Ich, Du und die digitale Welt

Die digitale Welt hat viele Versprechen: wir werden mit ihr (oder sie wird mit uns) besser denken. Sie wird Menschen untereinander endlich gut verbinden. Sie wird Politik überflüssig machen, und Wirtschaft optimisieren. Teilen werden wir, anstatt zu besitzen.

Doch eines kann nicht durch in der digitalen Welt: es ist das Verhältnis zwischen den Menschen, und das eigene Verhältnis mit sich selbst.

In der digitalen Welt kann ich weder mich weder den Anderen finden.

Die Einsamkeit, das heißt, das Mit-Sich-Seblst sein ist Fundament meiner Existenz als Mensch, es ermöglicht meine Identität zu finden, mich zu verbessern, den Kopf übers Wasser zu behalten. Wie es Proust ausdrückt in Auf der Such nach der verlorenen Zeit:

« An sich für einen spezielleren und niedrigeren Gebrauch bestimmt, diente mir dieser Raum, von dem man aus bis zum Turm von Roussainville-le-Pin blicken konnte, lange Zeit als Zuflucht, zweifellos, weil er der einzige war, in dem ich mich einschließen durfte; dort ging ich allen den Dingen nach, die unverletzliche Einsamkeit erfordern: Lektüre, Träumerei, Tränen und geheime Lust. »

“Lektüre, Träumerei, Tränen und geheime Lust”. Würde ich von diese Elemente beraubt bin ich schon kein Mensch mehr.

Die Anderen aber sind genau so wichtig. Das weißt man seit immer, Emmanuel Levinas und Martin Buber haben es auch formuliert.

In der digitalen Welt finde ich den Anderen nicht, mich auch nicht. Die digitale Welt ist daher öde und leer. Nur Einbildungskraft, Menschlicher Feuer kann sie beleben.

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