MegaTrend 2018: Personal Branding

Du bist kein Remix — Du bist das Original!

Schenkt man dem erfolgreichen Wirtschaftsmagazinen “Forbes” Glauben, so ist Personal Branding das PR-Trend-Thema in 2018. Für mich nicht verwunderlich. In all dem Überfluss an Nachrichten, Werbung und Tweets, die täglich an einem vorbeirauschen, selektieren Menschen immer stärker, wem sie zuhören, wem sie glauben und wem sie vor allem ihre Aufmerksamkeit schenken.

Spätestens das Influencer Marketing hat es uns gelehrt: Menschen vertrauen Menschen und nicht den Botschaften, die von Unternehmen ausgehen. Influencer vertreten (idealerweise) ihre eigene, hoffentlich ehrliche Meinung — dieser vertrauen die Communities und bauen im besten Fall eine Bindung zur Marke auf.

Apropos Marke.

Jeder von uns hat sie. Die Lieblingsmarke, zu der man immer wieder greift. Ob es die originale Coca-Cola ist, die man der Aldi-Version vorzieht, oder die Milka-Schokolade, die subjektiv gesehen einfach viel besser schmeckt, als eine No-Name-Variante.

Aus tausend verschiedenen Produkten wählen wir immer wieder das Eine aus. Das von unserer Lieblingsmarke. Wir schenken ihr blindes Vertrauen!

Stellen wir uns doch nur mal die Situation im Supermarkt vor. Wir stehen vor dem Regal und lassen unsere Blicke über ein schier unendliches Angebot an völlig gleichen Produkten schweifen. Und schlussendlich greifen wir doch immer wieder auf das Eine zurück. Das eine von der bestimmten Marke. Wir schenken dieser Marke nahezu blindes Vertrauen. Aber warum? Was macht eine Marke aus?

Wir kennen die Produkte der Marke und wissen, dass wir mit der Qualität zufrieden sind. Ein unverkennbares Merkmal dafür, dass wir auch in Zukunft wieder darauf zurückgreifen werden.

Denkt zum Beispiel an die Hotelkette MotelOne oder auch an den FastFood-Riesen McDonalds. Egal wohin man geht, die Erfahrung lehrt: Überall kann man konsistente Standards erwarten. Dies stärkt uns in unserer Entscheidung, dieses Produkt oder diesen Service einem unbekannten vorzuziehen. Wir wissen was uns erwartet, denn wir sind gleichbleibende, immer gute Qualität gewöhnt.

Marken sind oft und meistens der Platzhirsch in ihrem Segment. Wenn man an Cola denkt, ist es sofort die Coca-Cola, die einem in den Sinn kommt. Beim Kauf von neuen Sportschuhen, kommen einem vermutlich zunächst Schuhe von Nike oder Adidas in den Sinn. Und möchte man sich eine Luxus-Uhr gönnen, wird man sicherlich auch den Kauf einer Rolex in Betracht ziehen.

Doch wie werden Marken zum Platzhirschen? Wie etablieren sich Marken und warum überzeugen sie uns? Es ist das kleine Fünkchen, was diese Marke von all den anderen Angeboten unterscheidet. Ob es die beste Qualität ist, die man sich nur vorstellen kann. Oder vielleicht auch das wunderschöne Verpackungsdesign, dass sich von all den anderen Produkten im Regal abhebt und uns zum Kauf verleitet.

Diese Merkmale lassen sich auch auf Personen übertragen!

Jeff Bezos, der CEO von Amazon, sagte eins:

„Deine Marke ist das, was Menschen über dich sagen, wenn du nicht im Raum bist!“

Wir alle kennen diese kleinen Details, die wir immer wieder mit bestimmten Personen verknüpfen. Steve Jobs— das war doch dieser ganz kreative Typ von Apple. Oder der Herr Meier, der grundsätzlich immer fünf Minuten vor Beginn des Termins schon da ist. Oder Frau Schneider, die man immer mit ihrem roten Notizbuch herumflitzen sieht. Das alles sind nur kleine Beispiele und kleine Merkmale. Grundsätzlich lässt sich festhalten:

Personal Branding ist die Positionierung und die Kommunikation dieser Positionierung nach außen. Einfach übersetzt, geht es beim Personal Branding um eine Art von Selbstmarketing. Zudem ist Personal Branding auch immer eine Form von Persönlichkeitsentwicklung.

Doch um sich selbst vermarkten zu können, muss man sich zunächst einmal selbst kennenlernen.

Welche Attribute zeichnen einen selbst als Person aus?

Möchte man sich als Person vermarkten, geht es darum, seine Stärken in den Vordergrund zu stellen und diese zu positionieren.

Ironischerweise liegt das aber so gar nicht in der Natur des Menschens. Erinnern wir uns nur zurück an unsere Kindheit. Man muss nur an die Beurteilungen in der Grundschule zurückdenken. „Im Lesen war das Kind sehr gut, aber beim Thema Mathe und Geografie gibt es noch viel Potenzial zur Verbesserung!“

Von Kind an sind wir darauf geprägt, unsere Schwächen auszumerzen — nahezu all unser Fokus liegt darauf, in dem besser zu werden, was wir noch nicht so gut können.

Der Ansatz im Personal Branding ist ein völlig konträrer. Wir ignorieren das, worin wir nicht so gut sind! Es macht viel mehr Sinn, sich darauf zu konzentrieren, unsere Stärken weiter auszubauen und uns auf das zu fokussieren, in dem wir gut sind!

Warum sollten wir unseren Schwächen überhaupt so viel Aufmerksamkeit schenken? Macht es nicht viel mehr Sinn, sich auf das zu konzentrieren, in dem wir gut sind und unsere Stärken weiter auszubauen?

Man kann sich nicht einfach dazu entscheiden, ab sofort eine Personal Brand zu sein!

Deswegen ist Personal Branding auch viel mehr als nur ein Buzzword, welches derzeit in aller Munde ist. Man kann sich nicht einfach dazu entscheiden, ab sofort eine Personal Brand zu sein. Dieses Vorhaben alleine reicht noch lange nicht!

Die Leidenschaft ist ausschlaggebend!

Um sich positionieren zu können und aus seiner Person eine Marke zu kreieren, muss man sich zunächst ganz intensiv mit sich selbst befassen und sich reflektieren. Hierbei geht es zum einen darum, sich über die eigenen Ziele klar zu werden, aber auch herauszufinden, was eigentlich die persönliche Leidenschaft ist.

“Vision without Execution is just Hallucination!” — Henry Ford, Gründer Ford Motor Company

Folgende Fragen sollte man sich im ersten Schritt beantworten:

Nur wer sich selbst und seine Stärken kennt, kann auch darauf aufbauen. Sich Ziele zu stecken alleine reicht nicht aus. Nur wenn man für sich selbst definiert hat, warum man etwas erreichen möchte, kann man sich auch darauf fokussieren.

Nur wer sich selbst kennt, kann sich auch authentisch vermarkten!

Es ist nicht der Entschluss, der einen zur Personenmarke werden lässt. Im besten Fall ist es die Leidenschaft, die einen voran treibt. Die Leidenschaft für ein bestimmtes Thema. Kommuniziert man über genau diese Passion, überträgt sich das Feuer auf andere Menschen und dient ihnen als Inspiration.

Diese reine Form der Selbstvermarktung ist in meinen Augen die ehrlichste und zudem die authentischste. Personal Branding hilft dabei, die eigenen Vorzüge klar zu definieren und diese gezielt zu präsentieren bzw. zu kommunizieren!

Gezieltes Personal Branding bedeutet in dem Zusammenhang:

  • Positionierung als Experte für ein Thema
  • Mehr Sichtbarkeit im Internet
  • Vernetzung mit anderen Experten aus der Branche
  • Abheben aus der „grauen Masse“ (eine gewisse Vorliebe für Selbstdarstellung muss schon vorhanden sein!)
  • Schärfen des beruflichen Profils (Recruiter schauen sich heutzutage Online-Präsenzen an. Keine zu haben ist nicht immer von Vorteil!)

Mein Name = Meine Passion

Gerade der letzte Punkt ist ein ganz wichtiger und wird in Zukunft noch viel stärker an Bedeutung gewinnen. Die Digitalisierung ist in vollem Gange und Social Media eine völlige Selbstverständlichkeit. Ich selbst arbeite in der Unternehmenskommunikation der Deutschen Telekom. Eine Weisheit, die wir uns immer wieder klar machen müssen ist:

„Man kann nicht nicht kommunizieren!“

Übersetzt bedeutet das: Fände man von mir keine Social-Media-Präsenzen, würde das definitiv etwas über meine Person bzw. Profession aussagen. In dem Fall nichts Gutes! Deswegen meine Empfehlung an jeden, der darüber nachdenkt, Personal Branding zu betreiben:

Verknüpfe deinen Namen mit deinem Wissensgebiet. Für welches Thema möchtest du stehen? Für welches Thema brennst du? Sei dein eigener Chef-Redakteur und schärfe deine Inhalte, über die du (online) sprichst!

Nicht zu vergessen ist dabei, dass Authentizität eine Wirkung ist. Man ist nicht authentisch, man wirkt authentisch. Umso wichtiger ist es, sich seines Handelns und seiner Aussagen hundertprozentig bewusst zu sein und eine Haltung zu entwickeln, zu der man konsequent steht.

Sobald man erkannt hat, wo die eigenen Stärken liegen und zu welchem Thema man sich positionieren möchte, gilt es Antworten zu folgenden Fragen zu definieren:

Auch wenn es durch die Digitalisierung einfach(er) geworden ist, sich zu positionieren, ist es von großer Bedeutung, sich auch offline — im sogenannten Real Life — zu vernetzen und zu zeigen! Die Teilnahme an thematisch passenden MeetUps, Konferenzen, Barcamps und Veranstaltungen ist ein ebenso großer Baustein, wie eine aussagekräftige und aktive Social-Media-Präsenz. Den Namen mit einem Wissensgebiet zu verknüpfen gilt auch in der analogen Welt.

“One of the beautiful effects of living your passion is that it inspires other people to live theirs!”

Konkret bedeutet dies, das Wort zu ergreifen, Vorträge auf (beispielsweise) Barcamps zu halten und sich sichtbar zu machen! Offline-Events sind die perfekte Möglichkeit, das eigene Netzwerk zu erweitern und seine Persönlichkeit zu zeigen. Dies unterstreicht die Authentizität!

Zeig was du kannst — und sei geduldig.

Der Weg des Personal Brandings ist ein langer. Ein Weg, der harte Arbeit bedeutet — Arbeit an sich selbst, Arbeit, die man in seine Online-Aktivitäten steckt, ins Netzwerken oder auch in das Schreiben von Texten. Vor allem wenn man den Aspekt der Persönlichkeitsentwicklung berücksichtigt, dann ist Personal Branding etwas, das einen stetig begleitet. Denn es verlangt Wissbegierde. Den Willen, stetig Neues zu lernen. Und es fordert Offenheit — gegenüber dem Neuen und gegenüber Menschen und der Beziehungspflege zu diesen. So wird es nicht wundern, dass man nicht von heute auf morgen als Marke wahrgenommen wird. Ihr werdet Ehrgeiz und einen langen Atmen brauchen!

Results happen over Time — Not over Night

Diese fünf Attribute machen eine Personal Brand aus!

Das was eine Person von einer klassischen Marke unterscheidet, ist der Vertrauensvorschuss, der uns gegeben wird. Menschen vertrauen Menschen, keinen Unternehmensbotschaften. Positioniere dich zu einem Thema, für das du brennst und für welches du aus tiefstem Inneren stehst. Als Personal Brand verknüpft man deinen Namen mit dem Thema. Nur wenn du voll und ganz hinter deinem Thema stehst und dieses deine Leidenschaft spiegelt, wirst du auch in Jahren noch als glaubwürdig angesehen. Springe nicht auf zu viele Züge / zu viele Themen auf — dies verwässert deine Marke!

Bleibe im Gespräch und bringe dich regelmäßig ein. Möchtest du zur Marke werden, dann sind regelmäßige Inhalte und neue Impulse von dir essentiell. Ob es der wöchentliche Blogpost ist, der jährliche Speaker-Slot auf der Top-Veranstaltung deines Themas oder das tägliche Status-Update auf Twitter. Konstante Inhalte sind das 1x1 des Personal Brandings.

Zu meinem Thema schreiben aber schon so viele andere Leute — da herrscht viel zu viel Konkurrenz!” Dieser Gedankengang ist der völlig falsche. Streicht die Worte Neid, Konkurrenz und Missgunst bitte aus eurem Wortschatz. Das Zauberwort lautet “Kollaboration”. Die Personen, die sich bereits zu eurem Thema positionieren, sind die Leute, mit denen ihr netzwerken solltet. Ihr brennt für die gleiche Sache! Was könnte es also Schöneres geben, als eure Leidenschaft zu teilen, sich darüber auszutauschen und euch gegenseitig zu featuren?

Bereits die Bezeichnung Personal Branding sagt es: Es geht um Menschen und um deren Persönlichkeit. Vernachlässigt die menschliche Komponente in euer Positionierung nicht. Auch wenn ihr euch möglicherweise vorrangig zu knallharten Business-Themen äußert, ist die Menschlichkeit das Salz in der Suppe. Persönliche Inhalte machen euch zu einer nahbaren Persönlichkeit und schleifen sonst wohl eher glatt-gebügelte Online-Präsenzen.

Persönlichkeit wird ausgedrückt durch persönliche Eindrücke, die eigene Meinung, eigene Erlebnisse, vielleicht auch die eigenen Gefühle! Definiert vorab, welche Inhalte persönlich und welche privat (z. B. Foto von eurem Haus, eurem Auto, eurem Kind) sind. Hier solltet ihr unbedingt Grenzen definieren!

Euer Thema — und somit eure Personal Brand — muss relevant sein, das steht fest. Relevanz wird durch entsprechende Communities definiert. Beachtet, ob ihr euch mit eurem Thema auf den richtigen Kanälen und in den richtigen Netzwerken positioniert. Vernetzt euch mit Menschen, die sich für euer Thema interessieren, nur so könnt ihr Relevanz erzeugen. Befeuert nicht wahllos sämtliche sich bietende Social-Media-Netzwerke, sondern fokussiert euch auf die richtigen.


Welche Menschen würdet ihr als Marke bezeichnen und aus welchen Gründen? Welche Attribute besitzen diese Personen, die sie von anderen Personen unterscheiden? Was kann man sich eurer Meinung nach von diesen Personal Brands abgucken, was kann man von ihnen lernen?


Und hier noch eine passende Song-Empfehlung zum Thema: