Das Haus der Gilmore Girls. (Foto: Teresa Hammerl)

Die Gilmore Girls kommen zurück: Nein, du kannst jetzt keinen Flat White bei Luke trinken

Zweite Teile eines Films, Spin-off Serien und einige Jahre später doch noch fortgesetzte Serien haben eines gemeinsam. Sie haben eine unglaubliche Tendenz dazu, das Herz der größten Fans zu brechen, vor allem dann, wenn man in Momenten der jahrelang aufgestauten Vorfreude besonders verwundbar ist.

Die Gilmore Girls kommen zurück. Angeblich als vier 90 Minuten lange Folgen, das soll Netflix mit Warner Bros. vereinbart haben. Auch Serien Creator Amy Sherman-Palladino wird dann wieder ins Boot geholt, sie hatte vor der letzten Season nach Unstimmigkeiten die Serie verlassen. Das verhinderte zum Beispiel, dass sie die vier Worte, mit der sie ein Ende geplant hatte, unterbringen konnte.

Es gab 153 Folgen der Gilmore Girls, während denen konnte man sie in Stars Hollow treffen. Vor der Existenz der immer verfügbaren Streamingdienste, fesselten Lorelai und Rory einen an den durch Nachmittagsfernsehen aufgewärmten Röhrenfernseher. Hach, damals.

Von Sookie, bis Lane und Luke, zu den Boyfriends von Rory. Sie alle kennt man noch bis heute, wie die Facebook Freunde, deren Leben man auch sieht, wenn sie eigentlich auf einem anderen Kontinent zuhause sind.

Wer nach Stars Hollow fährt, fährt gar nicht nach Stars Hollow

Wer schon einmal in Stars Hollow war, der wird diese Serie allerdings nie wieder so ansehen können, wie es damals vor dem Röhrenfernseher funktionierte. Nein, Netflix ist daran nicht Schuld. Die Erfinder der Filmstudios sind es umso mehr. Stars Hollow ist eine fiktive Stadt mitten in Los Angeles, auf dem Filmstudiogelände von Warner Bros., angesiedelt, freilich nur, wenn gerade das passende Ortsschild aufgestellt ist.

Ist dem nicht so, wird ums Eck Spiderman gedreht und neben dem Tanzstudio von Miss Patty befindet sich eine Grünfläche, die immer wieder als Central Park herhalten muss. Hier lief auch schon Phoebe in Friends ihren ganz besonderen Laufstil. Da wo das Haus von Lorelai steht, befindet sich gleich rechts daneben das Haus in dem die Eltern von Monica und Ross, ebenso in Friends, wohnten. Es ist eine kleine Welt, in der Serien leben.

Dass die Häuser, wie so manch andere am Filmgelände, bei einem der letzten dort gedrehten Filme nicht in Flammen aufgingen, freut nun wohl die Bühnenbauenden, die nicht alles noch einmal neu aufbauen müssen. Da wo Luke’s Cafe ist oder dort wo Lorelai wohnt, haben sich in der Zwischenzeit freilich reichlich andere Szenen abgespielt. Leer gestanden sind sie seit Drehschluss der Serie vor acht Jahren keinesfalls.

90 Minuten lange Folgen erschweren das gepflegte Binge Watching, was den Seriengenuss von damals wohl nicht zurück bringen kann. Aber nachdem wir jetzt schon mal acht Jahre ohne neuer Folgen auskommen mussten und früher sowieso alles besser war, kann man sich jetzt auch einmal auf das freuen, was kommen wird. Auch, wenn es schlechter wird.

Vielleicht ist Rory mittlerweile Journalistin, die ihr eigenes Online Magazin als Startup gegründet hat. Sie hat einen Verified Twitter Account und streamt regelmäßig von ihrer Facebook Mentions App. Außerdem pflegt sie regelmäßig, ja, das macht sie noch selbst, Instant Articles ein und schreibt am Abend, wenn sie aus ihrem Coworking Space nach Hause kommt, ab und zu einen Kommentar auf Facebook Notes oder Medium. Ihr Studium in Yale hat sie des Weiteren bereits in so manche exklusive Facebook Gruppe gebracht.

Alles wie immer, Kleinstadt eben

Alle anderen in Stars Hollow machen wohl immer noch das, was sie die Jahre davor auch gemacht haben. Luke und Lorelai haben sich in den letzten Jahren erneut mehrmals getrennt, sind aber mittlerweile gerade wieder zusammen, weil sie füreinander bestimmt sind, auch, wenn es manchmal schwierig ist. Bei Jackson wachsen die Zucchini und Kirk macht jetzt alle Periscope Livestreams von Festen in der Stadt.

Bei Luke ist auch sonst alles gleich geblieben, WLAN hat er keines in seinem Lokal und ist damit unabsichtlich zum typisch hipsterfeindlichen Hipsterlokal geworden. Vegane Burger und einen Flat White wird es bei ihm niemals geben.

Was sonst noch (wirklich) passiert, erfährt man hoffentlich demnächst mit dem Netflix Abo des Vertrauens.

One clap, two clap, three clap, forty?

By clapping more or less, you can signal to us which stories really stand out.