Durchhaltestrategien fürs Fitnessstudio

Angst, der innere Schweinehund, Zeitmangel und wie man diese Hürden überwindet


Viele Menschen scheuen sich vor dem Fitnessstudio. Das ist verständlich, denn in vielen Fitnessstudios wimmelt es von sportbegeisterten Menschen mit Top-Figur, die sich stundenlang auspowern. Fällt man nicht in dieses Raster, kann der Besuch bei McFit und Co. schon einschüchternd sein. Schließlich will man nicht mitleidig oder herablassend angeschaut werden oder sich sonstwie blamieren.

Man muss auch nicht ins Fitnessstudio. Wie schon anderswo erwähnt, ist die Strategie des weniger (bzw. anders) essens deutlich effektiver als das ewige sich abmühen auf der Tretmühle. Aber Sport ist gesundheitlich eine tolle Sache und man weiß mittlerweile, dass Sport die Motivation steigert eine Diät durchzuhalten. Und die extra Kalorien, die man mit (dem richtigen) Sport verbrennt, können sicherlich nicht schaden.

Hier kommen ein paar Tipps, mit denen es dir leichter fallen wird, ins Fitnessstudio zu gehen.

Den Entschluss fassen

Entweder “ja” oder “nein”, aber nie “vielleicht” oder “ja, wenn…”. Es ist absolut in Ordnung “nein” zu sagen. Dann aber konsequent. Alles andere darf nur “ja, und heute mache ich mein erstes Training” lauten. Und zwar mit dem Ziel, dies dauerhaft zu tun. Ich spreche von Jahren, nicht nur von den nächsten zwei Wochen. Am besten für den Rest deines Lebens.

Du machst Sport für dich, nicht für andere

Das heißt zum einen, dass du dich selbst anmeldest und auch möglichst selbst ins Fitnessstudio gehst. Dein bester Freund kann dich gerne begleiten, aber wenn er absagt, hat das nichts mit dir zu tun: Du gehst trotzdem. Du wirst im Studio sein noch Monate nachdem er sich schon abgemeldet hat. Sei bereit viele Stunden alleine im Fitnessstudio zu verbringen.

Im Studio selbst bist du für dich da, um dich um deinen Körper zu kümmern. Was die anderen machen, ist dir egal. Und wenn sie dich anschauen, dann ist das etwas, was sie tun (nicht du), und deshalb — noch einmal — ist dir das egal. Es geht hier nur um dich.

Vergiss Ziele, entwickle ein System

Ziele wie “in 3 Wochen 5kg abnehmen” mögen dich kurzzeitig motivieren, sind aber auf Dauer schlecht für dich. Wenn du sie nicht erreichst, bist du demotiviert. Wenn du sie erreichst, ist die Motivation für Weiteres weg. Und da sie ohnehin in der Zukunft liegen, tun sie nur wenig für die Notwendigkeit, jetzt deine Fitness in den Griff zu bekommen. Die Genies dieser Welt wurden so gut, weil sie für sich ein System entwickelt haben, das ihnen ermöglicht, jeden Tag ein kleines bisschen besser zu werden. Wenn du jeden Tag ein kleines bisschen besser wirst in dem, was du tust, ist es nur eine Frage der Zeit, bis du darin gut bist. Das einzige, was du brauchst, ist Geduld.

Lege Zeiten für das Fitnessstudio fest

Routine ist das A und O im Sport. Wenn du dich einmal im Studio fertig machst und dann zwei Wochen lang nichts tust, kannst du’s auch gleich sein lassen, weil das nichts bringt. Lege regelmäßige Tage und Zeiten fest zu denen du gehst und dann halte sie ein, ohne Ausnahme! Ich hatte eigentlich nie Zeit, um ins Fitnessstudio zu gehen, und doch ging es letztendlich: Ich habe einfach in der Mittagspause das Büro verlassen, um eine Stunde zu trainieren. Drei Mal pro Woche. Hat nicht mal jemand gemerkt. Jetzt trainiere ich immer noch drei Mal pro Woche. In den letzten drei Jahren ist mein Training insgesamt nur drei Mal ausgefallen, und zwar nur wegen Krankheit. (Ich bin durch den Sport übrigens auch seltener krank als früher.)

Finde das richtige Fitnessstudio

Wenn du dich bei McFit nicht wohl fühlst, suche dir ein anderes Fitnessstudio. Wenn Frauen unter sich sein wollen, gehen sie zum Frauenfitness. Es gibt mittlerweile so viel Auswahl, dass man immer ein Studio finden kann, in dem man sich wohl fühlt. In meinen Mittagspausen war ich in einem Studio voller Rentner, die nicht einmal geguckt haben, während ich meine Kniebeugen und Kreuzheben gemacht habe. Das war ideal für mich: Kein Fitnesswettbewerb, keine Mukkibude, keine Modeschau, nicht einmal Musik oder TV. Ich konnte mich einfach auf mein Programm konzentrieren. Das Publikum verändert sich übrigens auch je nachdem, zu welcher Tageszeit man geht.

Langsam anfangen

Machst du zum ersten Mal (überhaupt oder seit langem wieder) Sport, dann mache nichts Anstrengendes. Und wenn es nur gemächliche fünf Minuten auf dem Laufband sind: Da gewesen zu sein ist schon ein Anfang und auf jeden Fall besser als nicht da gewesen zu sein. Es gibt auch nichts Schlimmeres als die Lust am Sport zu verlieren, weil man am nächsten Tag einen heftigen Muskelkater hat. Fange mit etwas an, was dich noch nicht zu sehr fordert. Etwas, was du auf jeden Fall kannst. Und dann kannst du auch wieder nach Hause gehen. Da du regelmäßig kommst und jedes Mal ein klitzekleines bisschen mehr machst (siehe oben), spielt es keine Rolle, wo du anfängst. Das kann (und sollte) ruhig bei Null sein.

Einen Schritt nach dem anderen

Es ist dasselbe wie mit den Zielen. Wenn du noch zu Hause bist und keine Lust auf Sport hast, denke nicht an das im-Studio-sein. Packe erst einmal deine Sachen. Du kannst sie jederzeit wieder auspacken. Wenn sie gepackt sind, verlasse erst einmal deine Wohnung. Du kannst ja jederzeit wieder umdrehen und zurück gehen. Mache dich auf zum Fitnessstudio. Du kannst dich ja immer noch umentscheiden. Wenn du da bist, kannst du dich umziehen und dich dann entscheiden, doch keinen Sport zu machen.

Naja, aber wenn du schon mal da bist, kannst du ja vielleicht auch ein paar Minuten an einem Gerät trainieren. Oder zwei.

Sei im Jetzt

Wenn du daran denkst, wie lange das alles dauern wird, denkst du an die Zukunft, die nicht existiert. Als Übung für die Zeit im Fitnessstudio kannst du versuchen den jetzigen Moment aktiv zu erleben. Wie reagiert dein Körper auf den Sport? Wie fühlt sich die Anstrengung an? Was tut sich in dir, wenn du andere beim Training siehst? Wenn du diese Übung ein ganzes Training durchhältst, vergeht die Zeit wie im Flug.

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