Instagram Business: warum es sich für Unternehmen lohnt, 2017 auf der bildstarken Plattform präsent zu sein

von Simon Keller, Social Media Manager bei Freundliche Grüsse

1. Gründe für eine Instagram Präsenz

Instagram boomt. Auch in der Schweiz. Schon alleine der Fakt, dass die Social Media Plattform letztes Jahr in der Schweiz ein Wachstum von +53,3% verzeichnete ist ein Grund, um als Unternehmen auf Instagram präsent zu sein. Doch diese Präsenz soll durchdacht und orchestriert sein. Wie sich nämlich zeigt, haben genau diejenigen Unternehmen grossen Erfolg auf der bildstarken Plattform Instagram, die einer klaren Strategie folgen und diese über eine kongruente Bild- und Text Sprache formulieren. (Quelle: Thomas Hutter, 2015, Facebook Ad Manager)

«Allein letztes Jahr wuchs Instagram in der Schweiz um 53%.»
Quelle: Thomas Hutter, 2015, Facebook Ad Manager

Wachstum Schweiz: Zahlen und Fakten

2016 ist Instagram definitiv in der Schweiz angekommen. Derzeit verfügt das Netzwerk weltweit über 500 Millionen Accounts. In den letzten zwei Jahren hat sich Instagram global sogar vervierfacht. 29% der Instagram-Nutzer in der Schweiz sind 19 Jahre alt oder jünger. 22% der Nutzer sind zwischen 20–24 Jahre alt, die 25 bis 29-jährigen Nutzer machen 15% der Community aus. (Quelle: Thomas Hutter, 2015, Facebook Ad Manager)

Engagement: Instagram schlägt Facebook

Interessant im Vergleich zu Facebook sind vor allem die höheren Interaktionsraten auf Instagram. Quintly zeigt in einer Studie, dass Facebook Seiten mit über 1 Million Fans auf eine durchschnittliche Interaktionsrate von 0,15% kommen. Bei Instagram Accounts mit der gleichen Grösse liegt die Interaktionsrate hingegen bei 2,32%. Auch unsere Erfahrung zeigt: die Engagementraten liegen auf Instagram z.T. sogar 10 Mal höher als auf Facebook.

«Instagram weist bis zu 10x mehr Engagement auf als Facebook.»
Quelle: Quintly

Instagram Business Accounts: Demografie und Werbemöglichkeiten

Vergangenen September führte Instagram Business Accounts ein. Über die neuen Accounts ist es möglich, ausgewählte Posts auch auf Instagram zielgruppenspezifisch, via Facebook Ad Manager, zu schalten. Zusätzlich sind nun neue Informationen über die eigene Community verfügbar. Impressions, Reach und Interactions sind neben Geschlecht und Alter der Abonnenten neu einsehbar und die Engagement-Rate kann so aufgrund der Reichweitenzahlen errechnet werden.

Die Werbemöglichkeiten sind derzeit auf Instagram noch beschränkt und nur für gewisse Zwecke zu empfehlen. Beispielsweise ist für die Steigerung der Abonnentenzahl (noch) keine geeignete Werbeform verfügbar.

2. Instagram-Marketing: Diese Punkte gilt es zu beachten

Die Professionalisierung auf Instagram schreitet voran. Dies zeigt sich bei der Produktion von Inhalten und den Ansprüchen der Community. Folgende Aspekte gibt es bei einem professionellen Profil zu beachten:

  • Strategie: Hier gilt es, klare Ziele für die Bildplattform definieren und diesen konstant zu folgen. So macht es beispielsweise wenig Sinn, ähnliche Inhalte auf Facebook und Instagram zu publizieren.
  • Workflow: Bei der Themen- und Content-Planung braucht es einen gut organisierten Workflow. Wie man diesen effizient strukturieren kann, haben wir in unserem Blogbeitrag beschrieben.

Welcher Content funktioniert denn nun genau?

Strategisch aufgebaute und erfolgreiche Instagram-Kanäle zeichnen sich durch folgende Merkmale aus.

  • Die Zielgruppe vor Augen halten: die Post-Bilder sprechen ein klares Zielpublikum an. Es zeigt sich, dass High Interest Profile ihre Produkte sehr hochwertig und ausgewogen inszenieren, während sich Low Interest Segmente und Dienstleister eher auf emotionales Storytelling rund um ihre Angebote fokussieren.
  • Eigene Bildsprache entwickeln: dass sich für jede Branche eine eigenständige und interessante Bildsprache entwickeln lässt, zeigt sich in der nachfolgenden Übersicht. Diese wird entsprechend von der vordefinierten Content-Strategie abgeleitet.

Im Folgenden sind attraktive Beispiele ausgewählter Branchen abgebildet, die sich durch eine strategisch verankerte und gut umgesetzte Bildsprache auszeichnen:

  1. J.P. Morgan | Finanzdienstleister
Quelle: https://www.instagram.com/jpmorgan/ 10,6 K Follower (Stand 9.2.2017)

Die Investment Bank J. P. Morgan zeigt in seinem bildstarken Instagram-Profil ihre Aktivitäten, Mitarbeiter und Ideen, aber auch ihre globale Community. Dabei setzt man auf professionellen Video- und Bildcontent, der hohes Engagement generiert.

2. Franke Group | Küchen, Sanitär- und Industrietechnik

Quelle: https://www.instagram.com/franke_group/ 1,6 K Follower (Stand 9.2.2017)

Die Franke Group überzeugt durch ihr klares Konzept. So werden nicht die hochwertigen Produkte in den Fokus gerückt, sondern durch raffiniertes Stroytelling die Eindrücke des Set-Fotografen in Form von spannenden Städte und Länder-Portraits festgehalten.

3. GE | Industrie

Quelle: https://www.instagram.com/generalelectric/ 272 K Follower (Stand 9.2.2017)

General Electric zeigt eindrücklich, wie man auch mit «trockener» Materie begeistern kann. Mit ungewöhnlichen und nicht alltäglichen Bildern in Umfeldern wie Windenergie, Manufaktur, Forschung oder Big Data.

4. Allianz Suisse | Versicherungen

Quelle: https://www.instagram.com/allianzsuisse/ 2,1 K Follower (Stand 9.2.2017)

Auch auf Instagram geht Allianz Suisse neue Wege: der Versicherer setzt vor allem auf monatliche #Hashtag-Wettbewerbe und hochwertigem User Generated Content, welcher ein nachhaltiges Community-Building garantiert.

5. Tourism Ireland | Tourismus

Quelle: https://www.instagram.com/tourismireland/ 169 K Follower (Stand 9.2.2017)

Tourism Ireland präsentiert auf ihrem Instagram Account die schönsten User-Bilder aus Irland. So ergibt sich ein erfolgreicher Mix aus eigenen, professionellen Fotos und gutem User Generated Content.

Der Überblick zeigt: bei Instagram kommt es auf die professionelle Bildqualität an und darum einen eigenen, instagramspezifischen Bildstil zu entwickeln. Der Einsatz von gut dosiertem Branding, relevanten Hashtags und Multiplikatoren (z.B. Influencern) garantiert einen langfristigen Erfolg auf der Plattform. Daneben sind Community Management und regelmässige Reportings ein wichtiger Erfolgsfaktor. Im Einzelnen zu prüfen sind auch Tools, die für den eigenen Account automatisierte Mechanismen (Likes, Comments, Follows) ausführen. Die Vor- und Nachteile gilt es dabei abzuwägen.

Fazit:

Menschen kommunizieren mit Menschen. Auch auf Instagram. Marken müssen die Sprache von Instagram in Inhalt und Form verstehen und strategisch, professionell und kreativ umsetzen, um damit Erfolg zu haben. Instagram birgt deshalb ein enormes Potential, um wiederum mit bestehenden Kunden und möglichen neuen Kunden sympathisch und auf Augenhöhe in Kontakt zu treten.

«Marken müssen die Sprache von Instagram in Inhalt und Form verstehen und strategisch, professionell und kreativ umsetzen, um damit Erfolg zu haben.»

Es wird sich zeigen, welche Aspekte die Plattform neben Branding und Awareness bieten wird. Gerade mit den neu entwickelten Lead-Ads oder dem gezielten Einsatz von Buy-Buttons wird sich Instagram auch im Bereich Sales weiterentwickeln und zum wichtigen E-Commerce Player formieren.

Tipps zum Thema Instagram, Strategie-Entwicklung und Influencer Marketing gebe ich gerne persönlich weiter.

Mein Kontakt:

Simon Keller, Social Media Manager bei Freundliche Grüsse / keller@freundlichegruesse.ch / Twitter: @suubmarine

Freundliche Grüsse ist eine Full-Service-Kreativagentur in Zürich & Berlin, mit digitaler DNA und Fokus auf integrierte Kampagnen.