Über Zugang & Teilhabe— Ein Beitrag zum #Kultblick

<<Disclaimer: Ich bin das, was man einen Xennial nennt, kann Digital seit 2004 und Mediävistik seit 2007. Ich mache Marketing, baue Digital-Produkte, halte Vorträge, berate, organisiere Panels auf mediävistischen Konferenzen und trinke gerne Kaffee. Damit ihr wisst wo ich her komm.>>


Ich muss ja jedes Mal sagen, dass ich auch Geisteswissenschaftler bin. Also wenn ich heutzutage vor Menschen aus der Kulturszene stehe. Und irgendwie glaubt mir man auch nicht immer. Warum auch, denn ich komme ins Museum um über das Digitale zu sprechen.

Besonders Museen haben mich schon immer fasziniert, mehr noch als Burgruinen und Kirchen. Museen sind wie Schatzkisten voller Geschichten, die man erzählen kann: angefangen vom Werden des Museums, dem Gebäude, der Ausstellung, alles. Und kommt man ins Museum, dann taucht man in Geschichte ein. Das Bild aus dem 16. Jahrhundert, die Vase aus dem 4 Jahrhundert vor Christi, die Zeitungsartikel zum Mauerfall. Überall Geschichte in Geschichten erzählt, jede Ausstellung eine Reise.

Und ehrlich, ich konnte die Autorin des Artikels “Museumspädagogik: Hauptsache, gelikt” aus der Zeit 38/2017 gut verstehen. ‘Museum’ ist für mich auch ‘Alltag vergessen’. Mal nicht erreichbar sein. Meine Insel der Glückseligkeit (in Köln das Museum Schnüttgen, in Edinburgh das National Museum, in London das British Museum — sorry Kölnisches Stadtmuseum). Aber das ist meine Art, ‘Museum’ zu erleben.

In der Diskussion über diesen Artikel auf Twitter wurde schnell klar, dass es bei den Social Media-Aktionen nicht um die reine Metrik ging. Sondern um die zu erreichen, die man normalerweise nicht erreicht.


Zugang und Teilhabe sind zwei sehr wichtige Punkte. Ich bin privilegiert. Ich kann mir einen regelmäßigen Besuch in Museen und Galerien erlauben, ich habe eine Vorbildung genossen, die mir den Zugang zur Kunst und Geschichte einfach macht. Aber was ist mit allen anderen außer mir?

Zu allen anderen außer mir muss man einen Zugang finden, damit sie wissen was da eigentlich auf sie wartet — sei es über Flyer, Newsletter, Zeitung, Blog, Social Media oder das persönliche Netzwerk. Und dann muss man erst mal reinkommen können, denn jeder Mensch muss/soll/kann den eigenen Zugang zur Kunst, Kultur und Geschichte finden. Aber der Mensch muss auch erstmal über die Schwelle des Gebäudes.

Darin liegt die Crux. Und Social Media, beispielsweise, helfen schon mal Zugang und Teilhabe zu ermöglichen. Social Media aus dem Museum bringen die Schwelle zum Nutzer. Der #depotdienstag ist dafür ein geniales Beispiel, denn er zeigt, was normalerweise nicht zu sehen ist. Und zieht so auch den Blick auf das, was im Museum ist. Wenn ich den #depotdienstag konsumiere, dann konsumiere ich schon “Museum”.

Das Digitale ist ein Werkzeugkasten aus dem man sich bedienen kann, um die Geschichte und Geschichten zu erzählen. Um die Kunst und Kultur in die Gemeinde zu tragen. Um die Schwelle vor die Füße des Besuchers zu legen.

Und das ist der andere Punkt, an dem ich mit der Autorin des Zeitartikels d’accord war. Einige der Social Media-Aktionen machten für mich keinen Sinn. 
Aber das war ja auch nicht meine Tür ins Museum. 
Das war der Zugang für jemand anders; eine andere Art der Teilhabe für komplett andere Menschen.
Diese können so den Zugang finden, den sie nie hatten. Oder das am Museum wieder entdecken, das sie eigentlich schon verloren geglaubt haben.

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