Going north

Bild: Kamil Lehmann | Unsplash

Langsam stellt es sich ein. Das Gefühl, dass ich doch noch alles geregelt bekomme, bis es losgeht. Vielleicht hat auch dieser Virus dabei geholfen, mich zu entschleunigen. Eine ganze Woche hat er meine Familie komplett ausgeschaltet. Dafür sehe ich jetzt aber Land und bin ruhiger.

Einen Monat werden wir unterwegs sein als Familie. Vier Wochen, in denen ich nur Vater und Ehemann bin. Nicht Berater, nicht Dienstleister, nicht Wettbewerber. Vier Wochen lang wollen wir die Nähe als Familie genießen, bevor die Zwillinge im August in die Tagespflege gehen und Tine wieder anfängt zu arbeiten.

Vier Wochen, die wir uns Zeit nehmen, um so weit nach Norden zu fahren, wie das eben geht, wenn man mit zwei bewegungssüchtigen Einjährigen unterwegs ist. So weit nach Norden, wie das eben geht, wenn man eher langsam als schnell fahren kann.

Bild: Steinar Engeland | Unsplash

Nordkapp war mal das Ziel. Inzwischen ist das Kap nur noch der Sehnsuchtsort, der Fluchtpunkt, der uns grob die Richtung vorgibt. Ausgewählt, weil wir uns nicht vorstellen können, einen Urlaub lang am Pool zu liegen. Oder am Strand. Ein bisschen Abenteuer muss dabei sein. Und da wir mit den Zwillingen noch keine zehn Stunden nach Südostasien fliegen wollen, suchen wir das Abenteuer eben auf dem eigenen Kontinent.

Wenn wir es dann am Ende nur bis zu den Lofoten schaffen — oder an die dänische Nordseeküste; geschenkt. Es ist Teil der Idee, eben keinen genauen Plan zu haben. Wir wollen uns treiben lassen, morgens nicht wissen, wo wir abends unseren Camper abstellen werden. Uns ein wenig das Gefühl der grenzenlosen Freiheit zurückholen, das es sonst in unserem strukturierten Alltag schwer hat.

Für mich ist dieser Urlaub eine Premiere in doppelter Hinsicht. Das erste Mal in einem Camper. Das erste mal nach Norden. Früher habe ich mich immer in einem alten Bully an einsamen Stränden im Süden Europas gesehen. Wo es warm ist, wo man Palmen sieht und der Schweiß in die Augen rinnt. In diesem Urlaub allerdings reisen wir in einem 7,50 Meter-Monster mit Alkoven und Dusch-Klo. Und wir werden die Standheizung gegen Temperaturen im einstelligen Bereich benötigen.

Ich freue mich darauf.

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