Wir leben in einer Gesellschaft in der Sexualität bereits befreit sein sollte. Wir werden jeden Tag mit unserer und der Sexualität von anderen konfrontiert. Wir können von überall, jederzeit auf erotisches Material zugreifen. Die Pornoindustrie ist ein internationales Milliarden Geschäft und hat so manchen Millionär hervorgebracht. Egal welchen Begriff wir bei Google eingeben, wir werden fündig. Es gehört heute schon fast zum guten Ton sich mit Sexspielzeug auseinander gesetzt zu haben und in der Nachtischschublade auch das eine oder andere zu besitzen. Es ist alles da, was auch immer wir wollen, wann auch immer wir es wollen.

Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass wir Frauen mit vorgehaltener Hand über solche Themen sprechen und wir zu wenig über unseren Körper und die Körper des anderen Geschlechts wissen. Wir uns viel zu wenig mit unserer eigenen Sexualität auseinandersetzen und das obwohl im Durchschnitt jeder Mensch 117 mal im Jahr Sex hat. 
Auch 60 Jahre nach der Veröffentlichung des Skandal BDSM Romans, der eine Ganze Community prägte, „der Story der O“, 
50 Jahre nach der 68er Bewegung und freier Liebe, 
nach der TV Sendung Liebe Sünde, Sex and the City,
47 Jahren Dr Sommer und im Zeitalter von Youporn, 
50 Shades of Grey und Amorelie.

Aber auch im Zeitalter von gutausgebildeten Frauen, mit gutem Benehmen, einem eigenen Einkommen, im Zeitalter von Nachhaltigkeit, fairer Produktion, Transparenz und Selbstverantwortung in Firmen.

Mir kommt es so vor als wenn diese on demand Sexkultur unserem Lifestyle nicht entspricht. Zu wenig klasse, zu wenig Ästhetik, zu wenig subtil, zu wenig wir. Dafür zu viel von allem. Es fühlt sich an als wenn sich jemand beim ersten Treffen direkt in der Bar seine Hose vor uns runterlässt. Die Phase fehlt, in der wir uns annähern in der wir miteinander spielen, indem Spannung entsteht. Unser stärkstes Sexualorgan ist das Gehirn und genau dieses wird von zu wenigem Material tatsächlich beansprucht.

Daher schreibe ich FORUS, eine Kolumne, für die, die einen ästhetischen Anspruch im Leben verfolgen und eine erfüllte, kultivierte Sexualität, die diesem entspricht. In einem stilvollen Wege. Von uns für uns.

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