Recap WOL — Rückblick auf einen Working Out Loud Circle

Working Out Loud wird ja seit einiger Zeit ziemlich gefeiert. Grenzen soll es sprengen und Menschen näher zueinander bringen. Aber hält WOL was es verspricht? Dem lauten Social-Media-Getöse war das nicht zu entnehmen. Und so fragte Hendrik Epe Ende letzten Jahres einfach mal in die Runde, wer Lust auf den Praxis-Check hat. Wir hatten Lust und haben (fast alle; fast die ganze Zeit) durchgehalten.

Das WOLicorn dem #rp19-Stream ;-)

Am 28.04.2019 um 14:47 schrieb Hannes Jähnert:

Hallo zusammen,

tja, das war er nun unser WOL-Circle. Zwölfmal wöchentlich eine Stunde Talk einzurichten war nicht einfach. Unsere Runden haben mir aber immer Spaß gemacht. Ich mag es, mit euch zu plaudern!

Aber eigentlich brauche ich dafür nicht so methodisch ausgefuchste Guides. Wozu sind die gut? Richtig Netzwerken lernen? Was meint ihr?

Gruß

Hannes

Am 30.04.2019 um 08:49 schrieb Thomas Michl:

Salve!

Ich würde behaupten, dass unsere illustre Runde auch gut ohne die Richtlinien ausgekommen wäre. Das liegt meiner Meinung daran, dass wir alle ausgeprägte “Netzwerker“ sind. Wir verstehen unser Handeln vernetzt, tauschen uns gerne mit anderen aus und wissen wie es geht. Wir legen alle bereits großen Wert auf dem Austausch — auch über unsere Arbeitsgebiete hinaus.

WOL — so habe ich mir erklären lassen — wird erfolgreich in großen Konzernen wie Bosch, Daimler oder BMW eingesetzt, um die Mitarbeitende zu animieren, sich über ihre Arbeitsbereiche hinaus zu vernetzen und das kollaborative Arbeiten zu trainieren — oder besser wieder zu erlernen. So werden “Silos” aufgebrochen und eine organisationsinterne Vernetzung ermöglicht, die neue Synergien schafft. Ideen und Wissen fließen leichter durch die Organisation, werden angereichert und entwickelt. Gerade dieses vernetzen Zusammenarbeiten, Denken und Austauschen findet in klassischen Strukturen nur wenig statt. In diesem Kontext halte ich den Leitlinien hilfreich, weil sie Orientierung bieten und Anregungen liefern.

Gruß

Thomas

Am 03.05.2019 um 16:16 schrieb Patrick Ney:

Hi,

an WOL gefiel mir der Austausch außerhalb bestehender Netzwerke sowie Unterstützung bei eigenen Ideen und Herausforderungen. Das sorgt, vergleichbar mit kollegialer Beratung, für neue Erkenntnisse und (nebenher) für die Vergrößerung eigener Netzwerke.

Mir half WOL meine bestehenden Netzwerke für die Bearbeitung meiner Ziele bzw. Herausforderungen zu analysieren. Hilfreich fand ich die Erstellung der Beziehungsübersicht! Interessant war dabei, dass sich die anfänglich erstellte Übersicht als fluides Konstrukt herausstellte, indem sich die Kontaktpersonen und deren Beziehungslevel stetig ändern.

Damit Netzwerken nicht nur des Netzwerken willens existiert sollte man es von Zeit zu Zeit kritisch reflektieren und fokussieren. Vor allem wegen der zunehmenden Vernetzung über Soziale Medien mit der sich meiner Ansicht nach die Komplexität immer weiter erhöht. Das erfordert ganz neue Softskills.

Für nicht so geübte Netzwerker kann WOL eine gute Methode sein, für Erfahrene ist es eher Orientierung. Für große Organisationen wie z.B. Kommunen und deren hierarchischen und versäulten Aufbau finde ich die Methode super.

Gruß

Patrick

Am 13.05.2019 um 09:41 schrieb Hendrik Epe:

Moin zusammen,

ich habe mich in unserem Circle ja vor allem in der Terminfindung schwer getan, da es neben Familie, Angestelltendasein und Freiberuf noch zwölf zusätzliche WOL-Termine waren.

Gleichzeitig — das als kurzes Fazit von meiner Seite — war der Austausch mit Euch super — so wie Du, Patrick, schreibst: Eine Art kollegiale Beratung, aus der ich viele Erkenntnisse und neue Ideen (danke, Thomas, für die Links ;-) mitgenommen habe.

Gleichzeitig sehe ich mit Blick auf die Methode auch, dass die Menschen im sozialen Sektor “Beziehungsprofis” sind bzw. sein sollten. Wir in unserer Runde müssen nicht mehr über den Mehrwert von Vernetzung informiert werden. Mit Blick auf die Organisationen jedoch, in denen wir eingebunden sind, sehe ich großes Potential: Wenn es gelingt, methodengeleitet abteilungsübergreifenden Austausch zu gestalten, ist das mehr als hilfreich (und notwendig). Aber braucht es dafür das aktuell schon ziemlich gehypte WOL? Oder geht es eher darum, die von Dir, Patrick, angesprochenen Softskills für moderne Zusammenarbeit (wieder) zu entdecken und zu erlernen?

Aus meiner Perspektive basieren diese sogenannten sozialen Kompetenzen auf Basics der Beziehungsgestaltung: Beobachten, Zuhören, Nachfragen, Hilfe anbieten, gestalten wollen, Ideen generieren, gemeinsam Ideen umsetzen… mit WOL oder ohne ;-)

LG

Hendrik

Am 14.05.2019 um 19:21 schrieb Hannes Jähnert:

Liebe WOL-Runde, besten Dank für euer Feedback!

Wenn ich so darüber nachdenke, welche Kompetenzen WOL offenbar fördern soll, frage ich mich, ob diese Networking-Skills wirklich dieselben sind, wie die, die wir als “ausgeprägte Netzwerker” in unseren Circle mitgebracht haben. Gibt es so etwas wie einen Freizeit- und einen Arbeitsmodus der Netzwerk- und Beziehungspflege?

Ich meine die Guides verbinden mit dem Beziehungsaufbau ja schon ein klares Nutzenversprechen. Mit sowas im Hinterkopf gehe ich aber eigentlich nicht auf Networking-Events. Zu allermeist spreche ich bei BarCamps und Empfängen, Konferenzen und Workshops mit Leuten die mich einfach so interessieren. Natürlich kommen die meistens auch aus dem sozialen Bereich (was wohl an den Events liegt, zu denen ich gehe), ich finde aber auch andere Menschen spannend…

Wie dem auch sei! Es hat mir Spaß gemacht mit euch und ich hoffe, wir finden ganz bald ein neues Experiment miteinander.

Cheers!

Hannes

PS: Ich bin so frei und poste diesen Mail-Thread auf MEDIUM. Vielleicht fällt dem einen oder der anderen ja noch ein Kommentar zu WOL pro und contra ein.

Engagementblogger & Freizeitforscher: Sitzt dann und wann im Zug, tippt Dinge in sein Telefon und postet sie dann hier ...

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