Expertenstatus um jeden Preis

Seid Januar 2016 veröffentliche ich jede Woche einen Beitrag auf meiner Homepage. Mein Ziel: Expertenstatus!

Zusätzlich versorge ich meinen Twitter-, Facebook-, Instagram- und Xingkanal mit Informationen und Gedanken rund um den Vertrieb.

Am Jahresbeginn schien mir alles ziemlich leicht von der Hand zu gehen. Ich produziere sogar weit im Voraus. „Läuft bei mir!“ dachte ich, jedoch nach einigen Monaten fiel mir auf, das der Blog viel Zeit in Anspruch nimmt. Expertenstatus ade. Häufig sitze ich vor dem Rechner und mir fehlt die zündende Idee für einen neuen Artikel oder Beitrag. Jetzt wird das Schreiben nervig und der Expertenstatus nicht mehr so wichtig. Ich reiß mich zusammen. Noch ist keine Not am Mann ich drück mir schon ein Thema aus dem Kopf.

Und wie es der Zufall will lerne ich vor ca. 10 Wochen auf einer Veranstaltung einen innovativen Blogger kennen. Er selbst betreibt einen erfolgreichen Sportblock und ist internettechnisch gut unterwegs. Er hat Expertenstatus. Wir kommen ins Gespräch und unterhalten uns über Trainingsmethoden, Gemeinsamkeiten zwischen Sport und Vertrieb und über Blogbeiträge, Themenfindung etc. Ich beschreibe ihm wie wichtig der Expertenstatus für mich als Verkaufstrainer ist. Ich möchte am Markt wahrgenommen werden. Nur wenn ich Zeit zum schreiben habe fällt mir nicht immer etwas gutes ein. Kopf technisch spreche ich von SENDEPAUSE. NULL. OVER.

„Ich kenne das nur zu gut!“ sagt er zu mir. Und bietet mir seine Hilfe an. „Ich kann dich unterstützen! Wir legen zusammen das Thema fest und du bekommst ein Beitragsmindmap von mir. Das Mindmap nutzt du als roten Faden und generierst somit einfach ohne großen Zeitaufwand den gewünschten Expertenstatus.“

Und damit verabreden wir uns zeitnah zu einem Telefonat um alles weitere zu Besprechen.

Mensch da ist er! Meine Rettung! Ich gebe ihm die Themen vor. Er recherchiert und erstellt mir eine Rohversion und erhalte den roten Faden für zukünftige Beiträge. Wie geil ist das denn! Das heißt für mich: Noch mehr Zeit für Akquise und zeitgleich mehr Followers. Volltreffer!

EXPERTENSTATUS ICH KOMME
Im Telefonat erarbeiteten wir gemeinsam die Parallelen zwischen Training im Sportstudio und dem Vertrieb. „Kennst Du das?“ fragte ich Ihn „wenn irgendwelche Hardcorepumper neben dir Übungen machen wo einem schon die Augen und der erst des Körpers schmerzen?“

Was soll die Übung bringen? Rückenschmerzen? Bänderdehnungen? Muskelrisse?

Darauf Aufmerksam machen will ich die nicht. Ich bin ja kein Trainer.
„Ich mache das schon immer so!“ hört man dann von der Pumpergemeinde.

Mit diesen und noch einigen Informationen beendeten wir das Telefonat und ich erwartete gespannt was 4 Tage später in meinem E-Mailpostfach lag.

SIE HABEN POST

Hallo Dennis,
hier mal ein Mindmap zum besprochenen Thema.

BG
**** ********

Neulich im Fitness Studio:

Die Frau neben mir macht schon den dritten Satz einer Bauchübung. Biss hat sie! Nur die Übung macht sie leider völlig falsch: So trainiert sie nicht ihre Bauchmuskeln, sondern ruiniert sich ihren Rücken!

Soll ich sie darauf ansprechen?

Es geht mich ja nichts an. OK, ich tu’s doch: „Du, wenn du die Übung ohne Schwung machst, hast du mehr davon und…“ Weiter bin ich nicht gekommen! Sie brach ihre Übung abrupt ab und meinte nur: „Das stimmt nicht! Ich mache die Übung schon immer so!“ ……

WOW! Geil der Artikel wird für reichlich Like´s sorgen. Und ich habe jemanden gefunden der mich in Zukunft bei meinen Beiträgen unterstützt. Wir sprechen genau dieselbe Sprache. Und somit katapultierte ich mich gedanklich auf Platz 1 meines persönlichen Verkaufsrankings.

Nur noch zwei, drei kleine Änderungen. Fotos aussuchen und ab gehts in meine XING-Gruppen und ich poste bis der Arzt kommt. Ping, Plöp, Zisch und schon kommen die ersten Like´s.

„Guter Job vom Redakteur!“ Dachte ich mir. Toll das ich Ihn kennengelernt habe. Das Gesetzt der Resonanz gibt es also doch!

Und dann die erste Nachricht auf meinen neuen Beitrag:

Kai *********
11.08.2016, 17:54 Uhr
Hallo,

wer hat bei wem abgeschrieben?

Link zum Artikel.

Gruß,
**

Als ich den Link öffnete und wirklich „meinen“ Artikel lese wird mir schlecht. Wie peinlich! Und auf sowas falle ich rein! Wort für Wort stimmen überein. Ich meine jetzt nicht das sich die Beiträge ähnlich sind. Ich meine da ist jedes einzelne Wort, jedes Satzzeichen jede Pointe identisch ist. Es war gar nicht mein Artikel den ich veröffentlicht habe. Es war auch nicht der Artikel von meinem neuen Redakteursfreund. Es war und ist ein Artikel von Dirk Kreuter.

Mein neuer Plagiatsfreund hat nicht 3 Tage lang recherchiert. Er hat kopiert. Und mir den Text als seine Idee verkauft. Ziemlich dummes Gefühl. Warum habe ich das nicht vorher kontrolliert? Wie stehe ich denn jetzt da? Betrüger? Ideenklauer?

Nachdem ich die Zweite Nachricht über Xing erhalte in der mir die gleiche Frage gestellt wird, lösche ich alle Artikel aus den einzelnen Gruppen.

WAS HABE ICH DARAUS GELERNT?
„Gute Ideen erkennt man daran, dass sie geklaut werden.“
Rudi Carrell

FEHLER GEHÖREN DAZU!
Es klingt ein wenig dubios, aber: Fehler sind etwas Gutes. Sie mögen sich manchmal nicht gut anfühlen, man schämt sich dafür, ärgert sich, macht sich selbst manchmal noch dafür fertig. Mit dem richtigen Umgang von Fehlern entwickelt man sich jedoch weiter, lernt und kann sie als Helfer anerkennen.

Den Fehler anerkennen
Damit fängt alles an. Ohne das eigene Missgeschick zu akzeptieren und als solches zu erkennen, wird kein Lerneffekt entstehen. Fehler sind natürlich, vor allem bei hohen Maßstäben und Anspruch an sich selbst.

Die Erfahrung auseinander nehmen
Scheitern kann erlösend sein. Wenn Sie daraus lernen. Es braucht nicht das Ende Ihrer Laufbahn zu sein. Im Gegenteil kann es karrierefördernd sein, wenn Sie sich die Zeit nehmen, um all den gesamten Saft aus der Zitrone zu pressen, in die Sie beißen mussten.

Verhalten wirklich ändern
Natürlich sollten Sie sich nicht nur vornehmen, es das nächste Mal anders und besser zu machen. Sie sollten sich überlegen, in welcher nächsten Situation Sie sich tatsächlich anders verhalten, sich diese Situation vor Augen führen, vielleicht sogar für sich proben, wenn das möglich ist. Die Wahrscheinlichkeit ist wesentlich höher, dass Sie Ihr Gelerntes so erfolgreich umsetzen.

Voller Elan in das nächste Projekt einsteigen
Sie können es Fehlern nicht erlauben, Sie beim nächsten Mal zu bremsen und Ihr Potential einzugrenzen. Wenn Sie vom Pferd fallen, sollten Sie sofort wieder aufsteigen (es sei denn, eines Ihrer Gliedmaßen hängt ungewöhnlich vom Körper ab…). Ich nutze meinen Fehler und habe wie Sie gerade bemerken einen tollen Beitrag daraus erschaffen. Und das alles ohne meinen neuen Redakteursfeind.

Und sollte ich irgendwann einmal Herrn Kreuter live begegnen werde ich mich bei Ihm bedanken. Auch er hat sein Teil dazu beigetragen das ich aus meinem Fehler gelernt habe. Und eins darf ich feststellen. Der Beitrag „im Fitnesstudio“ ist wirklich gut.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Fehlern und was haben Sie daraus gelernt?

http://www.dennisrobers.de/fehler-expertenstatus-um-jeden-preis/

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