Mit der Kraft von zwei Herzen

Geschichten weitererzählt: CNG-Hybrid-Busse in Oldenburg

von Thorsten Windus-Dörr

Die Oldenburger Verkehr und Wasser GmbH (VWG) baut ihren Vorsprung mit der umweltfreundlichsten Busflotte Deutschlands weiter aus: Ende Oktober 2018 stellte der Verkehrsbetrieb seinen ersten CNG-Hybrid-Gelenkbus offiziell vor. Konsequent setzen die Oldenburger nicht nur auf den schadstoffarmen CNG-Antrieb, sondern ersetzen sogar vorhandene CNG-Fahrzeuge durch CNG-Busse der neusten Schadstoffnorm. Und selbstverständlich setzen sie auf nachhaltig erzeugtes Biomethan; damit fahren sie fast klimaneutral.

Für Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ist die Erneuerung des CNG-Fuhrparks der Oldenburger VWG ein wichtiger Schritt, um Fahrverbote in Oldenburg zu vermeiden — denn auch der Stadt in Niedersachsen ist eine Klage der Deutschen Umwelthilfe auf den Tisch geflattert. Der schadstoffarme Antrieb ist ein wesentlicher Pfeiler in der Strategie der Stadt. Schon 2016 ersetzte die VWG die letzten Dieselbusse durch CNG-Fahrzeuge. Jetzt werden insgesamt zehn ältere Modelle durch drei Gelenkbusse mit CNG-Hybrid-Antrieb und sieben Solofahrzeuge (CNG, Euro VI) ausgetauscht. Im November 2018 folgen weitere 16 Busse gleichen Typs.

Gasförmiges Methan als Kraftstoff heißt europaweit einheitlich CNG 
Daher schreiben auch wir im erdguenstig-Blog mittlerweile von CNG-Autos statt wie früher vom “Erdgasauto”. CNG kann zum Beispiel 100 Prozent nachhaltiges Biomethan, Windgas, synthetisch erzeugtes Methan aus zum Beispiel Windkraft und Fotovoltaik oder klassisches Erdgas sein. Auch jedes beliebige Mischungsverhältnis ist möglich. Die CNG-Mobilität ist somit die einzige Möglichkeit, schon heute nachhaltig und fast klimaneutral mit einem Verbrennungsmotor unterwegs zu sein.
Michael Emschermann und Jürgen Krogmann am 25. Oktober 2018 vor dem neuen
CNG-Hybrid-Gelenkbus der Oldenburger VWG

„Unser CNG-Hybrid-Gelenkbus ist eine Weltpremiere“, freut sich Michael Eschermann, Geschäftsführer der VWG. In den Fahrzeugen schlagen praktisch zwei Herzen, denn die Hybrid-Busse haben sowohl einen Gas-Motor als auch einen Elektro-Motor an Bord. Im Vergleich zum bisherigen — bereits effizienten — Antrieb sinkt der Verbrauch nochmals um bis zu 8,5 Prozent. Außerdem schlägt sich das vor allem beim Schadstoffausstoß nieder: “Die CO2-Emissionen gehen gegenüber einem Dieselbus um 95 Prozent zurück und liegen besser als bei Elektro-Bussen“, verspricht Emschermann.

CNG: Mit Biomethan geht die Fahrt in die Zukunft

Für 2019 stehen nochmal 25 Fahrzeuge auf der Einkaufsliste: Das macht insgesamt 51 Busse mit besten Eigenschaften bei Emissionen und Wirtschaftlichkeit. Die Oldenburger VWG setzt die CNG-Mobilität dabei als eine sofort wirksame und nachhaltige Brückentechnologie im Rahmen der Verkehrswende ein — und experimentiert weiter: Für das nächste Jahrzehnt sind Tests mit Wasserstoff-Bussen geplant. „Dort gibt es ein großes Potenzial für noch sauberere Antriebe, allerdings sind die Investitionskosten derzeit zu hoch“, so Eschermann. Bis also aus dieser Zukunftsmusik ein Hit wird, ist man bereits mit CNG auf der sauberen Seite.

Die in Oldenburg eingesetzten Gelenkbusse Mercedes-Benz Citaro NGT hybrid besitzen einen sogenannten Parallelhybridantrieb, der beim Bremsen Energie zurückgewinnen (rekuperieren) und in einem Supercap speichern kann. Beim Anfahren unterstützt dann der Elektromotor mit dieser Energie den CNG-Motor. Hierdurch sinken sowohl die Schadstoffemissionen als auch der CO2-Ausstoß gegenüber dem schon guten CNG-Antrieb nochmals. Zusätzlich verbessert ein leichtes Boosten durch die Elektroeinheit bei Leerlaufdrehzahl den Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors .
Der Elektromotor ist als scheibenförmiges Aggregat mit integrierter Leistungselektronik zwischen dem Verbrennungsmotor vom Typ M 936 G und dem Automatikgetriebe kompakt verbaut.

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Zur Webseite: Verkehr und Wasser GmbH — über die VWG Oldenburg

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