2015 — die ersten Male

Ein Blick zurück aufs abgelaufene Jahr anhand all jener Dinge, die ich zum allerersten Mal gemacht oder erlebt habe. (Die Idee ist respektvoll geklaut von Mathias Möller, dessen Liste «2015 — die ersten Male» mich inspiriert hat, mein Jahr durch diese Brille revue passieren zu lassen, zum ersten Mal, notabene).

David Bauer
Dec 22, 2018 · 4 min read
  • Ich habe zum ersten Mal auf unbestimmte Zeit meine Heimatstadt Basel verlassen. Fühlt sich erfrischend und gut an, und etwas verrückt, dass ich dafür 33 Jahre alt werden musste.
  • Ich habe zum ersten Mal eine Führungsposition übernommen, als Leiter des neuen Storytelling-Teams bei der NZZ. Der Schritt hat sich auf jeden Fall gelohnt; ob ein Team zu führen das ist, was ich auf längere Zeit hinaus machen möchte, muss ich noch herausfinden.
  • Ich habe mir zum ersten Mal richtige Wanderschuhe gekauft. Ja, wirklich. Die beiden Wanderhighlights des Jahres waren der Alpstein und der Fløya-Gipfel auf den Lofoten (wobei ich bei letzteren schlauerweise nur Turnschuhe dabei hatte).
Aussicht vom Gipfel des Fløya
  • Ich hatte zum ersten Mal ein Date in Olten. Kann ich weiterempfehlen.
  • Ich habe zum ersten Mal vor Publikum eine Geschichte erzählt, bei der Züri Saga im Karl der Grosse. Dass man mich anfragen würde, eine Anekdote über Zürich zu erzählen, und mich noch dafür bezahlt, darauf hätte ich Anfang 2015 auch nicht gewettet.
  • Ich habe zum ersten Mal eine Absage erhalten für etwas, das ich wirklich, wirklich wollte. Ich hatte mich für ein Knight Fellowship an der Stanford University beworben, um an Lösungen für diese Herausforderung zu arbeiten. Bin auf die Shortlist gekommen, für das Fellowship hat’s knapp nicht gereicht. Bin stolz, dass ich so weit gekommen bin, und rückblickend gar nicht unglücklich, dass es nicht geklappt hat.
  • Ich lebe zum ersten Mal in einer Wohnung mit Dachterrasse. Einer riesigen Dachterrasse noch dazu. Höchste Zeit, dass es Frühling wird.
Neuer Ausblick
  • Ich habe zum ersten Mal für jemanden als Geburtstagsgeschenk eine kleine App programmiert. Was man halt so macht als Doppelnerd.
  • Ich habe zum ersten Mal eine Geschichte in einem amerikanischen Medium veröffentlicht, sogar bei meinem Lieblingsmedium: A story of drinkers, genocide and unborn girls. (genau genommen ein doppeltes erstes Mal: Ich habe für diese Geschichte zum ersten Mal Datenvisualisierungen selber in D3 programmiert)
  • Ich habe — ziemlich sicher — zum ersten Mal in einem Jahr mehr Sachen weggegeben und verkauft als neu dazugekauft. Guter Entscheid.
  • Ich habe zum ersten Mal selber Sunnereedli gebacken. Heimwehbasler halt.
  • Ich habe Snapchat verstanden! Lustigerweise kenne ich tatsächlich niemanden in meinem Alter, der Snapchat auf Anhieb verstanden hat. Es ist die erste App, die uns gut integrierte Digital Immigrants komplett verwirrt.
  • Ich war zum ersten Mal 10’000 Meter über der Erde im Internet. Norwegische Billigairlines bieten das an, kostenlos. Einer dieser Momente, die sich nach einem kurzen «OMGWOW!» seltsam normal anfühlen.
  • Zum ersten Mal wurde etwas, das ich gemacht habe, über eine Million Mal angesehen. Dieses nervtötende Spiel natürlich: You Don’t Know Africa. Veröffentlicht zwar 2013, aber nachdem es auf der Frontseite von Reddit gelandet war (auch ein erstes Mal), war die Millionengrenze schnell geknackt.
  • Ich war zum ersten Mal in Oslo und in Madrid. Beides sicher nicht zum letzten Mal.
Opernhaus, Oslo
  • Ich habe zum ersten Mal jemandem gekündigt. Keine schöne Erfahrung, aber auch nichts, worüber man sich beklagen sollte, wenn man dabei auf dieser Seite des Tisches sitzt.
  • Ich habe zum ersten Mal am Zürcher Silvesterlauf teilgenommen, der sinnigerweise gar nicht an Silvester stattfindet.
  • Ich habe zum ersten Mal eine Laudatio geschrieben, für die tolle Webdoku «Coming of Rage», die mit einem Axel-Springer-Preis ausgezeichnet wurde.
  • Ich war zum ersten Mal am Open Air St. Gallen. Mit 32, I mean, seriously?!
  • Und zu guter Letzt, das vielleicht erstaunlichste: Ich habe zum ersten Mal Freunde zum Fondue-Essen eingeladen. Ich, der Fondue-Verächter, der bis vor kurzem vieles in seine Wohnung gelassen hätte, um bloss Fondue fern zu halten. O tempora o mores.

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David Bauer

Written by

Journalist. Head of Visuals at NZZ. www.nzz.ch/visuals. Maker of other things: www.davidbauer.ch

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