Was Van der Bellen heute bei der Debatte sagen sollte

Quelle: Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Nach dem gestrigen ZIB2-Interview mit Van der Bellen mache ich mir Sorgen über seine Performance bei der heutigen Debatte mit Norbert Hofer.

Aus diesem Grund habe ich mir kurz Gedanken gemacht was Van der Bellen heute sagen könnte, damit er Norbert Hofer in die Defensive bringt. Das könnte auch dabei helfen die Debatte um die Hickhacks über Facebook-Postings und ähnlichen Blödsinn auf eine inhaltliche Basis zu bringen.

Der Beitrag wird zwar nichts bringen, aber ich wollte es los werden. Was soll ich auch sonst tun?


Freunderlwirtschaft

“Herr Hofer, 2010 kämpften Sie in der Funktion des FPÖ-Luftfahrtsprechers dafür, dass die Streckenrechte der Austrian Airlines neu vergeben werden. Profiteur von dieser Neuvergabe wäre eine damals gegründete Fluglinie gewesen, die sich darum bemühte der AUA diese Flüge streitig zu machen. Das Pikante an dieser Geschichte: Die neue Fluglinie gehörte einem Schulfreund von Ihnen und — was damals nicht bekannt war — Sie waren Aufsichtsrat in der neuen Airline! Würden Sie diese Kultur der Freunderlwirtschaft auch als Präsident weiterführen?” (Quelle)

Stil

“Sie stellen sich gerne als das freundliche Gesicht der FPÖ dar. Im Verlauf des Wahlkampfs zerbrach die Fassade. Durch ihren Stil verschrecken sie selbst konservative Kreise, die bisher eine neutrale Position einnahmen. Zum Beispiel verbreitete ihre Partei so lange Lügen über die “Katholische Frauenbewegung” bis denen der Kragen platzte. Die Katholikinnen haben aufgerufen Sie nicht zu wählen! Sie haben vor ihnen im Amt gewarnt! Von ihrer Seite aus gab es keine Reaktion zu diesem miesen Stil ihrer Partei. Keine Entschuldigung, keine Richtigstellung. Eigentlich ist so ein Verhalten vollkommen inakzeptabel und alles andere als präsidial” (Quelle)

Wirtschaftspolitik

“Herr Hofer, Sie sagen immer wieder, dass ihnen die Österreicher am Herzen liegen, aber wie sind dann Ihre wirtschaftspolitischen Vorschläge zu verstehen? Sie haben unlängst eine eigene Sozialversicherung für Ausländer ohne Arbeitslosenversicherung vorgeschlagen. Durchgedacht würde das bedeuten, dass ausländische Arbeitskräfte für den Arbeitgeber günstiger als Österreicher wären. Dadurch würden Österreicher am Arbeitsmarkt benachteiligt. Entweder Sie bedenken die Auswirkungen ihrer Vorschläge nicht oder sie wollen auf dem Rücken der österreichischen Arbeitnehmer der Wirtschaft ein Geschenk machen. Obwohl, ein Geschenk ist es wahrscheinlich auch nicht, denn der Verwaltungsaufwand für den unausgegorenen Vorschlag wäre groß und das würde sich auch in Mehrbelastungen bei der Wirtschaft bemerkbar machen.” (Quelle)

Abgrenzung zum rechten Rand

“Herr Hofer, Sie versuchen immer wieder sich öffentlich vom rechten Rand der FPÖ zu distanzieren. So haben Sie medienwirksam Leute wie Susanne Winter und Werner Königshofer aus Ihrer Partei geworfen. Ich glaube aber, dass es sich dabei nur um eine Inszenierung handelt. Und ich sage Ihnen auch warum ich das glaube: Nehmen wir zum Beispiel ihren Büroleiter René Schimanek, den Sie auch in die Hofburg mitnehmen wollen. Der Herr marschierte, mit einem Schlagstock bewaffnet, mit dem Ex-VAPO-Chef Gottfried Küssel bei einer Neonazi-Demo mit. Außerdem war er auch bei den berüchtigten Nazi-Wehrsportübungen dabei. Und das ist jetzt nur ein Beispiel. Wenn sie es ernst meinen, würden sie hier eine klare Position einnehmen. Das Problem dabei: Sie wären dann in der falschen Partei.” (Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3)

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