Um Aufmerksamkeit zu gewinnen, finde ich das Modell Fisch im Wasser am passendsten. Man bewegt sich in der Öffentlichkeit, also dem Netz, beteiligt sich an Diskussionen, empfiehlt Arbeiten von anderen Leuten, veröffentlicht eigene Gedanken. Dadurch entsteht die Aufmerksamkeit nebenbei, im Idealfall ohne, dass es je einer ausdrücklichen Werbung bedürfte. Ich würde das sogar als Erkennungszeichen für Seriosität in der Öffentlichkeit nehmen: Aufmerksamkeit verdient, wer sich für Dinge, die er nicht selber gemacht hat, mindestens genauso interessiert, wie für die Verbreitung der eigenen Arbeiten.
Das sind Mechanismen, die sich durch Social Media ganz von selber ergeben. In deinem Beitrag, Gabriel, wundert mich, dass du als einziges Medium E-Mail erwähnst. Das klingt sehr seltsam für mich. Ich würde nicht im Traum darauf kommen, per E-Mail Werbung für etwas zu machen, schon allein darum, weil ich kaum noch E-Mail benutze. Aber auch, weil die Strukturen von Social Media der E-Mail so enorm überlegen sind. Auf Social Media ist Werbung — im Idealfall — nicht von Interesse und Diskussion, oder sogar von der Sache selber zu unterscheiden.