Crisp Perspective 2017

Der Palmengarten hat die Veranstaltung schön

Auch dieses Jahr war ich wieder eingeladen zur Crisp Perspective — letztes Jahr eines der Highlights des Veranstaltungsjahres. Im schönen Palmengarten ging es um IOT, Cloud und AI.


Nach der Begrüßung ging es mit der Keynote von Carlo (Velten) los:

„Sorry, Disruption gibt es eigentlich gar nicht — technologischer Wandel kommt nicht über Nacht“.

Hier nun die einzelnen Punkte im Überblick:

  • Für IT gilt nicht der Gartner Hype Cicle sondern eher eine flache Kurve, die dann aber exponentiell ansteigt (siehe nächstes Bild).
Das passt aber sehr gut
  • Betriebliche Weiterbildung funktioniert nicht mehr wirklich oder wird nicht mehr funktionieren, sondern wird über Plattformen wie Udacity, WeWork, Slack etc. aufleben.
  • Wichtig in der Zukunft ist Cloud Innovation Management — es kommen 1.500 Updates in 2017 für AWS auf den Markt, damit muss man sich beschäftigen und es für sich bewerten
  • Mehr als 50% der digitalen Wertschöpfung wird in Zukunft über Algorithmen und KI gemacht
  • Mit den Quantenrechnern (dauert noch bis zu 10 Jahren) werden alle Verschlüsslungsechnologien geknackt — kann man heute also schon lassen ;-)
  • Neuromorphic Computing — Computer ahmt das Gehirn nach und ist dann extrem Energieeffizienz gegenüber den Supercomputern (Links: Human Brain Project — Key Player: Prof Karlheinz Meier )
  • Stackology -> welche Stacks nehmen wir für die digitale Plattform-> möglichst offen und frei bleiben, sonst Vendor Lock In
  • Nach Alexa und den ganzen Sprach-Bots kommt die Gestensteuerung (z.B. bei Osram)
  • Wichtig für die IT und auch als Strategie wäre das Insourcing von Entwicklern, ABER welches Unternehmen ist für eine Hacker/Nerd-Kultur bereit und somit attraktiv für die Entwickler?
Tja, die DevOps verschwinden auch schon wieder

Osram

Es geht weiter mit dem SVP für Innovation von Osram, der zunächst mal von ihrem “bold move” erzählt. Osram hat nämlich das traditionelle Glühlampengeschäft an einen chinesischen Investor verkauft und damit 40% des Umsatzes verloren. Sie fokussieren nu auf LED, Sensoren (fast alle Schlüsseltechnologien in autonomen Autos sind von Osram) und Halbleitern.

Wichtigstes Tool im IoT Geschäft ist die Glaskugel — es weiß keiner was passiert, aber man kann überlegen, wie man sich aufstellt, um schneller reagieren zu können.

Spannende Frage: Wie können wir durch Lichtlösungen die Mitarbeitereffizienz um 10% steigern?

Use Case: Tvilight macht nur Laterne an, wenn Menschen, Autos, Fahrrad drunter durch fährt -> reduziert Energieverbrauch um 80%, erhält Einblick in die Verkehrssituation und -ströme und und und.

So geht Digitalisierung: Osram bietet inzwischen Light as a Service!

Smart Lightning Infrastruktur wird mitgenutzt um Location Based Services bereitzustellen.

Und dann noch ein beeindruckendes Video zum Schluß:

Das ist mal ein Use Case

Es geht weiter mit einem Vortrag von Dr. Ried, der über IoT Strategien, Plattformen und so spricht. Hier die Punkte, die ich mitgenommen habe:

  • Beispiel von connected devices: Exoskelette — siehe Beitrag vom Symposium letzte Woche
  • eMotionButterflies -> Mini-Drohnen in Form von Schmetterlingen — bilden auch Schwärme und kommunizieren miteinander
  • 3D Drucker -> der Sohn druckt sich ein Lego-Stein nach, der fehlt
  • Die Investitionen in IoT entsprechen eigentlich nicht dem Potential
  • Für Versicherungen -> man bräuchte eigentlich eine Trust Authority für Gesundheits-App-Daten oder gesammelten KFZ-Daten analog zu PayPal

Jetzt geht es zum Thema “Data” und Tour de France. Gerade im Sport wird alles gemessen und das wird nur noch mehr in Zukunft — auch bei den Fans.

Warum gibt es bei der Tour de France noch Entwicklungsmöglichkeiten?
  • Vorgehen: IoT Sensor unterm Sattel, der ALLES misst
  • Fans und Athleten haben sich über Twitter über die Topspeeds unterhalten — das gab es einfach nicht davor.
  • 2015 gab es eigentlich nur die Daten, 2016 haben sie dann angefangen mit den Daten Geschichten zu erzählen.
  • 2017 hat man mit machine learning angefangen — Fahrerprofile und Voraussagen für Gewinner (Voraussagen haben zu 72% gestimmt)

Ein Panel

Auch wenn die Gruppe durchaus spannenden Backgrounds zu bieten hat… — ich glaube, ich bin kein Fan von diesen Panels…

Noch ein schönes Zitat auf die Frage, wie viel Daten werden bei Big Data eigentlich weg geworfen? „Wohl gar nicht viel, weil „Mein Big Data ist größer als Dein Big Data“ “

Der Mann von Osram sagt noch eine große Hilfe für Versicherer ist, wenn man ihnen sagt „Wir entwickeln eine Branchenlösung“ — dann sind die Risiken geteilt und dann fühlt der Versicherer sich besser.
Kennen wir das nicht irgendwo her? ;-)

Es werden auch Asphalt-Straßen digitalisiert -> Sensor rein und dann kann man die ganzen Wartungsthemen steuern, aber man kann auch auch den Verkehr und die Intensität messen und darauf neue Geschäftsmodelle bauen/entwickeln.


Relativ lange Vorstellung von Conti selber und wie die IT dort aufgestellt ist — kann man abkürzen mit „Wir sind modern und toll als Enabler aufgestellt!“ ;-).

Schöner Begriff — MMP -> Minimum Marketable Product als Nachfolger vom MVP

Im Prinzip hat Conti eine eigene Cloud gebaut und die Kompetenz dafür wurde ebenso dazu geschaffen. Der Data Lake bietet die Möglichkeit für die Fachbereiche Anwendungen auf die dort gespeicherten Daten zu bauen. Es gibt aber auch die Möglichkeit mit Reporting-Lösungen darauf zuzugreifen ebenso mit Machine Learning Algorithmen. Man dort wie bei AWS entsprechende VMs konfigurieren und starten, alles über Web. Aufbau der Data Lake Lösung mit agilem Team innerhalb von 3 Monate zum ersten Produkt (5 Entwickler).


Next Generation Cloud vom Crisp Analysten Hr. Böttcher — mal sehen was das wird…

Ein Cloud Provider reicht in der Zukunft nicht mehr aus…. Nur ein Anbieter kann die Anforderungen nicht mehr alle alleine mehr erfüllen.

So wird sich die Cloud-Welt entwickeln

Eins der besten Zitate seit Jahren — das werde ich auf jeden Fall übernehmen, da es, glaube ich, auch sehr gut bei uns momentan passt:

Jede Organisation, die ein System entwirft, erzeugt ein Design, dessen Struktur eine Kopie der Kommunikationsstruktur der Organisation ist.
(Conway, 1967)
  • Von 1980–2000 gab es Client Server
  • Von 2005 bis 2020 ist es mobile / Cloud
  • Und ab 2020 geht es in die „Network Intelligence“
Schöner Reiseplan — wo sind wir?

Der nächste Vortag als Praxis-Case

Es geht um die Qualitätskontrolle von Tablettenpressen in der Pharmaindustrie.

Bildverarbeitung pro Sekunde ergibt riesen Datenmengen, die man so gar nicht handeln kann.

Sehr technischer Vortrag, der zwar eigentlich recht interessant ist, aber doch sehr sehr operativ und praktisch — passt irgendwie gerade nicht sooo rein.


Und noch eine (Cloud) Panel Diskussion


Der letzte Vortrag für heute:

Catchy Title

Eigentlich geht es darum die Innovationen/ die neue Ideen zu kommerzialisieren.

IT hat eigentlich 4 mögliche Aspekte oder Einflüsse auf das bisherige Leben

Consumerization — erste Multimedia PCs werden im Business Umfeld zu Lernvideos, aus Facebook wird LinkedIn, aus privat Handys werden Geschäftshandys — aktuell kommt Alexa von dem Heimgebrauch in die Business-Welt (Immobilienbewertung durch Alexa — Planethome).

Die Geschwindigkeit wird schneller — VR im Heimgebrauch, kommt mit Hololens sehr schnell ins Business

Aus Mobile First wird AI first

Und für mich mit das Highlight des ganzen Tages und daher auch hier zum Schluß:

Any product that needs a manual to work is broken
(Elon Musk)
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