Unterwegs im Norden mit einem VW Caddy TGI: Birgit Behrens-Barkhoff und die Puppen der Nordener Puppenbühne

Gertrud Gans gibt Gas

Nach 260.000 Kilometern geht’s wieder mit CNG weiter

von Carsten Lippe*

13. Dezember 2017 | In ihren Stücken entführen sie in eine Welt voller Fantasie, Abenteuer und Humor — doch wenn es darum geht, sicher und günstig zum nächsten Auftritt zu gelangen, setzen Birgit und Reinhard Behrens-Barkhoff mit ihrem mobilen Puppentheater auf moderne CNG-Technik. Daran hat sich auch in einer Zeit, in der alles von E-Mobilität zu sprechen scheint, nichts geändert. Im Gegenteil.

Der Kasper ist das Erkennungszeichen des Puppentheaters Rumpelkiste — viele Jahre am Erdgas-Bulli, jetzt am Caddy TGI mit CNG-Motor

Gertrud von Gans, Krokodil Watz und ihre Freunde sind viel unterwegs in Ostfriesland. In den Händen von Birgit und Reinhard Behrens-Barkhoff unterhalten die selbstgebastelten Puppen bei über 180 Auftritten im Jahr Kinder und junggebliebene Erwachsene mit pädagogisch anspruchsvollen und trotzdem lustigen Geschichten. Seit 1989 gibt es nun schon ihre Bühne. Seit 2005 immer mit dabei: der weinrote Erdgas-Bulli mit dem markanten Kasper. Doch damit ist nun Schluss. Nach 12 Jahren und über 260.000 Kilometern investieren die Norder Puppenspieler aus Leidenschaft in ein neues „Lastentier“ — und entscheiden sich beim fahrbaren Untersatz für ihre unzähligen Puppen, Klappsitze und Kulissen doch wieder für einen Transporter mit CNG als Antrieb.

Vorbildlich unterwegs

„Wir haben uns bewusst für umweltfreundliche Technik entschieden, weil wir für uns auch eine Vorbildfunktion sehen und wir all die Jahre einfach gut damit gefahren sind“, erklärt Reinhard Barkhoff.

Erich Kleen (Stadtwerke Norden)

Günstige Kraftstoffpreise, ein nahezu störungsfreier Betrieb und ein in Ostfriesland gut ausgebautes Tankstellennetz — auch Stadtwerke-Mobilitätsexperte Erich Kleen sieht nach wie vor viele Vorteile bei erdgasgetriebenen Fahrzeugen: „Natürlich ist bei uns Elektromobilität inzwischen ein wichtiges Thema. In unserem Fuhrpark sammeln wir damit bereits erste praktische Erfahrungen. Man muss aber auch festhalten: Technik und Infrastruktur stecken in wesentlichen Fragen noch in den Kinderschuhen.“ Und auch die hohen Anschaffungskosten von E-Fahrzeugen seien für viele Privatleute und kleinere Unternehmen derzeit noch eine große Hürde. „Das wird noch ein paar Jahre dauern. Erdgas-Autos dagegen kosten schon jetzt nur wenig mehr als ihre Geschwister mit Benzinmotor“, so Kleen. Und dann sei da noch der Stadtwerke-Zuschuss bei der Anschaffung: Bis zu 1.000,- Euro brutto erhalten Gewerbe-Kunden, bis zu 600,- Euro private Haushaltskunden beim Kauf eines neuen Erdgasautos oder bei der Umrüstung von Fahrzeugen auf die sparsame Antriebsform.

Aber fühlt man sich nicht ein wenig überholt, wenn alle Welt plötzlich von E-Mobilität redet? „Mit 500 Kilometern Reichweite allein mit CNG und wenigen Minuten an einer der zahlreichen Tankstellen überhole ich derzeit manches Elektro-Auto“, meint Reinhard Barkhoff.

*Text: Carsten Lippe, Stadtwerke Norden
Fotos: Carsten Lippe und Puppentheater Rumpelkiste

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