Mein erster Medium-Beitrag


Nachdem ich aus meinem mindestens 7-stündigen Schlaf, den ich religiös immer zur selben Zeit praktiziere, von meiner Tracking-App geweckt wurde, den Tag augenblicklich mit allumfassender Liebe begrüßte, mich mir nichts, dir nichts auf der Matte einfand, um mit Yoga meinen Körper und danach mit Meditation meinen Geist zu stärken, daraufhin eiskalt duschte, um gleichzeitig meine Gesundheit, Motivation und Disziplin zu stärken, ich gesund und im Stehen frühstückte, ausreichend Eiweiße und 13 grüne Smoothies zu mir nahm, meine sexuelle Energie in Entschlossenheit und reine Entrepeneur-Kraft transmutierte, ich meine Ziele (kurzfristig wie auch auf Lebenszeit gedacht) visualisierte, an eine weiße Tafel schrieb und mir dann selbst mit der tibetanischen Obertontechnik mehrstimmig vorgesungen habe, alle wichtigen Zeitungen und Journale sowie ganz Twitter, Facebook und Reddit durchlas, ich spazieren ging und eins mit Allem und Jedem wurde und dadurch allmählich mein Ego hinter mir ließ, während es also anfing zu dämmern und ich so langsam mit den ganzen Sachen fertig wurde, die man bekanntermaßen benötigt, um einen halbwegs passablen Medium-Beitrag verfassen zu können, machte ich mich mit der Benutzeroberfläche und dem Text-Editor hier vertraut.

Das animierte Feld unterhalb des Textes wies mich darauf hin, dass ich um die Formatierung zu ändern oder um Überschriften und Links hinzuzufügen, einfach nur den entsprechenden Text mit dem Cursor markieren müsse. Mit der linken Hand aß ich dabei, der Doktoren-Vertreibungs-Fähigkeiten wegen, energisch einen Apfel und mit der rechten griff ich ebenso schwungvoll in Richtung Mouse. Leider hatte ich in diesem Moment irgendwie nicht meine volle Achtsamkeit gechannelt und kippte mit Karacho mein bis zum Anschlag mit Wasser gefülltes Guinness-Glas um und damit ein komplettes Pint Flüssigkeit zur Gänze in meine Tastatur. Ich dachte nur >>Na toll…<< und ging dann sehr langsam und wenig motiviert in die Küche, um von dort extra saugfähiges Papier zu besorgen. Semibespaßt machte ich die Schweinerei sauber, wofür ich meinen Walk-of-Shame allerdings noch mehrere Male wiederholen musste. Als der ganze Kladderadatsch schließlich beseitigt war und ich meine hochgradig professionelle Texter-Tastatur wieder anschloss, war diese kaputt, was mir ein weiteres Schreiben natürlich unmöglich machte.

Deshalb konnte ich Heute also leider nicht meinen ersten Medium-Beitrag schreiben, aber ich denke, wäre mir nicht dieses große Unglück widerfahren, wäre es mit großer Wahrscheinlichkeit ein sehr guter Text geworden.

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