Neue Stadt, neue Köstlichkeiten

Umziehen musste ich; vom wunderbaren Berlin nach Köln.

Köln ist eine nette kleine Stadt, die eigentlich alles hat — wenn auch im Miniaturformat. Vielleicht nicht ganz so hip und nicht ganz so facettenreich wie in Berlin, aber doch nicht schlecht. Außerdem ist es eine entspannte Stadt mit lauter kecken Menschen. Die Kölner erinnern mich eigentlich etwas an die Berliner. Beide haben die gleiche freche Schnauze-hoch amüsant und authentisch. Wieso will es mir hier dann dennoch nicht ganz gefallen?

Ich befürchte es liegt an meinem Job. Fernsehen…was habe ich mir nur dabei gedacht? Und wenn schon Fernsehen, dann sollte man inhaltliche arbeiten und nicht in der Produktion. Und dann habe ich nicht einmal einen richtiger Job, sondern nur eine unterbezahltes Volontariatsstelle; eine monetäre, aber definitiv keine geistige Herausforderung. Jeden Tag kämpfe ich dagegen an, dass mein Kopf und mein Geist nicht einschlafen. Ich befürchte auf Dauer werde ich diesen Kampf verlieren. Es muss unbedingt etwas Neues her.

Bis ich etwas finde, muss ich mich wohl mit kleinen anderen Freuden über Wasser halten, also erkunde ich die kulinarischen Seiten Kölns. Die ersten zwei Wochen haben mir gezeigt, dass der Kölner sich nicht nur auf Wurstiges versteht, sondern auch einen ausgeprägten Sinn für süßes Backwerk hat. Ich staune immer wieder wie viel Neues es für mich als Nordlicht hier zu entdecken gibt. Die erste Offenbarung war der Blatz. Per Definition ist der Blatz wie ein Stuten. Das mag in der Theorie soweit stimmen, aber mit der Kölner Realität hat das nüscht zu tun. Ein Blatz ist hier nämlich ganz herrlich fluffig und nicht so kompakt wie ein Stuten — oder zumindest kannte ich bisher nur kompakte Stuten. Es handelt sich dabei um ein Hefegebäck, das es in gefühlt tausend Varianten gibt. Mit Mandeln, mit Butter, mit Safran, mit Trockenfrüchten und, und, und…

Ich habe mich für einen Blatz mit Kokos und weisser Schokolade entschieden. Und dann habe ich noch salzige Butter drauf geschmiert. Besser kann es nicht werden, dachte ich und tunkte den Blatz samt Butter in meine Milchkaffee -YEEESSS. Ich weiß, der Deutsche tunkt eigentlich nicht, aber man sollte es unbedingt tun — eigentlich immer. Alles wird besser, wenn man es in den Kaffee tunkt, finde ich. Diese Köstlichkeit ist ein absolut adäquater Ersatz für ein Hamburger Franzbrötchen (das außergewöhnlich gut und geradezu grandios ist, wenn man es in den Kaffee tunkt.).

Nun aber zu den wichtigen Punkten: wo bekommt man in Köln den besten Blatz? … ich will es gar nicht sagen! Der ist so gut, den will ich nicht einmal teilen, nicht dass ich dann keinen mehr bekomme. Aber ich reiße mich jetzt zusammen.

Also, den besten Blatz bekommt man in der sehr kleinen aber ganz fantastischen Bäckerei Balkhausen in der Apostelnstrasse 27 in Köln. Ab Donnerstag gibt es hier immer eine besonders große Auswahl an Blatzen. Wer es schafft sogar bis Freitag zu warten, bekommt dann auch meinen absoluten Favoriten mit Kokos und weißer Schokolade. Ich habe diesen Freitag keinen mehr bekommen, weil ich erst um vier da war, also musste ich Samstag noch einmal den Weg in die Stadt antreten — ich konnte es ohne Blatz für dieses Wochenende nicht aushalten. Ich bin gierig, süchtig und impulsgesteuert. Wenn man dann schon bei Balkhausen ist, dann muss man leider auch noch eine Domspitze kaufen, die ist nämlich auch ganz großartig und man MUSS zumindest einmal eine gegessen haben.

Eine Domspritze sieht aus wie ein zu spitz und zu hart geratener Schaumkuss, tatsächlich handelt es sich aber bei der balkhausener Domspitze um ein aus Marzipan- und rumkugelähnlicher Masse bestehendes Gebäck, das auf einem ganz dünnen Mürbeteig steht und mit dunkler Schokolade übergossen wird. Ganz lecker.

Jaaaa, und dann muss man auch noch einen Bobbes bestellen. Ich dachte ja immer, ein Bobbes ist eine Kölner Spezialität, ich wurde aber eines besseren belehrt, die kommen wohl ursprünglich aus Berlin UND aus NRW. Wie dem auch sei, bei Balkhausen gibt es auch diese in tausend Varianten und alle schmecken toll. Also, auch unbedingt essen. Genau wie die Domspitze, gibt es die Bobbes in normalen und in Miniausgaben. Ich nehme immer die Minivariante, sonst sprenge ich bald alle Hosen. Und natürlich: schön Butter drauf.

Ich werde versuchen mich weiter langsam, aber stetig durch das gesamte Sortiment von Balkhausen zu futtern und weitere Highlights hier zu vermerken.

Falls Ihr andere Balkhausen Highlights kennt oder gar einen noch besseren Blatz als den von Balkhausen in Köln gegessen habt (was ich mir gar nicht vorstellen kann) her mit den Infos!

Bäckerei Balkhausen in der Apostelnstrasse 27 in Köln
Blatz mit Kokos und weißer Schokolade
so sieht die Köstlichiket von Innen aus
Domspitze
Bobbes
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