Beautiful Freaks

Dies ist für Euch, Ihr verrückten Leute da draussen in der Gesellschaft: Ein Text für die kleinen, schiefen Töne in der scheinbaren Harmonie. Ich selbst zähle mich auch zu ihnen. Dass ich nicht normal bin, habe ich spätestens gemerkt, als man es mir sagte. Ich habe es zur Kenntnis genommen — es war kein Schock, denn der Norm zu entsprechen war nie mein Ziel.
Nicht normal zu sein kann ein Geschenk sein. Es kann bedeuten, dass man anders denkt, vielleicht aussergewöhnliche Ideen hat und etwas kreieren kann, was die Gesellschaft bereichert oder zumindest Dich und Dein Umfeld weiterbringen.
Die Geschichte zeigt uns, dass oft als normal angesehen wurde, was wir im Rückblick als etwas Schreckliches sehen. Anders zu sein kann sehr gesund sein, vielleicht auch der Zeit voraus. Denn was gestern verrückt war, kann heute in unserer Gesellschaft schon normal sein.
Für alle, die sich für angepasst halten, ist es endlich Zeit, die eigene Verrücktheit im Spiegel zu entdecken und zu betrachten, sie nicht weiter zu verneinen und zu unterdrücken, denn sie bietet so viel Chancen, authentischer und somit glücklicher zu sein. Sie kann die Farbe im Grau sein, die du vermisst hast. Die Kraft, die Du brauchst, um weiterzukommen: Sie bietet die Möglichkeit, Grenzen zu überwinden und Dir und Deinen Nächsten näher zu kommen.
Es gibt keine normale oder globale Welt, auch wenn wir das vielleicht denken. Es gibt nicht einmal eine objektive Realität. Alles, was es gibt, sind subjektive Wahrnehmungen. Jeder von uns sitzt in einer Cloud — auf einem ganz eigenen kleinen Planeten — und sieht alles durch die Brille seiner ganz persönlichen und einzigartigen Emotionalität. Wie sollten wir also alle das Gleiche wahrnehmen?
Versteckt Eure Verrücktheit nicht. Steht dazu, lässt sie zu. Die Gesellschaft braucht sie. Konfrontiert die anderen damit, denn es benötigt Auseinandersetzung im Grossen und Kleinen, damit wir geistig wachsen können.
Ich mag Euch, ihr schönen Freaks von gestern, heute und morgen, denn ohne Euch wäre alles furchtbar langweilig, die Erde flach, Amerika unentdeckt und unsere Gedanken schwarz-weiss. Ich würde auch diese Kolumne nie schreiben können; nicht mit einem Computer und nicht für diese Zeitschrift.

Publiziert im Surprise Magazin, dem Schweizer Strassenmagazin; ein konkreter Beitrag gegen Armut und Ausgrenzung in der Schweiz, verkauft von sozial benachteiligten Menschen.