Österreichs Chatbots von A bis Z

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Österreich: Land der Alpen, Schnitzel, Skifahrer, Grantler — und Chatbots. In den vergangenen zwei Jahren hat sich Österreich, insbesondere Wien, zum europäischen Hot-Spot für Chatbot-Entwickler gemausert. Dutzende Chatbots haben ihren Ursprung in Österreich, viele davon werden als Best-Practice-Beispiele auf ihren Plattformen gehandelt.

Und auch die lokale Szene entwickelt sich prächtig, insbesondere dank regelmäßiger Konferenzen, Meet-ups und Barcamps. Da kann man leicht den Überblick verlieren, weswegen ich nun ein kleines Verzeichnis für Chatbots ins Leben rufen möchte. Sollte ich einen Chatbot vergessen haben, weist mich bitte darauf hin, ich werde ihn dann ergänzen.


A

A1 Smartphone: Der österreichische Mobilfunker hat dieses Jahr einen Chatbot gestartet, der bei der Auswahl des Smartphones helfen soll. Dabei ist man allerdings auf das Sortiment von A1 beschränkt. Der Chatbot wurde von „The Ventury“ entwickelt.

Albert, der Patentbot: Albert wurde gerade frisch auf dem Pioneers Festival vorgestellt und ist eine Entwicklung der Chatbot Agency gemeinsam mit dem österreichischen Patentamt. Wer eine Marke registrieren will, kann über Albert überprüfen, ob diese noch verfügbar ist. Der Chatbot vereinfacht die Suche im Vergleich zu den relativ komplexen Online-Tools erheblich und hat auch einige Witze auf Lager.

Artemis, Artnapper: Ich gehe gerne ins Museum, habe aber keine Ahnung von Kunst. Hier will Artemis, Artnapper aushelfen. Der Nutzer schickt ein Foto eines Kunstwerkes an die digitale Kunstexpertin, die dann Auskunft darüber gibt.


B

Bikemap: Die Suche des Wiener Start-ups Bikemap lässt sich auch via Facebook Messenger nutzen. Man gibt einfach seinen Standort frei und erhält eine Übersicht der zehn am nächsten gelegenen Fahrrad-Routen. Grunddaten, wie Verlauf, Länge und Höhenmeter werden als Vorschau angezeigt, für Details wird man jedoch auf die Website weitergeleitet.


C

ComicBot: Sei es nun xkcd, SMBC, Akward Yeti oder Penny Arcade — jeder hat irgendeinen Lieblings-Webcomic. Der ComicBot hilft dabei, die Übersicht zu behalten und benachrichtigt den Nutzer, sobald ein neuer Webcomic erscheint.


D

Dungeons & Dice: Für Pen & Paper habe ich schon viel zu lange keine Zeit mehr gefunden. Der Chatbot Dungeons & Dicewill nun eine der größten Ärgernisse beseitigen: Das Würfeln. Wer wieder einmal seinen D12-Würfel zuhause vergessen hat oder einfach keinen D100-Würfel besitzt, kann einfach den Chatbot um Hilfe bitten — D&D-passender Ton inklusive.


F

Flux: Über die Öffis in Wien zu schimpfen ist mittlerweile zum Volkssport verkommen. Der simple Chatbot Fluxwill das verhindern: Man gibt lediglich den Namen einer Linie, beispielsweise U4 oder S45, ein und erhält Auskunft darüber, ob gerade eine Störung vorliegt.

friendseek: Wer auf der Suche nach einem Tanz-, Lauf- oder Schach-Partner ist, kann über die Plattform friendseek danach suchen. Der Dienst kann seit einer Weile auch über einen Chatbot genutzt werden und bietet dort die wichtigsten Funktionen. Der Nutzer kann auf Wunsch auch den eigenen Standort freigeben, um nach Profilen im näheren Umkreis zu suchen.


G

GoSepp: Das Wiener Start-up GoSepp ermöglicht Ratenzahlung, auch wenn der Verkäufer diese eigentlich nicht anbietet. Dazu schickt man dem kleinen blauen Wurm mit Brille lediglich einen Link zum Produkt (maximal 3000 Euro), anschließend erhält man automatisch ein Angebot zur Ratenzahlung. Ein charmantes Beispiel dafür, wie man eine App mit einem Chatbot ersetzen kann.


I

Idea Bot: Der Idea Bot wurde von TEDxVienna, dem Wiener Ableger der TED-Konferenz, ins Leben gerufen. Der Chatbot kann auf Wunsch eine zufällige Auswahl an TEDx-Vorträgen anzeigen oder ermöglicht die Suche nach Vorträgen zu einem bestimmten Thema.


J

Job Bot by Hokify: Auch die Linzer Job-Plattform Hokify, die als „Tinder für Jobs“ gilt, ist mittlerweile als Chatbot verfügbar. Der Nutzer kann nach Jobs suchen, Alarme für neue Ausschreibungen erstellen, interessante Job-Angebote speichern und sich gleich direkt aus dem Messenger heraus bewerben. Auch die Log-in-Daten von der App können mit dem Chatbot verknüpft werden.


K

Klickmal: Wer möchte sich nicht von einem roten Kamel die Versicherungsprämie für Auto, Motorrad oder Moped berechnen lassen? Die Wüstenrot macht diesen (zugegeben ungewöhnlichen) Traum wirklich und bietet mit Klickmal seit Ende März einen Chatbot an, über den man sich die Kosten online berechnen lassen und die Versicherung gleich abschließen kann.


L

Lotti, der Lotterien Chatbot: Ich bin kein Lotto-Spieler, aber mein Vater und meine Großeltern geben hin und wieder einen Tipp ab. Leider nutzen sie alle keinen Facebook Messenger, sonst könnten sie künftig per Chatbot überprüfen, ob sie tatsächlich einmal gewonnen haben. Beim Test verursachte Lotti, der Lotterienbot, aber vorwiegend Frust. So beharrte sie darauf, dass ich ihr die Quittungsnummer gebe, auf die Antwort „Ich kenne sie nicht“, wusste sie keine Antwort. Und auch für die Auskunft zu Ziehungsergebnissen muss man ihr das gewünschte Spiel per Texteingabe nennen — beim falschen Spiel, zum Beispiel Toto, bleibt sie einfach stumm.


N

NELA: Die Wiener Webagentur Liechtenecker hat einen Chatbot entwickelt, der spielend Sprachen beibringen soll. Aktuell beherrscht Nela lediglich Englisch und soll den Wortschatz über das Spiel „Wortkette“ erweitern. Dabei muss man Begriffe zu einem bestimmten Thema (Länder, Früchte oder Gemüse,…) suchen, die mit dem gleichen Buchstaben beginnen, wie das letzte Wort endet.


M

MemeGenerator Bot: Wer gerne Memes bastelt, kommt um den Memegenerator Bot fast nicht herum. Man sagt dem Chatbot einfach, welches bekannte Meme man als Basis nutzen möchte und wie der Text lauten soll. Nach einer Weile erhält man das Endergebnis per Messenger zugestellt.

Mica, the Hipster Cat Bot: Katzen sind der Klebstoff, der das Internet zusammenhält. Das beweist unter anderem Mica, einer der ersten Chatbots, der für Facebooks Messenger zugelassen wurde. Die sympathische Hipster-Katze wurde von der Chatbot Agency entwickelt und verrät, welche Hipster-Lokale es in der Nähe gibt, garniert mit passenden Kommentaren und Katzen-Bildern.

MoodyMusicBot: Der MoodyMusicBot soll offenbar Musik passend zur aktuellen Stimmung und den Genre-Vorlieben des Nutzers vorschlagen, doch ein Kurztest verlief eher chaotisch.

myAustrian Messenger: Der Chatbot der Austrian Airlines wurde ebenfalls von „The Ventury“ entwickelt. Obwohl es sich um einen Chatbot einer österreichischen Fluglinie handelt, spricht der Chatbot vorerst nur Englisch — ein Umstand, der auch auf der offiziellen Facebook-Präsenz kontrovers diskutiert wird.

MyWorkout: Das Salzburger Start-up Windhund folgt dem Beispiel von Swell und will seine App mit einem Chatbot ersetzen. Der Nutzer kann per Unterhaltung mit dem Chatbot ein Training beginnen und bekommt Übungen zum Aufwärmen und Stretching sowie Tipps für das Training mit dem eigenen Körpergewicht vorgeschlagen. Der Chatbot führt auch Protokoll und zählt mit, wie viele Übungen man wann gemacht hat.


O

ORF.at-Wahlbot: Der ORF.at-Wahlbot ist mittlerweile wieder offline, doch das Experiment war durchaus spannend. Über den Chatbot konnten die Ergebnisse und aktuelle Nachrichten zur Bundespräsidentenwahl abgerufen werden.


P

Paul: Ein Chatbot als „Mittelsmann“ für verschlüsselte Nachrichten: Paul verschlüsselt auf Wunsch eine Textnachricht in einem Farbmuster, das über jeden beliebigen Messenger als Bild verschickt werden kann. Der Empfänger kann die Nachricht entschlüsseln, indem man das Bild wieder an Paul schickt.

Piobot: Wer braucht schon eine App, wenn man über die eigene Veranstaltung auch per Chatbot informieren kann? Das dachte sich das Pioneers Festival und probierte dieses Jahr den Piobot aus. Neben dem Zeitplan und Informationen über Speaker und Start-ups konnte auch die „Match & Meet“-Funktion über den Chatbot genutzt werden. Ähnlich wie bei Tinder konnten Nutzer ihre Interessen angeben und gegenseitig Interesse für ein Treffen bekunden.

PreisalarmBot: Simon Brändle, der bereits zuvor an einer Shopping-Plattform arbeitete, hat einen Chatbot entwickelt, der den Preis von bestimmten Produkten im Auge behält. Fällt dieser, wird der Benutzer benachrichtigt. Praktisch, wenn man weiß, wonach man sucht und geduldig ist.


R

Record Bird: Record Bird benachrichtigt den Nutzer, wenn einer seiner Lieblingsmusiker ein neues Musikvideo, Single, Album oder Tour ankündigt. Der Dienst hilft mir gut dabei, einen Überblick zu behalten und verrichtet oftmals seinen Job besser als Spotify und Co.

Rosie und Franzl: Mittlerweile gibt es in Österreich mehr als 2300 öffentliche Datensätze — von Adressen über Kohlenmonoxid-Werte bis hin zu Waldentwicklungsplänen sind viele Daten frei online verfügbar. Bei der Suche helfen seit kurzer Zeit Rosie und ihr internationaler Kollege Franzl, der insgesamt sieben Sprachen spricht. Warum mir Rosie nach einem lachenden Smiley die Ergebnisse der Landtags- und Nationalratswahlen ausspuckt, ist mir zwar nicht ganz klar, aber ansonsten machen die beiden virtuellen Beamten ihren Job gut.

Runtastic Fitness Bot: Auch Runtastic, mittlerweile im Besitz von Adidas, bietet seit April einen Facebook-Chatbot an (mit etwas Hilfe von Swell). Wie MyWorkout bietet der Chatbot Übungen mit dem eigenen Körpergewicht an, nach Erfahrung gestaffelt. Dabei bedient man sich aus dem umfangreichen Fundus des hauseigenen Freeletics-Konkurrenten Results. Zudem bekommt der Nutzer motivierende Zitate sowie aktuelle Artikel vom Runtastic Blog zugeschickt.


S

Sophie Style Bot: Sophie, das Alter Ego des Wiener Start-ups Mon Style, hilft Frauen bei der Stilberatung und schlägt passende Produkte vor. Männerprodukte hat man derzeit leider noch nicht im Sortiment, Sophie kann dafür mit einigen eher allgemein gehaltenen Tipps aufwarten.

Store.me: Über den Chatbot des österreichischen Start-ups Store.me können Nutzer einen Umzug oder einen nahe gelegenen Lagerraum anfragen. Das Funktionsprinzip ist relativ simpel, nach einigen kurzen Fragen erhält man einen ersten Kostenvoranschlag und kann auf Wunsch auch mit einem Menschen Kontakt aufnehmen.

Streetview Wien: Die Apartment-Vermietung mit dem etwas unvorteilhaften Namen (zumindest aus Suchmaschinen-Perspektive) zeigt Airbnb und Co, wie Chatbots eingesetzt werden können. Der gleichnamige Chatbotliefert Infos zu den Apartments des Unternehmens und gibt Auskunft zu beliebten Fragen, wie Anreise, nahe gelegenen Restaurants und Supermärkten oder den Preisen. Es können auch direkt über den Chatbots Apartments gebucht werden.

Swelly: Die ungewöhnliche Voting-Plattform Swell — ein Nutzer veröffentlicht zwei Bilder und lässt die Community über diese Optionen abstimmen — hat mittlerweile dank dem Chatbot Swelly ihren Durchbruch geschafft. Die Nutzungszahlen der App stagnierten, weswegen man die Funktionen der App in einem Chatbot nachbaute. Mit Erfolg, mittlerweile konnte man 2,3 Millionen Nutzer damit erreichen.


T

Teletext-Bot: Der mittlerweile 36 Jahre alte ORF-Teletext zählt nach wie vor 1,7 Millionen Nutzer pro Woche. Da verwundert es kaum, dass es auch einen Teletext-Chatbot gibt. Das Funktionsprinzip ist simpel: Der Nutzer gibt einfach die gewünschte Seite von 100 bis 999 an und bekommt diese als Bild zugeschickt.

Toni, the Football Chatbot: Toni hält Fußball-Fans über Spiele aus den größten Ligen Europas auf dem Laufenden. So kann man Zusammenfassungen zum Spieltag oder Live-Berichterstattung zu einzelnen Spielen abonnieren. Ursprünglich war der von Creative Workline entwickelte Chatbot nur für die Europameisterschaft 2016 vorgesehen, nun wird der Dienst aber ausgebaut.

Trenkwalder: Der Personalvermittler Trenkwalder bietet einen gleichnamigen Chatbot an, der — Überraschung — bei der Jobsuche helfen soll. Der Nutzer kann per Angabe vom gewünschten Job-Standort nach freien Stellen suchen oder sich benachrichtigen lassen, wenn ein neuer Job in einer bestimmten Branche frei wird. Zudem kann man direkt aus dem Chatbot heraus eine „Initiativbewerbung“ abgeben.


W

Wachhund: Als kurios, aber durchaus sinnvoll kann der Wachhund-Chatbot bezeichnet werden. Dieser soll Haustierbesitzer per Facebook Messenger warnen, wenn Giftköder in der Region gefunden wurden. Die Daten werden von mehreren Quellen bezogen, unter anderem Tierschutz-Organisationen, Berichten von Medien und Polizei sowie von Nutzern des Chatbots. Laut Impressum wurde der Chatbot in Graz von einer Werbeagentur sowie der Software-Firma Guid.New entwickelt.

Whatchado: Selten habe ich mich so alt gefühlt, als ich beim whatchado-Chatbot die „älteste“ Kategorie 25+ auswählen musste. Kein Wunder, richtet sich die Karriere-Plattform doch vorrangig an Jugendliche, die noch nicht wissen, welchen Job sie ergreifen wollen. Mit Sprüchen, die wohl dem bekannten Firmengründer Ali Mahlodji nachempfunden sind, macht der Chatbot einen sehr sympathischen Eindruck.

WienBot: Mein aktueller Lieblings-Bot, auch weil ich immer wieder darauf angewiesen bin. Der WienBot kennt die wichtigsten Fragen, die üblicherweise die Webseite wien.gv.at beantworten muss, und wird laufend erweitert. Seit kurzer Zeit kann er beispielsweise neben Informationen zum Parken auch Auskunft über Wetter und Wassertemperatur geben. Mehr Infos zum WienBot habe ich auf der futurezone zusammengestellt.


X

xeet: Xeet ist kein klassischer Chatbot. Das gleichnamige Start-up hat vielmehr einen Dienst entwickelt, der bei der Termin-Suche und Organisieren von Events helfen soll. Man wählt einfach jene Personen aus, die man einladen will, und xeet kontaktiert diese selbstständig über die hinterlegten Kontaktdaten. Aktuell werden Telegram, Slack, E-Mail und SMS unterstützt, schon bald kommen auch Facebook Messenger, WhatsApp und Skype dazu.


Z

Zoombot: Die Immobilien-Suchmaschine Zoomsquare ist mittlerweile auch auf Facebook Messenger vertreten. Der Nutzer gibt seine Präferenzen (Ort, Größe, Budget, Zimmer und andere Sonderwünsche) bekannt und der Chatbot übernimmt daraufhin die Suche. Falls es noch nichts Passendes gibt, kann man auch später benachrichtigt werden oder die Suche anpassen.

Diese Sammlung wird laufend erweitert (Stand 14. September 2017). Falls ich etwas vergessen haben sollte, weist mich bitte per Twitter oder Kommentar darauf hin.

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