Kommentar: Experten kritisieren IT-Sicherheit des Bundestags

IT-Experten kritisieren, der Bundestag sei nicht ausreichend vor Hacker-Angriffen geschützt. Vor allem der „unkontrollierte Einsatz von Endgeräten“ stelle ein erhebliches Risiko dar. So kann es jedoch nicht weitergehen; denn fehlende IT-Sicherheit ist kein Schönheitsfehler, sondern eine große Gefahr.

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Nichts gelernt, mag man glauben, hat der Bundestag aus den Angriffen im Dezember 2014 und Januar 2015. Damals wurde das Bundestags-Netzwerk mithilfe von Trojanern angegriffen. Die Schäden konnten nur schwer beseitigt werden. Die Folge: „Abgeordnete müssen jetzt Passwörter mit mindestens acht Zeichen verwenden“. Ein Witz, wenn man die Wichtigkeit von IT-Sicherheit bedenkt.

In einem geheimen Bericht, den die Bundestags-Verwaltung in Auftrag gegeben hatte, bemängelt die IT-Sicherheitsfirma Secunet nun die IT-Infrastruktur des Bundestags.

Mir stellt sich die Frage, ob man sich der Gefahr nicht bewusst ist, sie nicht wahrhaben möchte oder einfach dumm ist? Denn IT-Sicherheit ist wichtig, das weiß sogar meine Mutter, die mich regelmäßig fragt, wie man einen Anhang per E-Mail versendet. Sie weiß es. Jetzt — viel zu spät erst — weiß die Bundestags-Verwaltung, dass sie an ihrer IT-Sicherheit arbeiten sollten.

Immerhin: Es scheint, als nähme man sich den Problemen an. Gelder für eine neue Firewall wurden Berichten zufolge bereits vom Ältestenrat bewilligt.

Es wird Zeit. Denn ich bin mir sicher, der Bundestag ist nicht scharf drauf, geheime Protokolle und Dokumente bald bei Wikileaks nachlesen zu können.