Let it Sparkle – meine Eindrücke von der ContentWorld 2017

Von Content Strategy, KPIs und Community Building.

Dienstag, 06:15 Uhr am Köln/Bonner-Flughafen. Draußen war es noch dunkel und ich befand mich noch nahezu im Halbschlaf, als der Security-Beauftragte am Sicherheitscheck fragte, ob ich eine Fashion-Bloggerin sei. Mit dem ersten Lächeln des Tages betrat ich guter Laune die Maschine nach Hamburg und flog mit rotgolden aufgehender Sonne gen Norden.

Schon lange habe ich mich auf die diesjährige ContentWorld gefreut — ein Kongress, der den Schwerpunkt auf Content Marketing legt und in diesem Jahr folgende Überschrift trägt:

„Let it sparkle“

Organisiert wird die Veranstaltung von Management Forum & der Handelsblatt Verlagsgruppe. Und auch jetzt, wo der Kongress vorbei ist, ich den Blick aus dem Cafe-Fenster auf die Alster werfe, die durch die hamburg-typischen Regentropfen zum „sparklen“ gebracht wird, kann ich gar nicht sagen, wie sehr ich mich gefreut habe, als mich die Organisatoren vor einigen Monaten fragten, ob sie mich als Speakerin zum Thema „Telekom InstaWalks“ einladen dürften.

Das Programm versprach so einiges, denn neben meinem eigenen Namen fand ich so viele unglaublich imposante Persönlichkeiten. Um nur ein paar (meiner) Highlights zu nennen:

  • Philipp Westermeyer — der Gründer der Online Marketing Rockstars (meine Lieblingsveranstaltung rund um Marketing und Kommunikation)
  • Simon “unge”— der YouTuber und Twitcher, von dem ich insgeheim riesiger Fan bin (auch hier habe ich bereits meine Sympathie bekundet)
  • Klaus Eck — Gründer und Geschäftsführer von d.tales — und eine wahre Kommunikations-Ikone (zumindest kommt man auf Twitter kaum an seinen interessanten Inhalten vorbei)

Im Hamburger Sofitel angekommen, startete der Kongress mit der Opening Keynote von Michaela Ion — Head of Content Marketing bei Sony. Ihr Vortrag fokussierte sich auf Communities und darauf, wie man mit seinen Inhalten bei der Zielgruppe punktet. Sony´s Strategie zielt dabei auf drei wesentliche Faktoren ab:

Engage — Inspire — Empower

Die Key-Messages, die ich für mich mitgenommen habe, sind:

„Kenne deine Community!“

Viele Unternehmen kommunizieren, im Unklaren darüber, wen sie eigentlich erreichen wollen, einfach mal an „alle“ um „irgendwen“ zu erreichen — erreichen dabei aber in Wahrheit niemanden so richtig!

Und auf die Nachfrage, welcher der für Sony wichtigste KPI ist, antwortete sie:

„Engagement“

„Wenn die Community nicht mit dir interagiert, ist der Content nicht viel wert!“: Diese Aussage kann ich nur unterstützen und mir hat es sehr gefallen, dass Sony´s gesamte Strategie darauf aufgebaut ist, mit der Community in Kontakt zu treten und mit ihr zu interagieren.

Wie kann man die Community animieren, mit dem veröffentlichen Content zu interagieren? Indem man sie mit den Inhalten inspiriert und ihnen Mehrwert bietet. Der Empower-Faktor bedeutet für Sony: Zeige der Community, wie auch sie die Produkte und Services so nutzen können, dass sie sich selbst eigene Communities aufbauen können, um Leidenschaften zu teilen.

Wie ich persönlich zum Thema Community Building stehe, habe ich euch ja bereits in einem meiner Blogposts erzählt. Schaut mal hier!


Weiter ging es dann mit dem Vortrag von Klaus Eck, der von Transmedialem Storytelling handelte. (Disclaimer: Mir wurden leider in der Pause meine handschriftlichen (!) Notizen gemopst, so dass ich jetzt nur noch meine Key Take-Aways wiedergeben werde).

Klaus beschrieb den Weg des Storytellings — über diverse Kanäle und Abteilungsgrenzen hinweg. Crossmedial war gestern — also seine Inhalte auf unterschiedlichen Kanälen zu „verlängern“. Transmedial bedeutet nun, seine Geschichten anzureichern (z. B. mit visuellem Content) und diese auf den unterschiedlichen Kanälen kanalgerecht, emotional, authentisch und persönlich zu erzählen. Marken brauchen Gesichter und Gesichter können selbst zu Marken werden, wie wir wissen. Seine Best-Practice Beispiele sind Gary Vaynerchuck (Tayfun wird sich freuen) und John Legere. :) Sie erzählen ihre Stories konsequent auf „allen“ Kanälen, veröffentlichen regelmäßig Content und wirken dabei äußerst authentisch. Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass diese Persönlichkeiten aber auch ganze Teams hinter sich stehen haben, die helfen, Content zu produzieren und Geschichten zu erzählen.


Wisst ihr, wann mich ein Vortrag so richtig fesselt? Genau dann, wenn ausgerechnet ich währenddessen mal nicht das Smartphone in der Hand habe und inspirierende Aussagen direkt vertwittere. So ging es mir, als OMR-Gründer Philipp Westermeyer die Stage betrat. Von der ersten Sekunde an hing ich so an seinen Lippen, dass ich gar nichts anderes währenddessen hätte machen können. Umso spannender die Erkenntnis, dass nicht mal die Hälfte des Publikums die Hände hob, als Philipp fragte, wer hier im Raum die Online Marketing Rockstars kennt. Hashtag Wissenslücke!

Der Fokus des Vortrags lag darauf, wie aus der OMR-Konferenz nun eine ganze Medienmarke entsteht! Mittlerweile gibt es Rockstars-Reports (Magazine), es werden Podcasts produziert und sie veranstalten sogar bald die erste Podcast-Nacht in der Elbphi. Was mich persönlich aber so dermaßen fesselte, waren all seine vielen anschaulichen Beispiele zu gutem Content und ansprechenden Marken.

Tesla zum Beispiel: Klar, die Autos sind schon ´ne Wucht. Elektromotor und so, sehen fancy aus, sind super fortschrittlich. Aber was man nicht außer Acht lassen sollte ist der Distributionsweg, den Tesla wählt. Denkt mal darüber nach, wie wir hier in Deutschland Autos kaufen. Tesla macht das viel geschickter! “Da schlendert man samstags mit Freundin im Arm durch die Hamburger Innenstadt und neben Mephisto ist dann halt auch ein Tesla-Laden.” Man kann sich die Autos im Schaufenster angucken, als lägen dort Schmuck oder Legosteine aus. Man tritt ganz einfach mit der Marke in Berührung und so integriert sich eben diese ganz einfach in dein alltägliches Leben.

Bei herkömmlichen Automarken ist das anders! Um deren Autos zu erleben, müssen wir meist erst mal vorbei am Rotlichtbezirk in irgendein shady Gewerbegebiet fahren, um uns ein paar Autos angucken zu können. Tesla macht das viel geschickter.

Übrigens genießt Tesla noch ein weiteres Privileg: Sie haben den (Philipp´s Meinung nach) größten Influencer der Welt an Bord — Elon Musk! „Wer weiß schon, wie der Chef von BMW heißt!“ ;-)

Weitere positive Beispiele waren Amazon Prime, Thermomix und die Casper-Matratzen — das werde ich jetzt nicht weiter ausführen, da dieser Text sonst ellenlang wird. Die Quintessenz ist aber: Es muss für den Kunden einfach sein, mit der Marke in Berührung zu kommen, sie braucht einen für sich passenden Marketing-Mix (beim Thermomix sind das Magazine), die Marke oder das Produkt muss erlebbar sein und man muss das Produkt easypeasy bezahlen können (1-Click bei Amazon Prime).


Nach Pausen und weiteren Vorträgen, ließ mich Mirko Lange aufhorchen. Titel seiner Keynote: „Mit den richtigen Prozessen abteilungsübergreifend dauerhaft guten Content erstellen!“

Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich in den vergangen zwei Tagen das Buzzword ContentStrategy gehört habe. Und so sehr wir uns alle eine wünschen, so wenig existiert sie scheinbar in der Branche. Kein Wunder, sagte Mirko — denn gerade große Unternehmen habe so viele Abteilungen und damit so viele Silos, dass es richtig schwer ist, eine Strategie aufzustellen, die für jeden passt.

Es beginnt ja schon beim Begriff „Content“. Für die einen muss er snackable sein, für die Marketer muss er branded sein, SEO-Spezialisten schwören auf keyword-optimierten Content, es gibt Befürworter des persönlichen und authentischen Contents und für wieder andere bedeutet Content noch mal was ganz anderes.

Key-Take-Aways:

„Die Kunst ist, eine für alle passende Content-Strategie zu entwickeln. Diese muss auf die Kommunikations- und Marketingstrategie einzahlen!“ (Anmerkung: Das ist nämlich nicht ein und das gleiche!)

Für die Entwicklung einer guten Content Strategie sollte man sich folgende Fragen stellen:

„Wie gut ist der Content auf die Bedürfnisse der Community ausgerichtet?“ und
„Wie gut sind all die bestehenden Kanäle auf eine gemeinsame Strategie fokussiert?“
„Eine Strategie kann nur dann funktionieren, wenn alle unterschiedliche Perspektiven (s. o. zu „Content“) berücksichtigt werden und diese gemeinsam eine Strategie entwickeln, mit der sich alle identifizieren!“

Mirko Lange sagte außerdem, dass die Etablierung einer Content Strategie auch immer eine Art Change Prozess ist und man es langsam angehen sollte. Jedem sollte entsprechend Zeit gegeben werden, sich mit ihr zu identifizieren! Spannender Aspekt, wie ich finde! Und genau da sieht man auch wieder, dass man eine solche Strategie eben nicht mal so eben aus dem Ärmel schüttelt, auch wenn sich jeder noch so sehr eine wünscht! Ich persönlich finde, man kann (und sollte dringend) auch erst mal klein anfangen und für jeden Kanal eine Strategie (oder ein Konzept) entwickeln, und dann langsam auf ein großes Gesamtbild hinarbeiten.

Die Tipps zum Abschluss von Mirko Lange möchte ich euch nicht vorenthalten:


Nach einer erneuten Pause wurde ich dann so langsam unruhig. Ein paar Reihen vor mir saß Simon „unge“, der bereits auf seinen Vortrag zu Live-Streams wartete. Noch am Vorabend sah ich mir seinen #ungeklickt Livestream auf Twitch an. Ein Format, in dem er auf die Top- und Flop-YouTube Videos aus den letzten Wochen reagiert. Sau lustig, wie ich finde, obwohl ich mit meinen 36 Jahren (#factsaboutme) sowas von gar nicht zu seiner Zielgruppe gehöre (12–26 Jahre). Vermutlich schlägt da in mir drin aber noch mein altes Gamer-Herz (jahrelang begeisterte World-of-Warcraft „Zockerin”).

Wusstet ihr, dass Simon auf YouTube über 2 Millionen Abonnenten hat? Und auch seine Livestreams auf Twitch werden regelmäßig von mehren zig-tausend Leuten angeschaut. Aber als er die Bühne betrat, entschuldigte er sich erst mal mit den Worten: „Ich bin eher eine introvertierte Person und ziemlich aufgeregt, jetzt vor so vielen Leuten zu sprechen!“ — ich glaube, im Raum saßen so um die 300 Leute! :)

Es gibt Stimmen, die behaupten, ich hätte den ganzen Vortrag über Herzen in den Augen gehabt, aber ganz ehrlich: Wie kann man ihn nach so einem Intro nicht sympathisch finden? Voller Begeisterung erzählte er von Live-Streams, seiner „ungeklickt“-Reihe, von Streaming-Diensten — und das mit so schnellen Worten, dass er sich dafür mit rotem Kopf gleich noch mal entschuldigte. Wenn man sich immer noch fragt, was Authentizität ist, dann muss man sich einen Vortrag von ihm unbedingt mal ansehen! Übrigens nannte er noch mal die von der Telekom gesponserte Longboard-Tour als Positiv-Beispiel, weil man ihnen so viel freie Hand ließ bei der Kooperation. Es war eines seiner „Herzensprojekte“.

Ich glaube ja, dass Livestreams in Zukunft noch viel mehr Aufmerksamkeit genießen werden. Mit nichts anderem kann man so schnell und so „ungestellt“ Content übermitteln. Wenn ich mir ansehe, welche Streaming-Plattformen Simon alles erwähnte, ist das vermutlich eines der „Next Big Things“!

Eine Situation möchte ich auch noch mit euch teilen! Nämlich die, als das Wort „Influencer“ fiel und Simon demjenigen direkt ins Wort fiel und hochgradig genervt sagte, wie sehr er diese Bezeichnung verachtete. Influencer impliziert Beeinflussung, und wer möchte schon gerne dafür bekannt sein, Leute zu beeinflussen. Man sollte lieber Bezeichnungen wie „Creator“ wählen! Dem kann ich nur zustimmen und auch mit meinem Kollegen Dennis habe ich schon das ein oder andere mal über diese Thematik gesprochen.

Übrigens schlug mein Herz gleich noch viel höher, als Simon nach seinem Vortrag alle meine Tweets likte und einen davon sogar retweetete. Schaut selbst:

Wie man mir als Fangirl vermutlich anmerkt, habe ich aus voller Überzeugung über den Vortrag getwittert und nicht mit der Intention, von ihm gepusht zu werden. Dennoch fand ich es schon spannend zu beobachten, wie die Likes meines Tweets durch seinen Retweet in die Höhe schossen.

Falls ihr auch mal in Simons Twitch Livestreams reinschalten wollt, macht das am besten Montags zwischen 20–22 Uhr. Seine „Reaction“-Videos mit „MiiMiiTV“ sorgen bei mir regelmäßig für Lachflashs. Stichwort: Mal raus aus der eigenen Filterbubble!


Der Kongress splittete sich nach diesem Vortrag in diverse Sessions zu Storytelling, Native Advertising, Big Data und auch Community Building. War ich vorher doch ein bisschen aufgeregt ob meines Vortrages zu den Telekom InstaWalks, war diese Aufregung nach dem Selfie mit Simon nun abgelöst durch Happiness pur. ;-)

Vor meinem Vortrag gab es aber erst noch Kurz-Impulse von Gruner + Jahr und Olympus zum Thema Community Building und ich kam aus dem zustimmenden Nicken beinahe gar nicht mehr raus. Gruner + Jahr betreibt beispielsweise ein großes Food-Netzwerk auf YouTube und verknüpft dieses auch auf Facebook und Instagram. Da gibt’s den Club of Cooks, den Food Club, den Bake Club usw. All dies sind themenspezifische und eigenständige Communities. Richtig faszinierend, was man erreichen kann, wenn man sich fokussiert. Auch ich denke so viel darüber nach, wie man bei großer Themenvielfalt am effektivsten agieren kann — und auch ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass man zu den einzelnen Themen spezifische Communities etablieren muss.

Auch beim Gruner + Jahr Vortrag gab es die Kritiker, die sagten, dass man auf Facebook doch gar nicht mehr organisch wachsen könne. Aber nein, Werbung auf Facebook erzielt eben nicht ausschließlich „gekaufte“ und inaktive Fans, die sich nur für Gewinnspiele und Co interessieren. Mit speziellen Like-Kampagnen entscheiden die User selbst, ob sie mit deinem Inhalt interagieren wollen, und wenn sie ebendies tun, stehen die Chancen doch gut, dass sie auch zukünftig deine Inhalte liken und kommentieren.

Ein guter Tipp noch zum Schluss:

„Möchte man sich Facebook-Communities aufbauen, sollte man sich Influencer und Partner mit ins Boot holen!“

Beeindruckend fand ich auch den folgenden Vortrag von Olympus. Welch großartige Influencer-Events manche Marken aus dem Boden stampfen, ist der Wahnsinn. Und auch hier wurde wieder deutlich: Community First — die Beziehungspflege zu deiner Community ist so dermaßen wichtig! Darüber habe ich ja auch hier schon mal gebloggt.

Mein Vortrag drehte sich, wie bereits geschrieben, um unsere Telekom InstaWalks. Ich erzählte darüber, wie unser Kanal @deutschetelekom entstanden ist, welche Inhalte wir dort in den Vordergrund stellen und wie wir Anfang des Jahres gebrainstormed haben, wie wir unseren Kanal weiterentwickeln können. Bei der Weiterentwicklung war uns eins von Anfang an ganz wichtig: Wir wollten unserer Community etwas zurückgeben, für die vielen Likes und für die nun mittlerweile über 12.700 Abos. Instagram ist für uns tatsächlich ein Herzensprojekt und schon immer eine Art „Spielwiese“ auf der wir uns ausprobieren können. Den Account managen wir ohne jegliche Unterstützung von Agenturen und tatsächlich ohne Einsatz von Budget. Wir wollten uns von Beginn an (November 2015) dort einfach bewegen, wie es „normale Personen“ tun. Mit Einblicken hinter die Kulissen des DAX30 Konzerns wollen wir zeigen, wer die Menschen im Unternehmen sind, wollen unserer Community nah sein und authentisch agieren. Diese Kriterien stehen für uns an erster Stelle und so war es klar, dass wir bei der Weiterentwicklung nicht an Sponsored Posts oder Gewinnspiele denken. Wir wollen unsere Community mit den Telekom InstaWalks hinter die Kulissen nehmen, aber nicht nur virtuell, sondern live und in Farbe. InstaWalks sind dafür das perfekte Format. Darunter versteht man Fotospaziergänge für und mit der Community, die meist an exklusive Orte führen. Davon haben auch wir so einige! Und so öffneten wir im Mai 2017 zum ersten Mal „Telekom-Türen“, die für Besucher normalerweise verschlossen bleiben.

Für uns ist dieses Format ein voller Erfolg, die Zahlen sprechen für sich. Aber auch noch mal bezugnehmend auf die „Spielwiese“ ist mir persönlich etwas anderes viel wichtiger, als nackte Zahlen. Nämlich die Stimmen der Community. Ein paar Folien aus meinem Vortrag seht ihr hier:

Ich habe mich sehr über die Resonanz zu meinem Vortrag gefreut. Danke an alle, die nachher zu mir gekommen sind und mir sagten, wie toll sie die Telekom InstaWalks finden. Wir werden zukünftig noch weitere #telekomdoors öffnen — ihr dürft gespannt sein!

Und damit endete der erste Kongresstag — ein wirklich spannender, intensiver und informationsreicher Tag!


Tag 2 (heute) stand im Zeichen des Influencer Marketings, Kreativität und natürlich Content, Content, Content.

Um so viel Content zu produzieren, gehört auch immer eine gehörige Portion Kreativität dazu, stimmt´s? Genau darum drehte sich der Impulsvortrag vom überaus sympathischen und witzigen Professor Doktor Sonnenburg. Ich liebe es kreativ zu sein und oft sprudele ich nur so über vor neuen Ideen. Prof. Dr. Sonnenburg findet, es gibt zwei Arten von Kreativität.

  • Kreativität auf Knopfdruck &
  • Magie der Kreativität
Kreativität ist das Funkeln im Unbekannten. Und diese entsteht nicht in der Komfortzone!

Mit dieser Aussage hatte er natürlich sofort meine ungeteilte Aufmerksamkeit — denn genau zu diesem Thema habe ich doch vor Kurzem erst etwas gebloggt. Schaut mal hier!

Doch es reicht nicht nur, kreative Ideen zu haben. Irgendwer muss diese Ideen auch verkaufen können. Genau deswegen ist Co-Creativity so wichtig. Kreativitätsprozesse im Heldenkollektiv, sozusagen. Hier entwickelt das Team gemeinsam Ideen, doch jedes Teammitglied darf und soll weiterhin auch Individuum bleiben! Schöner Ansatz, wie ich finde.

Und wie man Kreativität in Teams entfaltet, erklärte er uns anhand von Prozessen und Methoden. Design Thinking ist ja derzeit auch in aller Munde. Spannend fand ich aber auch die Dreh-Mind-Map. Hier arbeiten Teammitglieder zusammen an einer Mind-Map — die Idee dahinter ist, auf den Ideen der anderen aufzubauen. Diese Methode eignet sich übrigens hervorragend für Introvertierte! Jeder brainstormed nämlich und schreibt seine Ideen auf — und nach einigen Minuten wird die Mindmap im Uhrzeigersinn gedreht, damit die Teammitglieder an den Ideen der anderen weiterarbeiten und darauf aufbauen.

Auch die Reizwort / Bildanalyse war eine spannende Methode, die sogar Tarotkarten beinhaltet. (Ich führe das an der Stelle nicht näher aus, aber auch das super spannend für mich!)

Übrigens: So sehr ich Design Thinking mag, so sehr hemmen und bremsen mich die meisten anderen “Kreativitäts-Methodiken” aber auch! Lego Serious Play ist aktuell ja auch ganz schön im Trend. Ich persönlich kann bei sowas plötzlich gar nicht mehr kreativ sein, weil ich mich meistens einfach so sehr an diesen Methodiken störe (zu kindisch, zu esoterisch, zu mechanisch, zu sehr nach Schema F…), dass all meine kreativen Gedanken verpuffen! Stehe ich damit eigentlich alleine da, oder gibt es unter euch welche, die das nachvollziehen können?


Nach diesem Impulsvortrag ging es dann wieder in Sessions, um weiterhin im kreativen Modus zu bleiben. Man konnte entscheiden zwischen:

Ideen — Kreation — Distribution

Ideen sprudeln bei mir sowieso immer, umsetzen und kreieren “kann ich” ;-), also entschied ich mich für Distribution. Denn was nützt es, die spannenden Ideen und passenden Konzepte zu haben, wenn man sie nicht perfekt an den Mann / den Kunden / die Community bringen kann — dachte ich mir! Und diese Wahl war goldrichtig. In einer knappen Stunde ging es um:

Content Promotion: Erfolgsfaktor Content Verbreitung

Auch hier kam ich gar nicht dazu, mir Notizen zu machen, oder aussagekräftige Tweets zu verfassen, denn eine spannende Information jagte die nächste, nahezu im Sekundentakt. Chapeau an die Speaker!

Im Grunde genommen ging es um die perfekte Content Promotion Strategie und welche Steps dafür zu berücksichtigen sind.

Publish & Pray ist jedenfalls keine Strategie! ;-)

Ich glaube, meine Tweets fassen einige der Key-Take-Aways ganz gut zusammen (bzw. die abfotografierten Folien).


Nach so viel Input musste erst mal eine Mittagspause her und ich schnappte ein bisschen Hamburger Luft, Schietwetter natürlich inklusive!

Und dann war es auch schon Zeit für den letzten Vortrag, der sich dem Thema Influencer Marketing widmete. Die Agentur Pulse Advertising & Influencer Daniel Fuchs, besser bekannt als “Magic Fox”, fokussierten sich schwerpunktmäßig auf die Basics des Influencer Marketings. Welchen Stellenwert hat es, warum ist es wichtig, wie sollte man auf Influencer zugehen, welche Fehler können Unternehmen im Umgang mit ihnen machen usw.! Was ich nicht erwartet habe war, dass mich dieser Vortrag irgendwie triggerte. Ich hatte noch die Worte von Simon im Ohr, der sich hochgradig über die Begrifflichkeit Influencer aufregte. Und genauso stellten sich mir die Nackenhaare auf, als Daniel immer wieder von der Zusammenarbeit mit Braaaands sprach. Das ist mir bei so einigen Influencern schon oft negativ aufgestoßen. Und als er dann auch noch folgenden Satz sagte, musste ich erst mal tief durchatmen.

“Hey auch ich bin schon auf Brands zugegangen und hab gesagt: “Lass mal ´nen bisschen Werbung zusammen machen!”

Dieses ganze Influencer Marketing, wie es dort beschrieben wurde, ist für mich sowas von kommerziell, sowas von werblich und sowas von gar nicht mehr authentisch…. Ich glaube, hier bin ich vermutlich viel zu wenig Marketer und viel zu sehr PR´ler, wenn man das so sagen kann?!

Auf der einen Seite wird Unternehmen ständig vorgehalten, was sie alles falsch machen können im Umgang mit Influencern, auf der anderen Seite gibt es aber mittlerweile soooo viele Influencer, die gar nicht mehr aus Leidenschaft anfangen und aktiv sind, sondern einfach Influencer werden wollen, um damit die Kohle ihres Lebens zu scheffeln. Und nein, damit spiele ich nicht auf Magic Fox an!

Auf diese Thematik werde ich aber in einem gesonderten Post noch mal detaillierter eingehen, denn gerade hier ist es von Vorteil, die richtigen Worte zu finden, um nicht missverstanden zu werden! ;-)

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem nun doch sehr langen Text einen guten Eindruck davon vermitteln, wie ich die ContentWorld empfunden habe und welche Themen im Vordergrund standen. Ich freue mich immer noch tierisch darüber, dass ich sogar Teil des Programms sein durfte — an dieser Stelle noch mal einen herzlichen Dank für die Einladung.

Mittlerweile ist es Zeit für´s Boarding. Es geht zurück nach Köln-und tatsächlich bin ich äußerlich meilenweit von einer Fashion-Bloggerin entfernt. Müde bin ich aber schon wieder! ;-) Auf geht´s in den Fliegern, die Lichter über der Hansestadt tun es der Content World gleich und “sparklen”!

Wie steht ihr zum Thema “Influencer Marketing”? Wie wichtig sind euch eure Communities? Und verfügt ihr über eine Content Strategie? Let me know!

Jedes Event verbinde ich mit einem ganz speziellen Song. Zur ContentWorld hat mich Charlie Cunningham mit dem Song “Minimum” begleitet. Viel Spaß beim Reinhören.