Daten sind das neue Öl

Amazon Werbung für den sprachgesteuerten Assistenten Echo Dot

Eigentlich muss „Data Mining“ in „Data Drilling“ umbenannt werden. Denn wie bei der Ölförderung geht es mehr darum, den Fluss der zu fördernden Daten zu steuern und zu optimieren. Ebenso kann man daran bildlich anschaulich eine „Daten-Raffinerie“ anschliessen, die sich um die Analyse und Veredelung der Daten kümmert, bevor sie dann in den unterschiedlichsten Angeboten wieder in den Vertrieb kommen.

Um diese „Datenbohrtürme“ ist ein heisser Kampf in Gange. Jedesmal, wenn unsere Abfrage von Informationen wieder ein wenig einfacher geworden ist, jedesmal, wenn wir noch einfacher etwas fragen, oder bestellen, produzieren wir relevante, individuelle Datenpakete, die uns wieder etwas genauer beschreiben.

Um es platt zu sagen: Je idiotensichere der Bohrturm, desto sprudelnder die Quelle.

Alexa von Amazon ist so ein Beispiel. Oder Siri und Google Home. Gerade Alexa zeigt aber, wie raffiniert diese Datenförderung funktioniert. Daheim, im Büro, in der Küche, am Schreibtisch, überall, wo wir gewohnheitsmässig eher weniger das Smartphone nutzen, steht diese persönliche Assistentin bereit. Immer, hört aufmerksam zu, ob ihr Name gerufen wird und wie sie dienen kann.

Unzweifelhaft werden solche Technologien unseren Alltag überfluten. Einfach, weil wir sie wollen. Sie stehen dann in jedem Raum und hören allen zu, die sich darin befinden. Bewohnern, Gästen, Kunden. Immer. Irgendwann vergessen wir sie und sie laufen 24/7/365. Im Hintergrund. Immer.

Ich selbst bemühe mich sehr, in meiner Arbeit und privat diese Geräte auszuschalten, wenn ich sie nicht brauche. Aber so einfach ist das nicht und die Vorsätze gehen manchmal im Alltag unter. In meinem Umfeld bin ich z.B. einer der wenigen, die ihre Ortung am Smartphone ausschalten, wenn ich sie nicht benötige. Oder Kameras und Mikrofone am Rechner und Web-fähigen Mobilgeräten abdecke. Wer bin ich, dass ich Mark Zuckerberg anzweifle, der das anscheinend akkribisch tut. Aber auch dabei bin ich nicht 100%ig. Ich bemühe mich und wenn ich z.B Besuch habe, sind diese kleinen Helfer möglichst alle aus, die uns unauffällig zuhören und das Gesagte in Date(ien) umwandeln.

Selbst diese restlichen 10% Unachtsamkeit sind mir manchmal noch zuviel. Aber es wird, es ist ein Bestandteil meines Lebens und daher versuche ich die Regeln, die ich nicht brechen kann, wenn ich mitspielen will, zumindestes für mich ein wenig zu beugen. Und achtsam zu bleiben.

Auch in meinen Projekten spielt Datenförderung eine zentrale Rolle. Daher spreche ich mit Kunden ganz klar ab, was ich für möglich und was ich für unangebracht halte. Ersteres wird dann umgesetzt. Aber da gibt es noch so viel zu lernen. Täglich und immer mehr. Auch im Lernprozess droht die Überflutung. „Data Drilling“ ob durch Geräte, oder Verhaltenskonditionierung, ist ein wichtiges wirtschaftliches, aber vor allem gesellschaftliches Feld ist und wir müssen wissen, wie wir als Individuum und als Gesellschaft damit umgehen. Das muss erforscht und definiert werden.

Aber Medien- und Technikkompetenz waren schon immer der Hase im ewigen Rennen gegen den Igel.

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Weiterführende Informationen:

Alexa Gives Amazon a Powerful Data Advantage http://flip.it/a8DRJf

Warum Chatbots die Kommunikation revolutionieren und Social-Media-Manager arbeitslos werden http://bit.ly/2jvZonO

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