Instagram wird Shopping-App — Die finale Inkarnation des Social Commerce?

Instagram launcht mit einigen ausgewählten Partner eine Checkout-Funktion direkt auf der Plattform. Somit müssen User beim Shoppen nicht mal mehr die App verlassen — ein Meilenstein im Social Media Marketing.

Quelle: Instagram

Schon mit dem Launch von Instagram Shopping und der damit einhergehenden Möglichkeit, Produkte in Postings zu taggen, war die Richtung vorgegeben: Instagram soll Shopping-App werden. Früher als erwartet testet Instagram nun mit ausgewählten Partnern den „Instagram Shop“, bei dem alle Kaufschritte direkt in der App abgehandelt werden. User müssen lediglich Adresse und ihre Zahlungsinformationen einmalig auf der Plattform speichern und schon kann sorglos eingekauft werden.

Bisher war es so, dass mithilfe des Produktkatalog getaggte Produkte auf Instagram zwar eingesehen und der Preis, Titel usw. abgefragt werden konnte, die Kaufabwicklung jedoch immer noch im separaten Website-Shop durchgeführt werden musste. Ein doch etwas mühsamer Ansatz, den Instagram in Zukunft wohl einreißen möchte.

Diese Erweiterung spielt natürlich besonders kleineren Shops in die Hände, die bisher keine Zeit oder ausreichend Budget hatten, ihre Shops hinsichtlich UX, UI und Customer Journey adäquat zu optimieren. Zusätzlich sind auch die Anwendungsmöglichkeiten für Influencer-Kooperationen immens.

Natürlich erzeugen solche neuen und simplen Einkaufsmöglichkeiten für User vor allem bei Verkäufern und Shops hohe Erwartungen. Der „Instagram Shop“ ist aber kein Allheilmittel, es bedarf natürlich noch immer einer konkreten Strategie, adäquaten Content-Formaten und Advertising-Ansätzen, um dieses Feature sinnvoll einzusetzen und den größten Nutzen daraus zu ziehen.

Im Advertising kann diese neue Art von Ads speziell im unteren Funnel eingesetzt werden. Insbesondere im Zusammenspiel mit dynamischen Produktkatalog-Ads können damit vielversprechende Setups aufgesetzt werden. Gleichzeitig bietet man Personen im oberen Funnel bereits eine extrem schnelle Möglichkeit zu konvertieren. Spannend bleibt auch, welche Implikationen und Erweiterungen/Erweiterungsmöglichkeiten sich damit für die Erstellung von Custom Audiences und Lookalike Audiences ergeben.

Alles in allem also ein großer Schritt für Instagram. Hoffen wir für die Plattform nur, dass es in naher Zukunft keinen Datenskandal wie bei der großen Schwester Facebook gibt. Das würde wahrscheinlich die User eher davon abschrecken, ihre Zahlungsinformationen mit Instagram zu teilen.