Die sieben Todsünden auf Social Media

Halloween-Special by coffeeandsteph

Werwolf-Hände hoch — wer von euch hat sich schon ins gruselige Kostüm geschmissen und ist auf dem Weg zur diesjährigen Halloween-Party? Und wer von euch bleibt daheim, wartend darauf, dass es an der Türe klingelt und kleine Geister voller Inbrunst schreien: Süßes oder Saures?

Was auch immer ihr heute in der Geisternacht vorhabt: Solltet ihr euer Smartphone dabei haben, um eure Erlebnisse mit der Instagram-, Facebook-, oder Twitterwelt zu teilen, dann seid vorsichtig!

Ich habe heute einige Tipps für euch, die ihr unbedingt beherzigen solltet. Denn auch auf Social Media gibt es 7 gruselige Todsünden, die es zwingend zu vermeiden gilt!

Hochmut

Kennt ihr sie auch, diese Personen, die einen Instagram-Account, Blog oder YouTube-Kanal eröffnen und nach kurzer Zeit wieder aufhören? “Es hat nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe!”, sagen sie dann und ziehen eines gar nicht erst in Betracht. Dass es an ihnen und mangelndem Ehrgeiz liegt.

Niemand ist über Nacht zum Social-Media-Star geworden, denn in der Regel ist es ganz schön schweißtreibend, seine Kanäle zu etablieren. Es bedarf einem extrem hohen Maß an harter Arbeit, seine Online-Präsenz zu pflegen. Anstatt schon nach zwei, drei Monaten die Flinte ins Korn zu werfen, gilt es Energie in qualitativ hochwertigen Content zu stecken und diesen auf kontinuierlicher Basis zu veröffentlichen. Und noch mal die gleiche Energie wird es euch kosten, eine treue Community aufzubauen!

Wer nach kurzer Zeit schon die Flinte ins Korn wirft, hat da meines Erachtens irgendwas nicht richtig verstanden!

Habgier

Ihr habt angefangen, Social Media zu nutzen, um eine möglichst hohe Zahl an Followern zu generieren? Herzlichen Glückwunsch — genau das ist der falsche Weg.

Warum fahrt ihr auf Twitter oder Instagram die Follow-Entfollow-Taktik? Warum sind euch Zahlen so wichtig? Ich kann euch eins versichern: Andere Social-Media-Nutzer sind nicht dumm! Sie sind nämlich alles andere als stumpfe Zahlen, sie sind reale Menschen. Menschen, die sehen, dass ihr ihnen nur folgt, damit sie euch zurückfolgen — nur um ihnen dann wieder zu entfolgen.

Weil heute Halloween ist, habe ich einen Pro-Tipp für euch!

Qualität, Kontinuität und Authentizität sind die Schlüssel zum Erfolg!

Und an alle Influencer: Nur aus der Motivation heraus anzufangen, möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen, anstatt Passion als Antrieb zu haben, ist ebenso der falsche Weg!

Wollust

Das Ding mit der Wollust schließt sich nahtlos an die Todsünde “Habgier” an.

Hier geht es um die Sucht nach mehr! Nach mehr Likes, nach mehr Followern, nach mehr Anerkennung. Und diese Sucht führt einige tatsächlich in Versuchung. Es wird einem heutzutage ja auch so einfach gemacht. Schnell hat man ebay und Co an geschmissen und kann sie sich kaufen — die nächsten 10.000 Follower, oder einfach mal ein paar Likes, damit der Content nach oben schwappt.

Fangt ihr einmal damit an, werdet ihr sehr schnell in eine Spirale geraten, aus der ihr es vermutlich gar nicht mehr herausschafft. Einmal 1000 Likes auf ein Instagram-Foto gekauft, wollt ihr das beim nächsten Post und beim übernächsten Post sicherlich auch haben. Diese erhaltet ihr aber nicht automatisch, denn alles was ihr euch kauft sind Bot-Aktivitäten, die nicht nachhaltig sind. Gekaufte Follower interagieren nicht mit eurem Content. Gekaufte Likes beziehen sich nur auf einen einzelnen Post. Wollt ihr also permanent hohe Like-Zahlen für euren Content erhalten, werdet ihr immer weiter dafür bezahlen müssen. Und damit steckt ihr schlussendlich Energie (und Geld) in einen toten Account.

Doch wo bleibt da der Spaß? Wo bleibt die Authentizität? Und wo bleibt vor allem der Sinn von Social Media? Geht es nicht um einen ehrlichen Austausch mit einer Community, die die gleichen Leidenschaften und Interessen teilt, wie ihr es tut?

Hört also auf mit dem Quatsch und fangt endlich an Social Media “richtig” zu nutzen! Dazu gehört das Posten von Inhalten die folgendes sind:

  • lehrreich
  • unterhaltsam
  • inspirierend

Zorn

Diese Todsünde richtet sich an all die Trolle! Ihr nutzt Social Media nur, um in der vermeintlichen Anonymität des Internets mal ordentlich Dampf abzulassen? Ihr reagiert auf Posts ausschließlich mit Hass, negativen Kommentaren und schlagt nur so um euch? Ganz großes Kino! #Ironie

“Nicht böse gemeint, aber du bist echt scheiße!”

Habt ihr schon mal von konstruktiver Kritik gehört? Well, let me google that for you!

Und dann gibt es noch die Menschen, die mit gewissen anderen Leuten so gar nichts anfangen können und sich ständig das Maul über sie zerreißen! Trotzdem konsumieren sie jeden einzelnen Post, jede einzelne InstaStory und wissen bestens über die Leute Bescheid. Nur, um sich dann noch mehr über sie aufzuregen. Ihr merkt´s selbst, oder? #Stalking

Völlerei

Etwas das auch nie gut ist, ist “zu viel” von allem. Wie gesagt, es ist wichtig, kontinuierlich Inhalte zu veröffentlichen — dennoch solltet ihr es nicht übertreiben. Das 10. Foto von eurem Essen an einem Tag, oder der 25. Clip in eurer InstaStory ist einfach übertrieben. Denn damit degradiert ihr eure Inhalte und sie werden für die Community irrelevant.

Ebenso verhält es sich mit dem eigenen Konsum von Social-Media-Inhalten. Findet eine gute Balance, wem ihr folgt und auf welchen Plattformen ihr aktiv/angemeldet sein.

Ihr habt es bestimmt schon selbst erlebt, dass ihr gewisse Social-Media-Persönlichkeiten so dermaßen interessant fandet, dass ihr einfach nichts von dem verpassen wolltet, was sie posten. Habt ihr euch womöglich sogar Snapchat und Co zugelegt, weil derjenige dort Exklusiv-Inhalte teilt, die ihr auf den anderen Plattformen nicht zu sehen bekommt?

Überdenkt dahingehend euer Social-Media-Verhalten unbedingt. Je mehr Inhalte ihr von anderen konsumiert, desto mehr werden eure eigenen Inhalte an Persönlichkeit verlieren! Denn ihr werdet höchstwahrscheinlich versuchen, so zu sein, wie euer Vorbild — und damit eure authentische Wirkung nach und nach verlieren!

Neid

Versteht mich nicht falsch: Vorbilder zu haben ist immer gut. Sie sind Inspirationsquelle und Motivator. Vergesst darüber hinaus aber nicht, euren eigenen Weg zu gehen.

Es ist ein schmaler Grad zwischen Inspiration und Neid. Wenn ihr immer nur auf andere schaut, werdet ihr euch früher oder später fragen: “Wieso hat er/sie eigentlich so viele Follower mehr, als ich?” Und dann wird es nicht mehr lange dauern, bis ihr den Spaß an Social Media verliert.

Wie es besser geht?

Es gibt immer Personen, die über das gleiche Thema schreiben, wie ihr es tut. Statt neidisch zu sein, empfehle ich euch, sich mit ihnen zusammenzuschließen. Nutzt Synergien, kollaboriert miteinander und unterstützt euch gegenseitig. Dadurch werdet ihr beide wachsen und von einander profitieren!

Trägheit

Die letzte Todsünde heißt “Trägheit” — und auf diese komme ich immer wieder zu sprechen. Wenn es um das Thema Social Media geht, oder darum, seinen Expertenstatus auszubauen und zu einer Personal Brand zu werden, ist eine Sache ganz fatal: Faulheit!

Wie heißt es so schön: “Von nichts kommt nichts”. Um gute Inhalte zu produzieren ist es wichtig, engagiert, motiviert und ehrgeizig zu sein.

Um als Experte wahrgenommen zu werden, werdet ihr euch permanent weiterbilden müssen. Gerade auf Social Media entstehen Trends gefühlt über Nacht. Ihr müsst am Ball bleiben, stetig neugierig bleiben und dazu bereit sein, hart zu arbeiten. Produziert kontinuierlich Inhalte, hört darauf, was eure Community sagt, interagiert mit ihr und gebt nicht auf.

Harte Arbeit wird sich immer auszahlen.

No Masterpiece was ever created by an lazy Artist! — Salvador Dali

Ich wünsche euch eine schaurig-schöne Halloween-Nacht, viele Süßigkeiten und möglichst wenige faule Eier an eurer Hauswand!

Seid ihr jemals in die Falle einer dieser Todsünden geraten? Lasst es mich und die anderen Leser unbedingt wissen.