Hat deine Gemeinde ein Gemeinschaftsproblem? — Ein Selbsttest (Teil 2)

Wie gesagt: Seid ihr offen für Neue? Nehmt ihr Menschen schnell in euer Netzwerk auf? Seid ihr eine willkommen-heißende Gemeinschaft? Es ist nicht leicht offene Gemeinde zu bauen!

Hier sind weitere vier (von insgesamt sieben) Symptome mit denen du deine Gemeinde testen kannst.

Deine Gemeinde hat ein Gemeinschaftsproblem, wenn…

4) Wenn sich jemand über die Sofagruppen-Vermittlung beschwert.

„Sofagruppen“ ist unser Wort für Kleingruppen, zuhause, unter der Woche. Schon immer haben sich bei uns vereinzelt Leute darüber beschwert, schlecht vermittelt zu werden und warten zu müssen. Was das bedeutet, habe ich erst später verstanden: Es heißt zum einen, dass es da eine ganze Menge Leute gibt, die dieses Problem bei uns haben. (Die wenigen Emails, die bei mir dazu ankommen, sind von den Wenigen, die den Nerv hatten dem Pastor darüber zu schreiben.) Und es heißt zum anderen, dass wir einen Weg in wirklich gute Gemeinschaft blockieren, der eigentlich unser breitester sein sollte. Denn wo sonst nehmen Menschen so sehr Anteil aneinander wie in einer guten Sofagruppe?

5) Wenn eure Gemeinde bekannt für gute Predigten ist.

Das gilt genauso für gute Anbetungsmusik — im Grunde für alles, was von der Bühne kommt. Es ist natürlich toll für ein gutes Bühnenprogramm bekannt zu sein. Aber fast keine Gemeinde hat genug Kraft, um alle Aspekte der Gemeindearbeit gleich gut zu tun. Wenn es super Predigten oder Gemeindemusik gibt, dann wird es nicht selten woanders fehlen. Bei einer starken Bühne, die so oder so Menschen in die Gemeinde zieht, ist das Thema Gemeinschaft besonders gefährdet.

6) Wenn es ständig Probleme damit gibt, neue Freiwillige zu finden.

Warum? Weil Menschen das Gefühl von Zusammenhalt, Freundschaft und Nähe brauchen, um für eine Sache aktiv zu werden. Wahrscheinlich trifft auch auf euch diese Erfahrung zu: Je wenige Leute mithelfen wollen, desto weniger fühlen sich neue Menschen in eure Gemeinschaft integriert.

7) Wenn die Einzelspenden sinken.

Viele Gemeinden unterscheiden Dauerspenden (per Dauerauftrag) und Einzelspenden. Letzteres bedeutet, dass jemand hin und wieder eine Spende überweist. Ich gehe davon aus, dass hinter beiden Optionen Menschen stehen, die bereits bei uns angekommen sind, die sich wohlfühlen und deswegen spenden.

Beim Berlinprojekt beobachten wir, dass mit der Zeit immer mehr Gemeindeleute von Einzel- zu Dauerspendern werden. Sie werden verbindlicher; die Anzahl der Dauerspender steigt.

Die entscheidende Frage ist, wie sich dabei die Zahl der Einzelspender entwickelt? Wenn sie parallel zu Gunsten der Daueraufträge sinkt, wird der Kern der Gemeinde zwar immer verbindlicher, aber es ist auch ein Zeichen dafür, dass weniger neue Leute nachrücken und neu angekommen sind.

Im ersten Teil dieses Artikels findest du vier weitere Symptome.

Das Fazit:

Wo auch immer deine Gemeinde steht — es lohnt sich in bessere Gemeinschaft zu investieren. Gute Gemeinschaft passiert nicht von selbst. Dabei sie ist ein Kernversprechen von Gemeinde. Wo sie gefördert wird, blühen Menschen auf.

Falls du für deine Gemeinde neue praktische Ideen zum Thema Gemeinschaft entwickeln möchtest, nimm an diesem Workshop-Wochenende teil: „Offene Gemeinschaft“

Zusammen mit 15 anderen Pastoren und Gemeinschaftsbegeisterten entwickeln wir dort Anfang Mai neue Ideen und Konzepte. 
Herzliche Einladung!