Leseransprache von commonworthblog
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Kommentar zu einem Artikel

http://www.spiegel.de/politik/ausland/brexit-eu-gipfel-streitet-ueber-britischen-eu-austritt-a-1078069.html

Was gibt es hier wohl über „Würde“ zu finden?

Laut Paragraph 1 GG ist ja die Würde, der Zufluss des Existenzminums, unantastbar. Polen ist ein Staat innerhalb des Staatenbunden EU, der eben einen solchen Zufluss nicht gewährleistet. Groß Britanien schon. Jetzt fallen Sätze von britischer Seite wie: „Parasiten.“

Da ist was man unmittelbar erst einmal abbügeln muss: Letztere bedienen eine primitive Urangst vor Ungeziefer nach Canetti und münzt sie auf Überflüssige. Das ist klassische Propaganda. Es widerspricht jedenfalls der Kantschen Definition von Würde, wenn man das Leben der Menschen als ungewünschtes brandmarkt. In sofern ist es etwas, was die Anwaltschaft für die Würde unmittelbar in Gegenhaltung bringt und dazu bringt diese Gegenhaltung vorab anzusprechen.

Bei einer wahrheitsgemäßen Anschauung bleibt nicht übersehen, dass ganze Räume von Fragen sich hinter der Frage auftun. Warum sagt man den Polen nicht erst einmal wenigstens: Bringt eure eigene Würde-Auszahlung voreinander! Wir würden euch ja unterstützen. Was denkt ihr, wir würden euch nicht unterstützen? Dann solltet ihr das mal sagen? Warum sagt ihr es nicht? Von allen, die hier im Verein die Würde beschweigen, seid ihr die all unberechtigtesten, denn bei euch sollten Änderungen eintreten, befinden wir. Seit ihr euch dessen gewahr?

Warum hat man also in Polen jahrelang kein Existenzminimum ausgezahlt? Warum redet man nicht darüber?

Also erst recht Positives fehlt in diesem Diskursschnappschuss: Welche Instrumente sollte man für eine Kehrwende in einem Zur-Würde-Prozess wählen, damit Polen auch bald Existenzminimum hat. Was sagt ihr, ihr wollt eine so ausgelegte Würde in eurem Land ja gar nicht respektieren?

Was könnte dies abschließend als der Kommentar eines um Verbreitung der Würde gehenden Schreiberlings gelten?

Also das man erst mal aufhört wie typisch in Würdefragen so unverteidigt zu tabuisieren und zweitens dass man dann das entwürdigende Verhalten einer zigjährigen Zahlweigerung eines demokratischen Polens bei den Verhandlungen problematisierend adressiert, wäre zu wünschen.

Nach einiger kommunikativer Rückkopplung unter den Staaten könnte ein Maßnahmenpaket verabschiedet werden zum Herbeiführen des besagten menschenrechtlichen Standards. Mit Erfolg -und nicht nur die Regierungen der Staaten Groß Britanien und Polen sind zwei Probleme los.

-Die bereits in Würde lebenden Menschen Groß Britaniens erleben Sicherheit, da ihre Mitmenschen nicht mehr von Unwürde bedroht sind.

-Die globale Welt, und damit alle Menschen auf der Welt, erleben Sicherheit auf dem Weg zu mehr Sicherheit.

-Für die erst in Würde kommenden zig-Millionen Polen ist der Vorteil ein monetärer. Wenn er, der Pole, sich auch sehr dagegen sträubt, ist der Vorteil nicht aufzugeben zu ihrem Glück.

Das wären meine zwei Pence.

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