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ADAC kritisiert Kaufprämie für Elektroautos

Breitere Förderung alternativer Antriebe wäre besser

27. April 2016

In einer Pressemitteilung kritisiert der ADAC die Entscheidung der Bundesregierung, Kaufprämien für Elektro- und Hybridfahrzeuge zu zahlen. Die Automobilexperten machen sich viel mehr für eine technologieneutrale Ausgestaltung der Förderung stark, die auch umweltfreundliche Energieträger wie Erdgas und Wasserstoff einschließt. Im Vordergrund müsse die Verringerung von Schadstoffemissionen sowie des CO2-Ausstoßes und nicht die Förderung einer konkreten Fahrzeugtechnik stehen.

ADAC plädiert für breite Förderung alternativer Antriebe

Kaufanreize für E-Fahrzeuge sind alleine nicht wirksam / Förderung sollte auch Infrastruktur und Flottenfahrzeuge umfassen

Ein aktueller Autokostenvergleich des ADAC zeigt, dass sich die Anschaffung der meisten Elektroautos auch mit der jetzt angekündigten Kaufprämie nicht rentiert. Selbst bei einem maximalen Zuschuss von 4.000 Euro pro Modell ist ein Großteil der E-Modelle im Kostenvergleich pro Kilometer immer noch deutlich teurer als ein vergleichbarer Diesel oder Benziner.

ADAC Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker: „Die vereinbarte Kaufprämie ist eine Fördermaßnahme, von der am Ende nur wenige profitieren. Es ist absehbar, dass die angekündigten Kaufanreize alleine unter den heutigen Bedingungen der Elektromobilität nicht zum Durchbruch verhelfen werden. Eine wirksame Förderung sollte deswegen zum Beispiel auch die Ladetechnik und die Unternehmens-Flotten stärker miteinbeziehen.“

Der ADAC unterstützt grundsätzlich die Förderung umweltfreundlicher Fahrzeugkonzepte und damit auch der Elektromobilität. Im Vordergrund steht für den Club aber die Verringerung von Schadstoffemissionen und des CO2-Ausstoßes, nicht die Förderung einer konkreten Fahrzeugtechnik. Der Club plädiert daher für eine technologieneutrale Ausgestaltung der Förderung, die auch umweltfreundliche Energieträger wie Erdgas und Wasserstoff einschließt.

Diese sollte aus Sicht des ADAC neben Forschungsförderung auch die Unterstützung von Pilotanwendungen und Feldversuchen beinhalten. Außerdem fällt der Normierung und Standardisierung von Schnittstellen, etwa bei Ladetechnik und Abrechnungsverfahren, eine besondere Bedeutung zu. Zu guter Letzt muss ein tragfähiges Gesamtförderkonzept auch ein ausreichendes Angebot an regenerativen Energien umfassen. Nur damit ergeben sich Umweltvorteile.

Quelle: Pressemitteilung des ADAC vom 27. April 2016

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