in Zusammenarbeit mit den Besten der Branche verspricht, die Werbung auf der Plattform längerfristig drastisch zu verändern. Bei diesem Schritt steht natürlich die Qualität der Ads an erster Stelle und Snapchat hat angekündigt, jede Werbeeinschaltung genauestens unter die Lupe zu nehmen. Snapchat nimmt vorweg, dass NutzerInnen die mobile Reality-Show in Form von Geschichten der Freunde durch Werbeeinschaltung auf keinen Fall verdorben wird. Das Team arbeitet an einem Native Advertising, welches zu 100% der Plattform entspricht. Vor weiteren Herausforderungen steht Snapchat in Bezug auf die Zielgruppe und einer geeigneten Form des Targeting, welches bis dato noch nicht absehbar ist. Im Gegensatz zu über 1 Milliarde UserInnen, die Tag für Tag Facebook besuchen, würden Snapchat Ads derzeit nur 150 Millionen Menschen weltweit erreichen. Weiters spricht Snapchat eine sehr junge Zielgruppe an und hat es bis jetzt kaum geschafft, NutzerInnen über 35 für die App zu begeistern.

Auf der Überholspur

Jedoch darf man in dem Zusammenhang nicht vergessen, dass Snapchat erst vor knapp einem Jahr überhaupt bezahlten Content eingeführt hat und mittlerweile bereits viele Social Media Giganten in den Schatten stellt. Die Zahlen sprechen bereits für sich, doch die angekündigte API wird das Spielfeld der Werbetreibenden noch einmal gehörig aufwühlen:

150 Millionen 
… NutzerInnen verwenden Snapchat täglich

41% der Konsumenten 
… zwischen 18 und 34 Jahren werden über Snapchat jeden Tag erreicht.

26 Posts pro Woche …
… werden durchschnittlich von Brands auf Snapchat gepostet.

Mehr als 2/3 der Videos …
… werden mit Sound abgespielt. In den Geschichten und Ads spielt Ton eine große Rolle und Snapchat bietet die Möglichkeit, diesen Ton auch an die UserInnen zu bringen — bei Facebook werden die meisten Videos beim Durchscrollen immer noch ohne Musik abgespielt.

Doppelt so viel Aufmerksamkeit …
… als auf Facebook erzielen visuelle Ads über Snapchat. In der Studie grenzte sich Snapchat auch stark von Instagram und Youtube ab.

224 Millionen Views …
… an einem Tag erzielte der gebrandete Taco-Bell-Filter.

38.000 Downloads in einem Monat …
… verzeichnete das Fan App von Nissan, nachdem es auf Snapchat beworben wurde.

730 Leute …
… wurden angestellt, um das zuvor nicht vorhandene Ad Business innerhalb von 18 Monaten in Schwung zu bringen.

Wovon zur Hölle reden wir da? Für jene 2 Leser, die Snapchat noch nicht kennen, hier unsere Snapchat Story zur App 😎