
Game Changer? | Amazon Spark
(Please Note: German Version | English Version will be published here later)
Seit wenigen Tagen ist Amazon Spark in den Artikel-Feeds der digitalen Fachpresse zu finden. Techcrunch bezeichnet Spark als “shoppable feed of stories and photos”, t3n sieht es als “der bildgewaltige Sog in die Amazon-Welt” und bei Mashable ist es direkt “the grossest, purest thing on the internet”.
Spark erinnert auf den ersten Blick stark an einen Instagram-Klon, der in die Amazon App integriert und kein Stand-Alone-Produkt ist. Unter dem Motto “Discover, Inspire, Shop, Connect” präsentiert Amazon hier eine “Art” Social Network für Prime-Kunden, das eine entscheidende Möglichkeit integriert die Instagram nicht hat: “Shop”.
Die Stories auf Spark haben ein kleines Icon integriert — die “shopping bag” — über die man die präsentierten Artikel in der Story direkt ansteuern und kaufen kann. Ich finde diese Funktion sehr interessant und bin der Meinung, dass sich hier ein ungeahnter Sales Channel für gerade die Produkte und Marken eröffnet, die stark auf Influencer-Marketing setzen.
WYSIWYS — What You See Is What You Shop
Hier ist mein Szenario für Amazon Spark und Influencer Marketing:
Influencer erschaffen enorm visuelle Stories für ihre Follower, in denen dann das Product Placement erfolgt. Die Botschaft “Kauft euch xyz!”, die über das Product Placement kommt, ist immer noch eine weiche Botschaft für mich, da die Follower/Kunden erst noch “kaufen” müssen. Die “shopping bag” in Spark macht dies zu einer harten Botschaft: “Kauf mich — jetzt sofort!”.
Diese harte Botschaft lässt sich perfekt mit einen Amazon Shop für den Direkt-Verkauf ergänzen. Hier können ganze Produkt- und Markenwelten erschaffen werden, die Anreize für den Abverkauf schaffen.
Auch Influencer können diese Produkt- und Markenwelten für sich nutzen um, als Beispiel, mehrere Produkte/Marken gleichzeitig in der Präsentation zu kombinieren und den jeweiligen Abverkauf auf die einzelnen Shops zu steuern.
Spark erzeugt so einen WYSIWYS- Effekt für Produkte und Marken: über “What-you-see-is-what-you-shop” können Follower schneller zu Konsumenten konvertieren.
Aber die Voraussetzung für dieses Szenario ist der Erfolg von Spark. Sollten sich in den nächsten 12 Monaten die ersten positiven Nachrichten von nordamerikanischen Influencern einstellen, dann werden deren europäischen Pendants nicht lange auf sich warten lassen, sobald Spark auch hier verfügbar ist. Sollten sich deren Follower auch auf Amazon Prime einfinden — wir erinnern uns: Spark ist nur für Prime-Kunden voll nutzbar — dann kann Spark für Amazon Prime als Growth Hack funktionieren. So entsteht auch die Notwendigkeit, Shops für Marken und Produkte auf Amazon einzurichten um Anteil an diesem Markt zu haben.
Sollte Spark doch den Weg jedes nicht-adaptierten Produkts gehen, dann bin ich mir sicher, dass die “Shop”-Funktion uns bald doch wieder begegnen wird. Denn, wie sagt man so schön, “da ist Musik drin”.
