Manuela Schwesig–von PR, Propaganda und Nipstern…

…schönere PR mit Dominik Rzepka auf heute.de gab’s selten.

Aber was man da heute so auf ZDF heute.de lesen muss, ist schon eine Frechheit:

Von Nafris und Nipstern

Wir wissen ja: Nur böse Menschen erfinden schmähende Begriffe für ganze Gruppen, wie z.B. der bitter gerügte „Nafri“. (Okay, eigentlich wurde der in einem sachlichen Kontext von der Polizei Köln verwendet, unter dem Druck der Kürze von 140 Zeichen. Aber was sind schon Fakten…)

Wenn ZDF-„Journalisten“ und-oder SPD-Ministerinnen einen etwas bemüht wirkenden Begriff prägen wollen, dann ist das natürlich nur versachlichend gemeint! Wir sind ja DIE GUTEN.

Quelle: heute.de

Ein Nipster ist also irgendjemand, der jung+hipp ist, und rechts. Na wegen mir, das mag stimmen. Und vielleicht gibt es davon auch zu viele.

Sofort danach wird es allerdings bigott, und –wie man es von schwarz-rot-grün nicht anders gewohnt ist– universal meinungsfeindlich:

Heute lernen wir: #Hashtags.

Quelle: heute.de

Es ist natürlich eine Frechheit, wenn ungebetene Gäste auf Twitter einfach so ein gängiges Hashtag auch für ihre Meinung verwenden… wo kämen wir da hin, wenn das jeder auf Twitter täte? Einfach so auf ein populäres Hashtag einsteigen? Wer macht das schon? (Hint: jeder.)

ZDF-Experte Dominik Rzepka lässt dann gleich mal den Netz-Experten Stefan Glaser zu Wort kommen. Dessen Expertise gründet sich auf auf den Betrieb einer wohlklingenden .net-Domäne, unterstützt aus den Fleischtöpfen der Bundeszentrale für Politische Bildung.
– Warum nur habe ich da sofort ein Déjà vu?

Twitter oder: Volksparteien „engagieren sich“ — Gegner „müllen zu“

„Zumüllen“ wäre ja nach meiner Definition, wenn man unter einem Hashtag völlig sachfremde Dinge anpreisen würde, etwa den Verkauf kleiner blauer Pillen, heiße Girls oder nigerianische Erbschaften. Und wegen mir auch noch, wenn man auf Facebook vom Bau neuer Fahrradwege ansatzlos zu die-Flüchtlinge-sind-Schuld springt. Was bei Flüchtlings-Tourette-geplagten Mitmenschen in der Tat häufiger vorkommt.

Im vorliegenden Fall wäre es jedoch eindeutig korrekter von „kapern“ zu sprechen, also dem feindlichen Übernehmen. Konträre Anschauung, aber per se gleiche Thematik. (Profi-Tipp für Journalisten mit Sprachgefühl.)

Kapern gehört bei Twitter dazu. Auch die Anhänger unser beiden Post-Sozialdemokratischen Parteien übernehmen gerne Hashtags der Gegenseite, etwa #ZeitfürMartin oder #JetztIstSchultz.

Schaue ich denn mal tatsächlich unter #schauhin (Link) nach, so finde ich:

  • Allerlei Flüchtlings-Räuberpistolen. Teilweise definitiv real, andere vermutlich erfunden… klar, ein eindeutiger Duktus.
  • Aber eben auch retweets von MDR, hessenschau, Statista, BILD oder die eher nicht redlich wirkenden Worte Steffen Seibert…
Quelle: twitter.com

Klar, sind die tendenziös ausgewählt. Nun wird man das bei einem anderen Hashtag von anderen Fanboys oder Gegnern einer Sache nicht genau so vorfinden?

Die Hamburger Grünen beispielsweise (die nun wirklich jeden industriepolitischen SPD-Schmutz mitmachen) labern sich ihr Nicht-Wirken unter #somooktwidat intensiv schön. Von durchgewunkenen Elbvertiefungen, weggelogenen Bürgerbegehren, kollabierender Justiz, Zensurkammern, Grünfraß oder ganz besonders mieser Hamburger Luftqualität steht da: nichts. — Klar. Die machen halt Werbung. Schon mal als Vorfrage: Darf ich zu einseitig-politischer Werbung eigentlich auch „Propaganda“ sagen?

Quelle: twitter. Unter dem Hashtag #Lauer finden sich halt auch Menschen, die die fäkalen, hasserfüllten Ausbrüche des SPD-Genossen Christopher Lauer dann auch einfach zu kritisieren wagen…

Unter dem von der SPD inszenierten #(da)gegenhalten findet man ja ebenfalls einerseits Beiträge gegen Rechtsextremismus, welche die SPD erstrahlen lassen sollen. Aber eben auch Beiträge, die die Bigotterie bzw. die emotionalen Ausbrüche einzelner SPD-Genossen thematisieren. Das nennt sich: Meinungspluralität.

Gefällige Fragen von Qualitätsjournalist Rzepka:

„Wollen Sie Wahrheitsminiksterin sein?“ Nein, Nein, natürlich nicht. Erstmal bekommt Frau Schwesig die dankbare Gelegenheit zu sagen, daß es ihr natürlich auf gar keinen Fall um ein orwellsches Wahrheitsministerium geht…

Quelle: heute.de

Man könnte das Gefühl bekommen, Frau Schwesig bekäme da mundgemalte Fragen von ZDF-Journalist Rzepka vorgelegt. Man hätte ja auch mal kritisch nachbohren können, wie sie denn so zu Art. 5 GG steht. Und diversen BVerG-Urteilen zur Meinungsfreiheit.

Oder: Was genau will man den Facebooks und Twitters dieser Welt verbieten , während man es den Axel Springers, Hubert Burdas oder Bauers ohne staatliche Intervention allwöchentlich durchgehen lässt?

Es hätte so spannend werden können.

Für richtige und faslche Orthographie ist allein das ZDF verantwortlich…

Unsere sozial engagierte Vorzeige-Ministerin zeigt Noblesse…

Demokratie lebe von Wahrheit.
Auch sie als Ministerin wolle dazu einen Beitrag leisten.

Frau Schwesig ist also nicht das Wahrheitsministerium, möchte aber als Ministerin einen Beitrag zur Wahrheit leisten? Wikipedia kennt dafür das schöne Wort Rabulistik.

Wer und wie entscheidet sich in einer pluralen Demokratie eigentlich, was die Wahrheit ist? Und wie genau sieht „ihr Beitrag“ aus? — ein echter Journalist hätte da mal nachgefragt.

Schwesig, Wahrheit…?– da war was!

Just dieser Tage stellt sich Genossin Schwesig ja äußerst stur, wenn es um gerichtlich eindeutig festgestellte, sogar per (leicht unfreiwilligem) Videobeweis nachgewiesene Falschbehauptungen (vulgo Lügen). Nachdem sie sich zuvor in ein laufendes Verwahren PR-technisch eingemischt hatte.

Eingemischt. In ein laufendes Gerichtsverfahren. Als Ministerin. Primär für ihre eigene „feministische“ PR. Diese 4 Schnipsel kann man in beliebiger Reihenfolge aneinander setzen. Jedes Mal sind sie ein komfortabler Rücktrittsgrund. — Und diese Frau erzählt uns dann was von ihrem Beitrag zur Wahrheit? Keine Nachfragen, Dominik Rzepka? Wer kommt als nächstes auf die ZDF-Bühne? Alice Schwarzer zum Thema Steuermoral?

Bildzitat. Quelle: SPIEGEL Online und SPIEGEL Online

Wahrheits-Maas macht mobil…

Auch unser Justizminister HeikoRent-a-SoziMaas, den seine Gina-Lisa-Einmischung fast das Amt gekostet hätte, hat so seine Probleme mit wahr und unwahr…

Die „Aussage“ von Maas unter Berufung auf „Erkenntnisse“ deutscher „Sicherheitsbehörden“, die dann wiederum „zu geheim“ sind, um sie zu benennen... Nun ja, diese Erkenntnisse haben sich auch nach einem Jahr intensiver Suche durch BND und Verfassungs„schutz“ nicht validieren lassen… Nein! Doch. Oh. — da „Lügenpresse“ immer so schlecht ankommt, darf ich FakeNews dazu sagen?

Werden wir davon jemals auf heute.de lesen? Wo nachlesbar Dutzende „die-Russen-haben“-Räuberpistolen aus den Agenturen dankbar weiterverteilt wurden… (Hashtag: #Qualitätsbulimie).

Vergessen wir mal kurz langweilige Fakten, reden wir mal über Emotionen: Selbst die Wahrhaftigkeit seiner Überzeugungen unterliegt bei Genosse Heiko Maas nachlesbar starken Schwankungen:

Quelle: Twitter / Netzpolitik.org / BMI

Ich wette ein Monatsgehalt: Genosse Flip-Flop (Nein, nicht der Dicke. Der andere. Wobei, der auch.) wird sich da demnächst noch ein drittes Mal korrigieren dürfen: Ironischerweise schon wieder durch ein Gerichturteil. Schon wieder durch das EuGH. Und weil ihm das offenbar noch nicht reicht, auch noch durch den wissenschaftlichen Dienst des deutschen Bundestages. Ist aber noch nicht so wirklich bei ihm angekommen. Die Lernfähigkeit/Wahrheitsliebe unseres SPD-Justisministers steht vollbusigen Dschungelcamp-Teilnehmerinnen offenbar in nichts nach...

Sorry. Das war jetzt mal die Wahrheit. Haltet sie aus. 🐐❤


Nicht nur Edward Snowden hat das Gefühl, der PR-Sprecher der Bundesregierung lüge ihm da ins Gesicht…

…gar nicht zu reden vom PR-Sprecher unserer Bundesregierung, dessen Wahrheitsliebe allwöchentlich von Thilo Jung liebevoll vorgeführt wird

Dabei hatte man sich extra einen ZDF-Nachrichtensprecher eingekauft, für die Seriosität!1!! — So’n bißchen ist der Seibert jetzt natürlich moralisch verbraucht. Ob ZDF-„Journalist“ Dominik Rzepka das vielleicht demnächst übernimmt? Vielleicht unter Martin Schulz und einer SPD-Ministerriege? Unbeliebt dürfte seine Version von Qualitätsjournalismus in der SPD ja eher nicht sein…

Professionalisierung von Rechts?

Okay, jetzt mal weiter im Text:

Daß das ZDF auch anno domini 2017 immer noch keine Ligaturen oder typografisch korrekten Anführungszeichen drauf hat: geschenkt. Quelle: heute.de
„Umso wichtiger, dass auch wir uns professionalisieren“

Belege für diese Professionalisierung der Rechten bleibt Frau Schwesig (oder auch Dominik Rzepka) selbstverständlich schuldig. Haben die Rechtsextremen jetzt auch professionelle Social-Media-Aktivisten? Gefüttert mit 130.00€ pro Jahr aus den Fleischtöpfen des Bundesministeriums für Frauen, Feminismus und Propaganda? Da war ich wohl gerade pinkeln.

Von der NPD hört man, außer gescheiterten Verboten, eigentlich nur noch, daß sie pleite sind. Seit Jahren. Wo sind da professionelle Strukturen?

Auch AfD Mitglieder können im Gegensatz zu Frau Schwesig oder Herrn Maas keine ministerialen Stiftungsgelder zuschanzen oder ministeriale PR-Stellen für sich arbeiten lassen… so wie andere das tun:

Ein Wohlfühl-Zitat von der SPD-Politikerin nach dem anderen. Dazu wird vom einen SPD-Ministerium dann nochmal das Statement unseres SPD-Innnenminister retweetet…. Mir scheint, der politische Informationsauftrag, der eigentlich Grundlage der steuerfinanzierten Öffentlichkeitsarbeit von Ministerien sein sollte, ist hier nicht nur ein bißchen verlorengegangen… ich sehe da primär karriere-orientierete persönliche PR und parteipolitische Propaganda. Sorry.

„umso wichtiger, dass auch wir uns professionalisieren“

Auch? Wir? uns?

— Pardon aber die ganze schwarz-rot-grüne Baggage kassiert reichlich durch die Parteienfinanzierung, lässt ihre Social Media Accounts professionell bespielen (überwiegend auf unterstem Bento-Niveau, aber egal), schanzt über die vereinnahmten Ministerien den Social-Media-Stasis Gelder zu, neben den lukrativ-praktischen eigenen „politischen Stiftungen“…

Broschüren, Stiftungen, Kampagnen, Verbände— wo bitte sind die gleich nochmal nicht „professionell aufgestellt“?

Selbst die (des Rechtsextremismus doch ziemlich unverdächtige) Jüdische Rundschau spricht von einem lohnenden Kampf der Social-Media-Stasis, wozu auch Don Alphonsos Beitrag sehr lesenswert ist. Und auch der als Facebook-Zensor ins Gespräch gebrachte „Correctiv“ hängt lohnend an diversen Fleischtöpfen…

Kampf gegen… wie rechts eigentlich genau?

Natürlich gibt es viel rechte Wut, eine Vielzahl virtueller Horrorstories im Netz nebst höchst real brennenden Flüchtlingsheimen. Und ja: jede Menge Flüchtlings-Tourette, wo immer sich ein Textfeld öffnet. In der jungen Bundesrepublik hat man seinen Unsinn halt in Kneipen geredet. Heute trägt man ihn freiwillig in die Datenbanken bei Facebook ein. Schon klar.

Zum „Kampf gegen Rechts“ kommt aber immer diese bewusste Unschärfe:

  • Weder will man das Modewort „Hatespeech“ näher definieren, und ob es über längst strafbare Dinge hinaussgeht…
  • Auch die Abgrenzung von „FakeNews“ wird eher vermieden. –Wie auch, wenn die Hetzblätter und Regenbogenmagazine der mächtigen deutschen Verlegerlobby nicht dazugehören sollen?
  • Auch die Abgrenzung der Methoden ist… allemal unscharf. Boykotte und Attacken auf die wirtschaftliche Basis weitab von jedem Diskurs gehören offenbar zum Repertoire. Brennen AfD-Autos liegt die Reaktion von „linken“ (illiberalen) Fanboys zwischen Schweigen und „ja, höhö“. — Daß dies die Sympathien im rechten Lager eher noch verstärkt, passt leider nicht in die Hirne ganz normal-etablierter Linksextremisten. — Als Demokrat würde ich mich an dieser Stelle auch vor die falschen Leute mit den falschen Ansichten schützend stellen. Und sie bei Gelegenheit dran erinnern.

Und der größte Knackpunkt: Es bleibt völlig unklar, wie weit mittig der Kampf gegen Rechts anfängt.

→ Zündelnde Nazis, Springerstiefel, kahlrasierte Schädel? Einverstanden. Gegen Zündeln gibt es übrigens Gesetze und idealerweise gut ausgestattete Polizeien und eine fähige Justiz. Letztere sagen meist, daß die bestehende Gesetzeslage schon völlig ausreicht.
→„Raus mit kriminellen Ausländern“ und Leute mit generellem Flüchtlings-Tourette? und/oder die wirre Welt von Compact und Kopp? Einverstanden. Die „Heart&Minds“ der hierdrin verfangenen wird man allerdings kaum durch (noch) schärfe Kontrolle+Zensur erreichen. Das führt zu einem „Wir haben’s ja gesagt.“-Effekten…
→Der AfD entgegentreten? Gern. Wobei ich da zu Argumenten raten würde, nicht zu Autos anzünden. Ihre parlamentarische „Arbeit“ bietet genug Angriffsfläche…

Und dann?

Bis wie weit zur Mitte geht der Kampf nach Rechts? Warum wird Tichies Einblick mit allen Methoden attackiert? Warum versucht man da Leute Pleite zu machen. Warum wird FAZ-Blogger Don Alphonso bedroht? Menschen attackieren, bedrohen, fertigmachen ist kein Diskurs. Eher sind das so genannte Nazi-Methoden. Und überaus kurzsichtig.

Eine besondere Unterklugheit habe ich mir für Teil 2 aufgespart:

Teil 2: SPD-Ministerin Schwesig will „Propaganda“ löschen lassen.

Exkurs: Das orwellsche Wahrheitsministerium…

https://medium.com/@eigentlichHH/endlich-das-orwellsche-wahrheitsministerium-3fca0d9b0e6b#.otc7ud8u